Drama über den Wolken: Am Himmel ist mal wieder die Hölle los.
Die ganz große Schnulze Die
Ace Combat-Reihe aus dem Hause
Namco Bandai ist neben guter Grafik vor allem aufgrund der
epischen Geschichtserzählung bekannt. Auch
Fires of Liberation stellt hier keine Ausnahme dar: In grandios angelegten,
» Per R-Stick verschafft man sich Überblick. |
teils etliche Minuten langen Cutscenes wird die Story voran getrieben. In wenigen Worten zusammen gefasst: Das neutrale Land Emmeria wird durch die Truppen der Nachbarrepublik Estovakia überfallen, welche die Hauptstadt Gracemeria besetzen. Der Spieler übernimmt mit Call Sign "Talisman" das 28. Geschwader der Air Force und beginnt einen erbitterten Kampf gegen die Invasoren, um Land und Familie zu befreien.
Die Entwickler haben sich für die Story erneut tolle Wendungen einfallen lassen und erstmals wird die Geschichte auch aus verschiedenen Perspektiven - sowohl aus der Sicht von Freund und Feind - erzählt. Fans der Reihe werden vor allem die stimmigen Cutscences zu schätzen wissen, obwohl diese manchmal etwas langatmig ausfallen und sich oft auch innerhalb der Missionen in langen Konversationen niederschlagen. Da die Story aber genug Stoff für zwei Adventure-Spiele besitzt, verzeiht man bereits nach kurzer Zeit den
überschwenglichen Zwischensequenzen. Schließlich wäre es kein
Ace Combat-Titel, wenn die Story nicht viel Pathos hätte.
Fire and forget Herzstück von
Fires of Liberation ist die
umfangreiche Kampagne: Nach der Wahl von Schwierigkeitsgrad und Kontrollschema geht es in den ersten Missionen auch gleich ordentlich zur Sache. Obwohl die Steuerung
sehr arcadelastig ausfiel, kommt es nur selten zu echten Dogfights mit der Bordkanone. Moderne Fighter-Jets pflügen mit Geschwindigkeiten jenseits des Schalls durch den Himmel und ohne ein elektronisches Zielsystem und HUD wäre wohl kaum ein Treffer zu erzielen. Ein Großteil des Kampfgeschehens besteht aus der selben Routine: Gegner lokaliseren, anvisieren und Abfeuern von Lenkraketen, die in bester Fire-and-Forget-Manier wenige Sekunden später ins Ziel einschlagen.
Sollte es in den teils recht langen Missionen, die nicht mehr ganz zeitgemäß ohne Savepoints auskommen müssen, einmal gar zu hektisch zugehen, so steht einem noch der treue Wingman mit Call Sign "Shamrock" zur Seite. Mit simplen Kommandos via Steuerkreuz kann dieser zu Angriffs- bzw. Verteidigungsmaßnahmen aufgefordert werden. Die Entwickler fanden abermals eine gute Balance bei der Steuerung: Die Flugzeuge in
Ace Combat 6 lassen sich sehr simpel kontrollieren, ohne jedoch komplett unrealistisch zu wirken. Dank der
15 lizenzierten Flugzeugtypen kommt auch die Abwechslung nicht zu kurz. Vor allem die Missionen mit der A-10, bei der verstärkt das Bordgeschütz genutzt wird, sorgen für Auflockerung.
Bombiger technischer Auftritt Grafisch macht
Ace Combat 6 eine
hervorragende Figur. Die Flugzeugmodelle sind extrem detailliert und wenn man nicht zu sehr auf die etwas groben Bodentexturen achtet,
» Mal wieder Rush-Hour über den Wolken. |
kommt die Arcade-Flugsimulation
fotorealistischer Optik nahe. Die Entwickler haben auch ganze Arbeit in Sachen Framerate geleistet. Die Xbox 360 kommt auch dann nie ins Stottern, wenn sich sehr viel am Himmel abspielt. Sowohl Sprachausgabe, Soundtrack als auch die zahlreichen Zwischensequenzen sind serientypisch spitze - jedoch manchmal extrem klischeehaft überzeichnet - ausgefallen.
Dank nahtloser Integration mit Xbox Live können sich
bis zu 16 Spieler online in die Lüfte erheben. Besonders spaßig: Dank
Co-op-Modus (für zwei bzw. vier Spieler) darf man in allen Missionen der Solo-Kampagne auch gemeinsam CPU-Gegner aus den Wolken pusten. Dazu gibt es auch Modi für Dogfights (alle gegen alle) sowie diverse Zusatzmissionen, in denen es gilt, Positionen zu verteidigen oder bestimmte Ziele zu zerstören. Die Online-Anbindung ist technisch vorbildlich realisiert, einzig bei den Match-Optionen setzt es Kritik: Es gibt keinen Mechanismus, um möglichst gleichwertige Spieler zusammen zu fassen. So kommt es oft vor, dass Rookies von Aces gnadenlos auf's Korn genommen werden.