Sehr gelungene, düstere Brutalo-Action mit coolem Schwert-Feature.
Es war einmal in Russland ...In
Dark Sector verschlägt es den Spieler ins Russland der 80er-Jahre. Allerdings hat das Land im Spiel wenig mit dem realen Russland dieser Zeit zu tun. Hier macht eine
geheimnisvolle Seuche nämlich aus
» Der Tod lauert um die Ecke ... |
Menschen abartige Monster. Die Ursache dafür ist unklar. Handelt es sich hier etwa um eine neue biologische Waffe der kommunistischen Weltmacht? Alleine diese mögliche Vermutung lässt die Amerikaner einen Agenten schicken, der die Sache genauer unter die Lupe nehmen soll. Selbstverständlich übernimmt ab hier der Spieler die Geschicke des Elitesoldaten, um hinter das Geheimnis der Seuche zu kommen.
Dabei kommt es natürlich, wie es kommen muss. Bereits nach dem ersten von insgesamt zehn Kapiteln fällt auch der Protagonist der Seuche zu Opfer. Doch statt wie die anderen Opfer grausam zu mutieren, erhält er übermenschliche Fähigkeiten, welche perfekt gegen die
umherstreunenden Monster und etlichen russischen Soldaten einsetzbar sind. Doch warum hat die Seuche ausgerechnet auf ihn einen eher positiven Effekt? Diese und andere Fragen werden im Verlauf des Games hauptsächlich in Ingame-Zwischensequenzen aufgeklärt. Die Geschichte selbst entpuppt sich nach einem spannenden Auftakt allerdings als
typische 08/15-Story ohne große Überraschungen und Einfälle. Auch der Inszenierung fehlt es an dramatischen Momenten und wirklich gut gemachten Sequenzen.
Bluttriefendes GameplayDeutlich besser hingegen das Gameplay: Aus der Schulter-Perspektive steuert man den Charakter durch strikt lineare Levels und liefert sich nervenaufreibende Gefechte mit allerlei Mutanten, Maschinen und russischen Soldaten.
» In Dark Sector geht es düster zu. |
Dazu stehen einem
neben konventionellen Waffen wie Sturmgewehren, Schrotflinten, Pistolen und Granaten vor allem
die übermenschlichen Kräfte des Protagonisten hilfreich zur Seite. An zwei Stellen im Spiel sitzt man sogar hinter dem Steuer schwer bewaffneter Kampfroboter und heizt den Feinden mit Minigun und Kanone ein.
Der eigentliche Star der Show ist allerdings das
Wurfschwert, welches sowohl im Nah- wie auch im Fernkampf effektive Dienste leistet. Dieses kann nicht nur einfach auf Gegner geschleudert, sondern in Zeitlupe gezielt navigiert werden. Dadurch lassen sich nicht nur Arme, Beine und Köpfe abtrennen, sondern auch mehrere Feinde gleichzeitig erwischen. Durch gutes Timing beim Werfen gelingen dem Helden besonders kraftvolle Würfe, die Feinde auch schon einmal in der Mitte durchtrennen. Herumliegende Waffen können übrigens ebenfalls per Schwertwurf eingesackt werden. Perfekt ergänzt wird der Schwerkampf durch
zahlreiche Fähigkeiten, die der Protagonist im Spielverlauf erlernt. So kann man sich beispielsweise unsichtbar machen oder einen Energieschild erschaffen.
Viel Action gekonnt aufgelockertDie Steuerung geht dabei für einen Third-Person-Shooter typisch von der Hand und bedient weitestgehend Standards. So rennt man von Deckung zu Deckung, versteckt sich dahinter auf Knopfdruck und lehnt sich mittels
Analogstick hervor, um Feinde erst aufs Korn und anschließend unter Beschuss zu nehmen. Im Nahkampf hingegen regieren
wildes Button-Mashing und kleinere Trigger-Events, die aber selten über das schnelle Drücken eines Buttons im richtigen Moment hinausgehen. Angeschlagene Feinde können darüber hinaus auf Knopfdruck in eindrucksvoll inszenierten Sequenzen hingerichtet werden.
Damit das sehr actionbetonte Gameplay nicht langweilig wird, haben die Designer jede Menge verschiedene,
solide agierende Gegnertypen inklusive
toller Bossfights ins Spiel integriert. Außerdem stößt man im Spielverlauf immer wieder auf gute, aber nie zu schwere Rätseleinlagen, welche das Gesamterlebnis gekonnt auflockern. Unterschiedliche, schön gestaltete Settings sorgen darüber hinaus für eine entsprechende optische Abwechslung.
Schicke Düster-OptikAbseits wilder Ballereien gibt es in den Levels auch versteckte Munitions- und
Waffenupgrades sowie Geldreserven zu entdecken. Letztere beide sind im über Kanaldeckel erreichbaren Schwarzmarkt gegen neue Waffen
einzutauschen, beziehungsweise zur Verbesserung vorhandener Ballermänner einsetzbar. Übrigens kann nur so erstandenes Kriegswerkzeug dauerhaft benutzt werden. Von Feinden erlangte Schießeisen lösen sich dank Genetik-Sperre nach rund einer halben Minute in Luft auf.
Technisch gibt es ebenfalls keinen Grund zum Klagen.
Grafisch spielt Dark Sektor in der Oberklasse und überzeugt durch detaillierte Umgebungen, gute Animationen sowie einen sehr sauberen Look ohne Slowdowns, Tearing oder Popups. Darüber hinaus erzeugt die sehr gelungene künstlerische Gestaltung des Titels für eine entsprechend gruselig-düstere Atmosphäre. Akustisch wird abseits solider Soundeffekte und düsterer Hintergrundmusik noch eine gute deutsche Lokalisierung geboten. Neben der rund
acht bis zehn Stunden umfassenden Solo-Kampagne hält der Titel noch einen Mehrspieler-Modus bereit, in dem mit bis zu neun anderen Spielern oder Bots gegen- und miteinander gezockt werden darf. Hier bietet
Dark Sector allerdings nur unspektakuläre Standardkost geboten.