Hände weg: Katastrophale Portierung eines angegrauten Adventure-Klassikers.
Hall of Fame?Der Erfolg von
Myst ist untrennbar mit dem Siegeszug der CD-Rom als Datenträger verbunden. Die Adventure-Serie nahm ihren Ursprung bereits 1993 auf PC und Macintosh und zog dank der phänomenalen Verkaufsergebnisse eine ganze Reihe
» Die Presse-Screens schauen besser aus als der Titel selbst. |
von Nachfolgern und Spinoffs nach sich.
Midway spendiert DS-Besitzern nun eine Konvertierung des Erstlingswerks, was angesichts der Adventure-Tauglichkeit von Nintendos portabler Konsole nach einer wirklich guten Idee klingt.
Die Ernüchterung folgt aber spätestens im Hauptmenü von
Myst. Bereits hier werdet ihr mit gar
grauenhaften Übersetzungsfehlern konfrontiert, was die Euphorie ob des Klassikers bereits einbremst. Erstmal mit dem Spiel selbst begonnen, nimmt der Schrecken dann seinen Lauf. Wie im Original klickt ihr euch durch Standbilder und versucht mit gefundenen Hinweisen die unzähligen Schalterrätsel auf der einsamen Insel zu bewältigen. Was jedoch seinerzeit durch seine grafische Opulenz zu überzeugen wusste, gerät auf dem DS zur
augenfeindlichen Pixelwüste. Briefe mit wichtigen Ratschlägen sind auch mit der integrierten Lupenfunktion nur schwer zu entziffern.
Hall of Shame! Auch Schalter und Hebel treten optisch kaum aus dem Hintergrund hervor, wodurch die Suche manchmal zur Qual gerät. Das Tüpfelchen auf dem i bildet die
ungenaue Touchscreen-Abfrage, die eine Betätigung der Mechanismen oftmals
» Inselromantik in den Wipfeln. |
erst durch offensichtliches Danebenklicken anerkennt. Um die vielen Hinweise zu vermerken, stehen euch Kamera und Schreibmaschine zur Verfügung. Mit ersterer dürft ihr jedoch stets nur ein Bild speichern, während zweitere durch die winzigen Tasten alles andere als komfortabel ausfällt. Freie Handschrifteingabe anyone?
Leider Gottes zieht diese Portierung keinerlei Nutzen aus den Fähigkeiten des DS. Titel wie
Another Code: Two Memories zeigen schon seit langem vor, wie’s geht. Im Gegenteil tritt viel zu oft der Eindruck zu Tage, dass mit der schnellen Umsetzung eines ruhmreichen Klassikers Geld in die Kassen gespült werden soll. Gelegentliche Freezes, Grafikfehler und als trauriger Höhepunkt eine Übersichtskarte, bei welcher der Mauscursor der Computerfassung mit gecaptured wurde, stellen ein trauriges Mahnmal katastrophaler Konvertierungen dar.