Moto GP 2
Schöner, realistischer aber trotzdem leider nicht besser
Nach dem großartigen ersten Teil freute sich alle Welt auf den zweiten. Auf den ersten Blick wurden alle Erwartungen erfüllt. Die Enttäuschung kam dann erst später, als bekannt wurde, welche Bugs im Spiel versteckt waren. Viele Spiele hatten viel Zeit darin investiert, gute Zeiten zu fahren, und damit in der Rangliste relativ weit vorne zu stehen. Diese Arbeit wurde aber zu Nichte gemacht, als andere Abkürzungen fanden, mit denen man vorher nicht gerechnet hatte. Dieses Problem gab es zwar schon beim ersten Teil, allerdings glaubten alle, dass es durch Strafzeiten bei Berührung der Wiese aus der Welt geschafft sein. Leider war dem nicht so, und die Zeitverbesserung war jetzt noch extremer als in Teil eins. Leider dauerte es auch ewig, bis Climax endlich den Patch rausbrachte. Da war es dann leider schon zu spät, und Moto GP 2 wurde nicht mehr gespielt.
Die Menüs sind hier genau wie beim ersten Teil aufgebaut, schön durchdacht und übersichtlich. Die beiden zu Beginn wichtigsten Modi sind der Karriere Modus und der Stunt Modus. Im Stunt Modus geht es nicht um Stunts wie man es sich eigentlich vorstellt, sondern er ähnelt ein bisschen den beiden PGR Teilen. Man erhält Punkte für verschiedene Manöver, wie z.B. Drifts oder Überholen. Insgesamt sind hier alle 17 Strecken zu fahren. Je nach Schwierigkeitsgrad gibt es mehr Punkte auf den Zieleinlauf, also ist die Schwierigkeit, sowohl diese Stunts zu machen, als auch schnell zu sein. Wenn man aber die richtige Schwierigkeitsstufe gefunden hat, ist es doch relativ einfach, an wettbewerbsfähige Motorräder zu kommen. Man erhält nach und nach alle 22 Fahrer aus der Saison 2002 bis zu Valentino Rossi, der online am meisten eingesetzt wird, neben den selbst erstellten Bikes. Genau das, nämlich die Motorräder selber bauen, kann man im Karriere Modus. Zuerst wählt man sich ein Motorrad aus. Man hat die Wahl zwischen einigen verschiedenen Modellen, z.B. Honda und Yamaha. Außerdem müssen Name, Team, Nationalität und Nummer ausgefüllt werden. Besonders genial finde ich aber, dass das Motorrad völlig frei gestaltet werden kann. Also nicht nur Farben, sondern auch Symbole und zusätzliche Schriften können drauflackiert werden. Das kann, wie auch die Skillpunkte jeder Zeit verändert werden, so dass man sich nicht sofort entscheiden muss, wie alles sein soll. Vor allem bei den Skills ist das sehr praktisch. Diese sind nämlich diesmal schwerer zu bekommen als beim ersten Teil. Es gibt immer noch Trainingsaufgaben, die aber wesentlich schwerer geworden sind. Man kann die letzten aufgaben jetzt nicht mehr direkt am Anfang schaffen, dafür wird schon ein besseres Bike benötigt. Das schafft man nur durch Erfolge in den Rennen und durch die weiteren Herausforderungen, die auf die 17 Strecken in der Karriere verteilt sind. Auch hier ist der Anfang recht einfach und später wird`s schwierig. Für Siege bekommt man jetzt hie auch nicht mehr alle Punkte auf einmal wie im Vorgänger. Um alle Skillpunkte zu erhalten muss jetzt auch die höchste Schwierigkeitsgrad durchgespielt werden, was einige Leute zur Verzweiflung gebracht hat. Zum Glück gibt`s für die den Stuntmodus. Außerdem gibt`s noch Zeitfahren und Schnelles Rennen.
Das Gameplay
Moto GP 2 ist auf jeden Fall eine Simulation. Es gibt sogar eine Einstellungsleiste, wo man den Sumulationsanteil auswählen kann. Auf 100% können Regenrennen wirklich nur noch von absoluten Profis einigermaßen sturzfrei gefahren werden. Sobald ein Reifen das Gras berührt, landet man am Boden. Powerslides sind sowieso selbst im Trockenen nicht mehr möglich. Diese Drifts sind sowieso ein Problem in diesem Spiel. Ich finde, man hätte sie rauslassen sollen, weil man dadurch mit bestimmten Motorrädern und bestimmten Reifen große Vorteile gegenüber den anderen hat.
Die Schwierigkeit im Karriere-Modus ist am Ende vor allem wegen der rücksichtslosen KI so hoch. Es kommt oft vor, dass man vom ersten Platz gerammt wird, weil die KI einfach extrem aggressiv ist. Ich habe sowieso nicht verstanden, was alle an der KI im ersten Teil auszusetzen hatten. Die Entwickler haben sich diese Kritik wohl zu Herzen genommen und total übertrieben. Gleich geblieben ist aber der Vorteil, den man durch manuellen Schalten hat. Das sieht man schon beim Start deutlich, wo man mit manueller Schaltung den Gegnern einige Meter abnehmen kann.
Der Xbox-Live Modus ist wie schon beim Vorgänger ausgezeichnet geworden. Ohne Probleme lassen sich 16 Spieler hosten. Es kommt auch nicht mehr vor, dass Leute rückwärts fahren und andere umhauen, weil sie, wenn sich umdrehen, sofort zu Geistern werden. Die Zeiten, die online gefahren werden, werden auch zur Rangliste gezählt. Dadurch kann man sogar den Windschatten ausnutzen, um in der Bestenliste weiter nach vorne zu kommen. Geisterwettbewerbe wie in PGR 2 gibt es aber nicht.
Grafik / Sound
Die Grafik wurde nur geringfügig verbessert, was aber niemanden stört, weil der erste Teil schon brilliant aussah. Bei hohen Geschwindigkeiten setzt auch noch der sogenannte „Blurr-Effekt“ ein, bei dem die Umgebung verschwimmt. Dadurch kommt die Geschwindigkeit noch besser rüber und ausserdem sieht`s cool aus! Der Sound wurde ebenfalls kaum geändert. Weiterhin sind die Motorensounds am wichtigsten. Die Musik schaltet man am besten aus.
Shortcut
Pro:
-tolle Grafik und Sound
-großer Umfang
-sehr gute Xbox Live Unterstützung
Contra:
-Bugs
-aggressive KI
Fazit
Moto GP 2 ist eigentlich ein sehr überzeugendes Spiel, das ich Rennspielfans immer noch empfehlen kann. Abzüge gibt`s von mir vor allem wegen der Bugs, die die Ranglisten eigentlich sinnlos gemacht haben. Schade drum!