Urwitziges, taktisch anspruchsvolles Online-Geballer mit geringem Umfang und kaum Neuerungen.
Comic-Look statt RealismusLange, lange hat es gedauert, bis
Team Fortress 2 zu dem geworden ist, was wir heute spielen dürfen. Seit über zehn Jahren befindet sich der Titel in der Entwicklung. Irgendwann zwischendrin verwarf man ein fast
fertiges Konzept und fing von vorne an. Nachdem sich die Entwickler endlich auf eine Linie geeinigt hatten, stellten sie die Vielseitigkeit der Source-Engine eindrucksvoll unter Beweis.
Team Fortress 2 kommt im
schicken Comic-Look daher, welcher nicht nur durch seine farbenfrohen Umgebungen sondern vor allem durch die genial animierten Charakter-Modelle begeistert. Im Einklang mit deren besonderen Sprachsamples ergibt sich eine sehr
comiclastige und extrem witzige Atmosphäre.
Das Spielprinzip ist bekannt. Zwei Teams wetteifern auf leider nur sechs verschiedenen Karten in vier Spielmodi um den Sieg. Bis zu 16 Spieler dürfen an den actionreichen Schlachten teilnehmen, in denen es ums
Erobern der gegnerischen Flagge und das Besetzen beziehungsweise Verteidigen von Territorien geht. Leider sind die Spielmodi auf jeder der
nur sechs Karten fest vorgegeben, so dass man die Partien nicht an seine individuellen Wünsche anpassen kann. Als Entschädigung gibt es dafür annähernd perfekt designte und ausbalancierte Maps, was für faire Matches sorgt.
Gemeinsam sind wir stark!In
Team Fortress 2 ist Teamplay angesagt! Den Spielern stehen insgesamt
neun verschiedene Charakterklassen zur Verfügung, welche alle über individuelle Vor- und Nachteile verfügen. So ist der Soldier
» Viele taktische Möglichkeiten. |
mit seinem Raketenwerfer ein guter Allrounder, während der Heavy Guy auf brachiale Feuerkraft und hohe Panzerung setzt, dafür aber seine Mobilität stark einschränkt. Der Medic heilt verletzte Verbündete, der Pyro wiederum setzt Gegner mit seinem Flammenwerfer in Brand. Als Spezialist für Zerstörung zeigt sich der Demoman mit seinem Granatwerfer, während der Scout so flink unterwegs ist, dass es Feinde schwer haben, ihn überhaupt zu treffen.
Besonders interessant sind die Klassen Engineer und Spy. Ersterer baut und wartet Teleporter, Selbsschussanlagen sowie Versorgungseinheiten, an denen Verbündete Munition und Lebensenergie auffrischen. Der Spy hingegen kann sich als Gegner verkleiden und so hinter feindlichen Linien agieren. Dank seiner Backstab-Fähigkeit kann er zudem Gegner mit nur einem Schlag von hinten ausschalten. Achja, und einen Scharfschützen gibt es natürlich auch noch. Worin dieser besonders gut ist, kann sich wohl jeder selbst denken.
Und dafür habt ihr zehn Jahre gebraucht?Durch die vielen verschiedenen Charaktere und perfekt ausgetüftelten Maps geht
Team Fortress 2 weit über die üblichen Online-Ballereien hinaus und bietet echte taktische Tiefe. Gut platzierte Geschütztürme halten ganze
Feindscharen auf, während Spione stets für heilloses Chaos in den gegnerischen Reihen sorgen. Schade nur, dass man so wenige Maps beigelegt hat – mehr als sechs hätten es nach so einer langen Entwicklungszeit ruhig sein dürfen! Schade auch, dass es der VIP-Spielmodus aus dem Vorgänger nicht in den zweiten Teil geschafft hat. Hier musste ein Team den VIP gegen ein anderes Team aus Scharfschützen verteidigen.
Zudem vermisst man echte Neuerungen. Die Charakterklassen und Waffen kennt man bereits alle in der vorliegenden Form aus dem Vorgänger. Ein oder zwei neue Recken für noch mehr taktische Möglichkeiten hätten für zusätzliche Möglichkeiten und echte Neuerungen sorgen können. Zudem ist die Portierung auf die Xbox 360 nicht ganz perfekt geglückt. So kommt es in den actiongeladenen Matches bei zu viel Geballer hin und wieder zu erheblichen Rucklern. Der Netzcode hingegen schlägt sich gut und bietet – guten Server vorrausgesetzt – lagfreie Sessions.