Technisch schwache Motorrad-Simulation, die nur für erfahrene Videospieler geeignet ist.
Road to 07 Viele Menschen giert es im Sommer, wenn die Sonne strahlt, nach einem PS-Rausch mit dem Motorrad in der freien Natur. Doch nicht jeder besitzt die notwendige Fahrerlaubnis oder gar das nötige Kleingeld für
» Die Strecken wirken detailarm. |
eine Maschine. Als Alternative bietet
Capcom MotoGP 07 an, um sich auf den bekanntesten Rennstrecken der Welt mit den stärksten Maschinen dem Geschwindigkeitsrausch hinzugeben und die besten Fahrer der Welt das Fürchten zu lehren.
Der Spieler erhält die Möglichkeit, eine ganze WM zu bestreiten und dabei jedes Rennwochenende in vollen Zügen – Freies Training, Qualifikation und Rennen – zu genießen. Doch bevor man sich ins Abenteuer stürzt gilt es zuerst das
Lernprogramm zu bestreiten. Denn
MotoGP 07 bietet eine ausgefeilte Fahrphysik, die einiger Übung bedarf. Damit aber auch Anfänger ihren Spaß am Spiel haben, integrierten die Entwickler
drei verschiedene Fahrstile. Im
Arcade-Modus sind alle Fahrhilfen aktiviert und die CPU unterstützt einen tatkräftig, wodurch erste Erfolgerlebnisse nicht lange auf sich warten lassen. Anders sieht es im schwierigsten Stil – der
Simulation – aus. In diesem
teuflisch schwierigen Modus werden sich selbst die besten Spieler ihre Zähne ausbeißen und Tage brauchen, um nur halbwegs unfallfrei ein Rennen zu absolvieren.
Teuflisch schwer Neben den drei verschiedenen Fahrstilen haben auch die
vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen extremen Einfluss auf das Spielvergnügen. Auf „Leicht“ sind die CPU-Fahrer äußerst gnädig
» Das Fahrstil entscheidet über Sieg oder Niederlage. |
und geben niemals Vollgas. Selbst mehrmalige Ausflüge ins Kiesbett können einen Podestplatz nicht gefährden. Bei „Mittel“ werden Fortgeschrittene allerdings richtig gefordert und müssen ihre Maschine geschickt in die Kurven legen, um eine Chance gegen die Gegner zu haben. Dank der Gummiband-KI sind nach einiger Übung jedoch Erfolge möglich. Auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden besteht selbst für wahre Joypad-Jongleure nur eine geringe Aussicht auf Erfolg.
Der Umfang von
MotoGP 07 ist leider sehr gering ausgefallen. Das Hauptaugenmerk der Entwickler lag eindeutig auf dem
WM-Modus, in dem es 18 Rennen auf bekannten Kursen zu absolvieren gilt. Natürlich beinhaltet jedes Rennwochenende alle dazu gehörigen Events wie
Freies Trainig und
Qualifikation, wobei sich diese auf Wunsch überspringen lassen. Nach Bewältigung der Weltmeisterschaft lockt die
Challenge gelegentlich vor den Bildschirm. In diesem Modus steht das Erfüllen verschiedenster Aufgaben an der Tagesordnung. Um alle Missionen erfolgreich abzuschließen bedarf es jedoch einer Engelsgeduld, da auch hier der hohe Schwierigkeitsgrad deutlich zur Geltung kommt.
Trostloses flimmern Fans ausgiebiger Mehrspielerduelle werden von
MotoGP 07 enttäuscht sein. So offeriert das Game lediglich einen
Splitscreen-Modus, der nur kurzweilig für Vergnügen sorgt. Online-Gefechte
» Auch bei Regen gilt es Vollgas zu geben. |
werden Anhänger des Sports vergeblich suchen, dadurch verliert das Spiel enorm an Motivation. Aber nicht nur der magere Mehrspielermodus trübt den Spaß merklich, sondern auch das Fehlen der 125cc- und 250cc-Maschinen. Im Vorgänger waren diese noch vorhanden, warum diese ersatzlos gestrichen wurden bleibt leider unklar.
Dafür kann
MotoGP 07 mit seiner
ausgefeilten Fahrphysik und einem
guten Geschwindigkeitsgefühl punkten. Auch die Fahrer und Bikes wissen mit ihrer detailgetreuen Darstellung zu überzeugen. Bis auf gelegentliche Slow-Downs läuft das Spiel selbst bei allen 21 Fahrern auf dem Bildschirm völlig flüssig. Allerdings wurde dies durch
extremes Kantenflimmern und unglaublich
detailarme Streckenumgebungen erkauft. Aufgrund der sehr kargen Schauplätze kommt, trotz des Geschwindigkeitsrausches, nie Rennatmosphäre auf. Außerdem taucht bei jedem Auswahlbildschirm ein
Ladescreen auf, der sich jedes Mal
zehn bis zwanzig Sekunden hinzieht und das Spiel jeglicher Dynamik beraubt. Auch beim Sound haben die Entwickler sich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Motorengeräusche sind zwar solide gelungen, hätten aber kräftiger ausfallen können, wodurch weiteres Flair verloren geht.