Gewohnt geniale Action-Jump'n'Run-Kost aus dem Hause Insomniac.
Next-Gen-PioniereWas für Nintendo
Mario und für Sega
Sonic ist, war bei Sony nie klar definiert. Auf PlayStation-Systemen gab es bereits etliche Jump'n'Run-Helden, die auf lang laufende Serien zurückblicken können. Sei es die wahnsinnige Beutelratte
Crash, der knuffige Drache
Spyro, das Heldengespann
Jak & Daxter oder eben die beiden Weltraumbewohner
Ratchet & Clank. Während
Crash und
Spyro längst unter der Flagge eines anderen Publishers ihren Dienst verrichten und bisher kein neues
Jak & Daxter-Spiel für die PS3 angekündigt ist, haben
Ratchet & Clank den Sprung in die Next-Gen bereits geschafft.
Ratchet & Clank: Tools of Destruction lautet der neueste Streich von Entwickler Insomniac, die ein Jahr nach Veröffentlichung der PlayStation 3 nach
Resistance: Fall of Man hier schon ihr zweites Spiel abliefern. Wieder einmal verschlägt es das ungleiche Heldenduo bestehend aus
Ratchet dem Lombax
Clank dem Roboter auf zahlreiche Planeten, um einer interstellaren Bedrohung Herr zu werden: Der böse Imperator
Parcival will die
Galaxis mit einer feindseeligen Spezies überschwemmen. Höchste Zeit also, dem Einhalt zu gebieten.
Auf den Spuren von PixarDie Story ist dabei serientypisch natürlich nur Mittel zum Zweck und das Spiel lebt viel mehr von ihrer
großartigen Inszenierung und dem guten Humor, als durch echte Spannung. Dafür sorgen wie schon in den
Vorgängern schräge Charaktere und witzige Dialoge. Um das Ganze in Szene zu setzen bedient man sich der bereits aus
Resistance: Fall of Man bekannten Grafik-Engine. Wer hier nun allerdings einen düsteren Grau-in-Grau-Look befürchtet, sei beruhigt.
Ratchet & Clank: Tools of Destruction macht mit seinen zahllosen witzigen Details, den perfekten Animationen und knallbunten Farben
jedem Pixar-Film alle Ehre.
Hinzu kommt ein sehr sauberer Look. Übliche Problemchen dieser Generation wie Tearing, Popups und Ruckler muss man mit der Lupe suchen. Die Akustik trägt ebenfalls ihren Teil zum überragenden Technik-Gesamtbild bei. Orchestrale Musik, satte Effekte und professionelle deutsche Sprecher erfreuen das Ohr. Wie fast alle PS3-Spiele von Sony ist auch
Ratchet & Clank: Tools of Destruction multilingual, so dass man alternativ aus anderen Sprachen wählen darf.
Baller'n'Run die SechsteSpielerisch hält sich Insomniacs neuester Streich dicht an die Teile 1, 2 & 3 sowie den PSP-Ableger. Aus der Third-Person-Perspektive steuert man das ungleiche Heldenpaar durch
knapp 20 große Levels und erwehrt
» Auf den Schienen muss man Gegnern ausweichen. |
sich
Parcivals finsteren Untertanen. Ein Gros der Spielzeit steuert man dabei den Lombax, welcher allerdings Unterstützung durch seinen auf den Rücken gebundenen Roboter-Freund
Clank bekommt. Dieser kann beispielsweise seine Arme zu Propellern ausklappen, die anschließend als Gleitschirm und Unterwasserantrieb fungieren, was sich in den
sehr gut designten Plattform-Passagen des Titels als äußerst nützlich erweist.
Doch Vorsicht: Jump'n'Run-Fanatiker sollten im Hinterkopf behalten, dass
Ratchet & Clank: Tools of Destruction den Fokus abermals stark auf Action legt. Plattform-Elemente sind zwar reichlich enthalten, im Vordergrund stehen aber nach wie vor
wildeste Ballereien gegen zahlreiche abgedrehte Gegnertypen wie
Parcivals Handlanger, grimmige Weltraumpiraten, riesige Kampfroboter, galaktische Monster und wild gewordene T-Rex-Ableger. Aufgelockert wird das Ganze zudem durch zahlreiche Minispiel-Einlagen, in denen nicht selten die Bewegungssensoren des Sixaxis zum Einsatz kommen – optional lässt sich dieses Feature aber auch ausschalten. So muss
Ratchet beispielsweise im freien Fall an Geschossen vorbeigelenkt oder ein Piraten-Tanz aufgeführt werden. Auch eine
Arena mit zahlreichen Herausforderung gibt es wieder genauso wie
opulente Boss-Fights.
Ich brauche Waffen, VIELE WaffenEin Spiel das sich hauptsächlich ums Kämpfen dreht, braucht natürlich vor allem eines: Waffen! Eine Stärke der
Ratchet-Games war immer das breite Arsenal an Feuerpower, welches auch im neuesten Ableger
» Sogar ein Piratenkostüm gibt es zu finden. |
dem Untertitel
Tools of Destruction alle Ehre macht. Angefangen beim einfachen Schraubenschlüssel für den Nahkampf geht es über den Blaster und Granaten bis hin zu vernichtenden Alpha-Kanonen und Wirbelsturm-Werfern. Insgesamt stehen
Ratchet 15 Ballermänner zur Verfügung, welche sich je nach Situation auch taktisch klug einsetzen lassen. So eignen sich werfbare Schleimmonster perfekt um feindliche Stellungen einzunehmen, während platzierbare Geschütztürme auch größere Horden Feinde zurückhalten.
Sämtliche Waffen lassen sich auf zwei Arten aufleveln. Zum Einen steigen die Waffenstufen automatisch durch besiegte Gegner, während es zum Anderen ein neues, seltenes Material namens Raritanium gibt. Dieses ist – wie der Name bereits andeutet – gut in den Levels versteckt und ermöglicht das
Aufleveln der einzelnen Waffen über eine Art Skillbrett wie man es aus
Final Fantasy 12 kennt. So werden beispielsweise Reichweite, Durchschlagskraft und Magazingröße der Waffen verbessert.
Breites Waffen- und WerkzeugarenalNeben den Standardwaffen stehen Lombax Ratchet noch Spezialwerkzeuge zur Verfügung. Darunter fallen witzige Erfindungen wie eine Disko-Kugel, die alle Gegner zum Tanzen bringt oder ein Morphgerät, welches
Feinde im Wirkungsbereich in Pinguine verwandelt. Diese Geräte, sowie auch neue Waffen und Rüstungen, lassen sich bei entsprechenden Händlern erwerben, welche überall in den Levels verteilt sind.
Als Währung dienen Bolts, kleine Schrauben, welche man durch das Töten von Feinden oder zerstören von Kisten erhält. Auch in der Arena winken Belohnungen in Form von Bolts.
Abseits der Action auf den Planetenoberflächen verschlägt es das Helden-Duo des Öfteren auch in
Weltraum-Gefechte. Hier fliegt man auf fest vorgegebenen Bahnen, weicht feindlichem Beschuss und Hindernissen aus und nimmt Gegner unter Feuer. Schade, dass man ausgerechnet in diesen Abschnitten bei der ansonsten so
tadellos funktionierenden Bedienung gepatzt hat. So lässt sich die Y-Achse nicht invertieren, was bei einigen Spielern zu Koordinations-Problemen führen dürfte. Die Spieldauer für das erste Durchspielen beträgt rund
zehn bis zwölf Stunden. Geheimnisse und ein Herausforderungsmodus mit Superwaffen sorgen für einen hohen Wiederspielwert. Einen Mehrspieler-Modus gibt es dieses Mal allerdings nicht.