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Ratchet & Clank: Tools of Destruction  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 07.12.2007
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Gewohnt geniale Action-Jump'n'Run-Kost aus dem Hause Insomniac.

Next-Gen-Pioniere
Was für Nintendo Mario und für Sega Sonic ist, war bei Sony nie klar definiert. Auf PlayStation-Systemen gab es bereits etliche Jump'n'Run-Helden, die auf lang laufende Serien zurückblicken können. Sei es die wahnsinnige Beutelratte Crash, der knuffige Drache Spyro, das Heldengespann Jak & Daxter oder eben die beiden Weltraumbewohner Ratchet & Clank. Während Crash und Spyro längst unter der Flagge eines anderen Publishers ihren Dienst verrichten und bisher kein neues Jak & Daxter-Spiel für die PS3 angekündigt ist, haben Ratchet & Clank den Sprung in die Next-Gen bereits geschafft.

Ratchet & Clank: Tools of Destruction lautet der neueste Streich von Entwickler Insomniac, die ein Jahr nach Veröffentlichung der PlayStation 3 nach Resistance: Fall of Man hier schon ihr zweites Spiel abliefern. Wieder einmal verschlägt es das ungleiche Heldenduo bestehend aus Ratchet dem Lombax Clank dem Roboter auf zahlreiche Planeten, um einer interstellaren Bedrohung Herr zu werden: Der böse Imperator Parcival will die Galaxis mit einer feindseeligen Spezies überschwemmen. Höchste Zeit also, dem Einhalt zu gebieten.

Auf den Spuren von Pixar
Die Story ist dabei serientypisch natürlich nur Mittel zum Zweck und das Spiel lebt viel mehr von ihrer großartigen Inszenierung und dem guten Humor, als durch echte Spannung. Dafür sorgen wie schon in den
» Party Time!
Vorgängern schräge Charaktere und witzige Dialoge. Um das Ganze in Szene zu setzen bedient man sich der bereits aus Resistance: Fall of Man bekannten Grafik-Engine. Wer hier nun allerdings einen düsteren Grau-in-Grau-Look befürchtet, sei beruhigt. Ratchet & Clank: Tools of Destruction macht mit seinen zahllosen witzigen Details, den perfekten Animationen und knallbunten Farben jedem Pixar-Film alle Ehre.

Hinzu kommt ein sehr sauberer Look. Übliche Problemchen dieser Generation wie Tearing, Popups und Ruckler muss man mit der Lupe suchen. Die Akustik trägt ebenfalls ihren Teil zum überragenden Technik-Gesamtbild bei. Orchestrale Musik, satte Effekte und professionelle deutsche Sprecher erfreuen das Ohr. Wie fast alle PS3-Spiele von Sony ist auch Ratchet & Clank: Tools of Destruction multilingual, so dass man alternativ aus anderen Sprachen wählen darf.

Baller'n'Run die Sechste
Spielerisch hält sich Insomniacs neuester Streich dicht an die Teile 1, 2 & 3 sowie den PSP-Ableger. Aus der Third-Person-Perspektive steuert man das ungleiche Heldenpaar durch knapp 20 große Levels und erwehrt
» Auf den Schienen muss man Gegnern ausweichen.
sich Parcivals finsteren Untertanen. Ein Gros der Spielzeit steuert man dabei den Lombax, welcher allerdings Unterstützung durch seinen auf den Rücken gebundenen Roboter-Freund Clank bekommt. Dieser kann beispielsweise seine Arme zu Propellern ausklappen, die anschließend als Gleitschirm und Unterwasserantrieb fungieren, was sich in den sehr gut designten Plattform-Passagen des Titels als äußerst nützlich erweist.

Doch Vorsicht: Jump'n'Run-Fanatiker sollten im Hinterkopf behalten, dass Ratchet & Clank: Tools of Destruction den Fokus abermals stark auf Action legt. Plattform-Elemente sind zwar reichlich enthalten, im Vordergrund stehen aber nach wie vor wildeste Ballereien gegen zahlreiche abgedrehte Gegnertypen wie Parcivals Handlanger, grimmige Weltraumpiraten, riesige Kampfroboter, galaktische Monster und wild gewordene T-Rex-Ableger. Aufgelockert wird das Ganze zudem durch zahlreiche Minispiel-Einlagen, in denen nicht selten die Bewegungssensoren des Sixaxis zum Einsatz kommen – optional lässt sich dieses Feature aber auch ausschalten. So muss Ratchet beispielsweise im freien Fall an Geschossen vorbeigelenkt oder ein Piraten-Tanz aufgeführt werden. Auch eine Arena mit zahlreichen Herausforderung gibt es wieder genauso wie opulente Boss-Fights.

Ich brauche Waffen, VIELE Waffen
Ein Spiel das sich hauptsächlich ums Kämpfen dreht, braucht natürlich vor allem eines: Waffen! Eine Stärke der Ratchet-Games war immer das breite Arsenal an Feuerpower, welches auch im neuesten Ableger
» Sogar ein Piratenkostüm gibt es zu finden.
dem Untertitel Tools of Destruction alle Ehre macht. Angefangen beim einfachen Schraubenschlüssel für den Nahkampf geht es über den Blaster und Granaten bis hin zu vernichtenden Alpha-Kanonen und Wirbelsturm-Werfern. Insgesamt stehen Ratchet 15 Ballermänner zur Verfügung, welche sich je nach Situation auch taktisch klug einsetzen lassen. So eignen sich werfbare Schleimmonster perfekt um feindliche Stellungen einzunehmen, während platzierbare Geschütztürme auch größere Horden Feinde zurückhalten.

Sämtliche Waffen lassen sich auf zwei Arten aufleveln. Zum Einen steigen die Waffenstufen automatisch durch besiegte Gegner, während es zum Anderen ein neues, seltenes Material namens Raritanium gibt. Dieses ist – wie der Name bereits andeutet – gut in den Levels versteckt und ermöglicht das Aufleveln der einzelnen Waffen über eine Art Skillbrett wie man es aus Final Fantasy 12 kennt. So werden beispielsweise Reichweite, Durchschlagskraft und Magazingröße der Waffen verbessert.

Breites Waffen- und Werkzeugarenal
Neben den Standardwaffen stehen Lombax Ratchet noch Spezialwerkzeuge zur Verfügung. Darunter fallen witzige Erfindungen wie eine Disko-Kugel, die alle Gegner zum Tanzen bringt oder ein Morphgerät, welches
» Die Grafik begeistert.
Feinde im Wirkungsbereich in Pinguine verwandelt. Diese Geräte, sowie auch neue Waffen und Rüstungen, lassen sich bei entsprechenden Händlern erwerben, welche überall in den Levels verteilt sind. Als Währung dienen Bolts, kleine Schrauben, welche man durch das Töten von Feinden oder zerstören von Kisten erhält. Auch in der Arena winken Belohnungen in Form von Bolts.

Abseits der Action auf den Planetenoberflächen verschlägt es das Helden-Duo des Öfteren auch in Weltraum-Gefechte. Hier fliegt man auf fest vorgegebenen Bahnen, weicht feindlichem Beschuss und Hindernissen aus und nimmt Gegner unter Feuer. Schade, dass man ausgerechnet in diesen Abschnitten bei der ansonsten so tadellos funktionierenden Bedienung gepatzt hat. So lässt sich die Y-Achse nicht invertieren, was bei einigen Spielern zu Koordinations-Problemen führen dürfte. Die Spieldauer für das erste Durchspielen beträgt rund zehn bis zwölf Stunden. Geheimnisse und ein Herausforderungsmodus mit Superwaffen sorgen für einen hohen Wiederspielwert. Einen Mehrspieler-Modus gibt es dieses Mal allerdings nicht.
Pro
Nach wie vor geniales Gameplay
Extrem abwechslungsreich
Prächtige Optik und Akustik
Toll inszenierte Story
Etliche aufrüstbare, abgedrehte Waffen
Solider Umfang und hoher Wiederspielwert
Schräge Charaktere
Gute Einbindung des Sixaxis
Contra
Y-Achse in Weltraumpassagen nicht umkehrbar
Zu seltene Checkpoints
Story an sich wieder recht belanglos
Fazit
Der Generations-Sprung ist Ratchet & Clank, wie wohl auch nicht anders zu erwarten, ganz hervorragend gelungen. Nach dem für viele Fans eher enttäuschenden Ratchet: Gladiator auf der PlayStation 2 findet Insomniac hier zu alter Stärke. Die Balance zwischen wildem Geballer, gelungenen Jump'n'Run-Einlagen und abwechslungreichen, witzigen Minispielen ist abermals gegeben, auch wenn der Fokus wie bereits in den ersten drei Teilen auf der Action liegt. Die Minispiele beweisen gleichzeitig, dass man die Bewegungssensoren des Sixaxis-Controllers auch sinnvoll einsetzen kann, ohne dem Spieler etwas aufzuzwingen – schöne Grüße an Lair! Die tolle Spielbarkeit, der hohe Abwechslungsreichtum, das motivierende Aufleveln der Waffen, der solide Umfang mit seinem hohen Wiederspielwert und die geniale audiovisuelle Gestaltung machen Ratchet & Clank: Tools of Destruction zu einem der derzeit besten PlayStation 3-Spiele. Jeder, der auch nur annähernd was mit ballerlastigen Jump'n'Runs anfangen kann und ganz nebenbei die technischen Fähigkeiten seiner PS3 bewundern möchte, sollte sich dieses Highlight also nicht entgehen lassen.