Ordentlicher Mix aus Action-Adventure und Beat'em Up, der allerdings in kaum einem Punkt wirklich überzeugt.
Durch Cel-Shading zum Leben erwecktLizenzversoftungen gehören nach wie vor zu den wichtigsten Einnahmequellen der Publisher. Auch Ubisoft macht hier keine Ausnahme und bringt mit
Naruto: Rise of a Ninja ein Spiel zu einer der angesagtesten Anime-Serien
» Heiße Fights sind nicht alles im Game. |
auf den den Markt. Was zunächst wie ein gewöhnliches Beat'em Up anmutet, entpuppt sich schnell als
vollwertiges Action-Adventure inklusive frei begehbarer Welt, zahlreichen Haupt- und Nebenquests sowie einer durchgehenden Storyline. Diese behandelt die ersten 88 Folgen des Animes, so dass sie Kennern der Serie bekannt sein wird.
Um die Geschichte zu erzählen haben die Entwickler aus Ubisofts renommierten Montreal-Studios auf zahlreiche und teils sehr lange Ausschnitte direkt aus den Animes zurückgegriffen. Im Einklang mit der
detaillierten, farbenfrohen Cel-Shading-Optik kommt echtes
Naruto-Feeling auf, welches alle Fans begeistern dürfte. Vertieft wird das Ganze noch durch die original englischen Synchronsprecher, bekannte Musik sowie gute Soundeffekte. Doch auch Nicht-Kenner der Serie können Spaß mit dem Titel haben;
Naruto zeigt nämlich, wie man ein Beat'em Up auch für Solisten interessant gestalten kann.
Prügel-AdventureStatt den Spieler in typischen Arcade-Modi gegen eine Reihe Gegner antreten zu lassen, bewegt man sich in
Naruto: Rise of a Ninja durch eine
lebendige Welt mit zahlreichen NPCs. Als Vorbild
» Die Special Moves sind toll inszeniert. |
diente hier wohl der Konquest-Part aus jüngsten
Mortal Kombat-Titeln, allerdings ist der Story-Modus in Naruto nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern essenzieller Bestandteil. Natürlich lenkt man hier die Geschicke des jungen Ninja
Naruto, der mit aller Kraft versucht, der beste Kämpfer aller Zeiten zu werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, auf dem zahlreiche Aufgaben auf den blonden Sprößling warten.
Diese erhält man vorwiegend von seinen Vorgesetzten aber auch den Dorfbewohnern. Wichtige, für die Story-Line relevante Aufgaben sind auf einer
praktischen Übersichtskarte speziell markiert, so dass man nie den Durchblick verliert, wo es denn eigentlich weiter geht. Hinzu gesellen sich Spezialaufgaben für einzelne Dorfbewohner sowie zahlreiche Mini-Games. Sowohl die Haupt- als auch die optionalen Aufgaben decken ein breites Spektrum an Tätigkeiten ab. So haben es Checkpoint-Races, Kletter- und Jump'n'Run-Einlagen, ein Versteckspiel, Suchaufgaben und natürlich jede Menge Kämpfe ins Spiel geschafft. Als Belohnung winken Münzen, Geld und Erfahrungspunkte, wodurch sich Fertigkeiten und Ausrüstung verbessern lassen.
Enttäuschendes KampfsystemFür die zahlreichen Kämpfe während des Spielverlaufs gibt es wie in den meisten Japano-Rollenspielen einen
eigenen Bildschirm. Dieser zeigt das Geschehen nicht aus der Third-Person-Perspektive, die beim
» Naruto ist ein vollwertiges Action-Adventure. |
Umherlaufen genutzt wird, sondern aus einer klassisch-seitlichen Beat'em Up-Ansicht. Das gebotene
Kampfsystem enttäuscht allerdings und liefert nur wenig Tiefgang. Zwar bietet der Titel zahlreiche Moves und Kombos, allerdings spielt sich das Ganze viel zu träge und lässt nur wenig Raum für taktische Fights.
Zudem nerven
überlange Animationen für die Special Moves, welche mittels linkem Trigger + Richtungskombinationen auf beiden Analogsticks ausgelöst werden. Diese reißen den Spieler ständig aus dem Kampfverlauf heraus und ringen ihm zudem noch simple Minispiele ab, um entweder den Feind richtig zu treffen oder dessen Attacken auszuweichen. Was beim ersten und vielleicht auch zweiten und dritten Mal ganz cool wirken mag, verliert leider all zu schnell seinen Reiz und nagt zunehmend am Geduldkostüm des Spielers.
Von allem etwas aber nichts richtigAuch im restlichen Gamedesign lässt
Naruto: Rise of a Ninja viel Raum für Kritik. So ist die Steuerung in den Jump'n'Run-Passagen zu hakelig und ungenau. Außerdem sind diese als viel zu unspektakulär und simpel.
» Naruto will hoch hinaus. |
Auch das Missionsdesign zeigt sich äußerst uninspiriert und langweilig. Die Motivation X Münzen, verlorene Handtaschen oder eine bestimmte Anzahl Pflanzen für bestimmte NPCs zu sammeln lässt schnell nach. Hinzu kommen sich ständig wiederholende Baumhüpf-Passagen, welche durch ihre Hektik nerven. Somit bietet
Naruto: Rise of a Ninja zwar viel Abwechslung, weiß allerdings in keinem der Bereiche wirklich zu überzeugen.
Auch der
Umfang ist anzukreiden. So ist die Hauptstory-Line viel zu schnell beendet. Wer sich alleine auf diese konzentriert ist in rund sechs Stunden am Ende angelangt.
Naruto-Fans werden sich darüber hinaus allerdings viele Stunden mit dem Versus-Modus begnügen können, in dem man gegen die CPU oder einen menschlichen Kontrahenten antreten kann. Das funktioniert sowohl lokal an einer Konsole wie auch online über Xbox Live.