Gurken-Alarm! Trashige Comic-Versoftung, vor der selbst eingefleischte Fans der Vorlage Abstand nehmen sollten.
Drei Engel für Jerry Videospielauftritte von weiblichen Agententrios versetzen die Zockerwelt spätestens seit
3 Engel für Charlie: Volle Power in Angst und Schrecken. Publisher
Ubisoft möchte diesem Vorurteil Abhilfe verschaffen und schickt
» Ansprechende Standbilder treiben die Handlung voran. |
mit
Totally Spies! 3: Secret Agents die drei kessen Geheimagentinnen Sam, Clover und Alex auf ein neues DS-Abenteuer. Das zugrunde liegende Spielprinzip ist schnell erklärt: In den insgesamt fünf Missionen gilt es der Gegnerschar die Seele aus dem Leib zu prügeln. Auf dem oberen Bildschirm wird das eigentliche Geschehen wieder gegeben, während der Touchscreen dazu dient, zwischen den Protagonistinnen zu wechseln und deren Gadgets zu verwenden.
Die Steuerung verdient unter all den Features des Titels dabei noch am ehesten das Prädikat erwähnenswert. Mit dem Digikreuz lasst ihr die Agentin laufen und springen, während die Kämpfe gänzlich auf den Touchscreen zurückgreifen. Ähnlich wie bei
Elite Beat Agents müssen nummerierte Kreise in der richtigen Reihenfolge berührt oder durchgestrichen werden. Anders als beim kultigen Musiktitel spielt Taktgefühl allerdings keine Rolle, wodurch vom Reiz der Vorlage nur wenig übrig bleibt.
Mass Defect Dieses Kampfsystem bietet allerdings einen Riesenvorteil: Da ihr in der Hitze des Gefechts ständig darauf bedacht seid, mit hoher Geschwindigkeit Zahlenfelder am unteren Screen anzutippen, bleibt keine Zeit, die
grottigen Animationen » Das Kampfsystem in Aktion. |
am oberen Pendant zu begutachten. Außerhalb der Kämpfe bleibt euch dieses Grauen jedoch nicht erspart. Während das Grafikdesign prinzipiell noch als knapp unterdurchschnittlich durchgehen könnte, sind die Animationen offenbar einem Spalt im Raum-Zeit-Kontinuum entsprungen und erinnern schmerzlich an längst vergangene Zockerzeiten.
Auch akustisch reißen die drei Damen keine Bäume aus und da in den
insgesamt fünf Missionen nur eine handvoll verschiedene Musikstücke geboten werden, schnellt der Nervfaktor rasant in ungeahnte Höhen. Zur Auflockerung des leidigen Prügelalltags wurden kurze Hüpfsequenzen ebenso wie
gelegentliche Stealth-Passagen integriert. Erstere sind dank des
stupiden Level-Designs kaum der Rede wert, während letztere den Namen gar nicht verdienen. Um verdeckt ermitteln zu können, müsst ihr lediglich per Klick auf den Touchscreen die Verkleidung der Agentin wechseln. Werden die Kontrahenten dennoch auf euch aufmerksam, verschafft ein weiterer Klick auf den gleichen Button Abhilfe und das Problem ist gebannt.
Bin ich schon durch? Doch der Titel krankt an weiteren Problemen. Die einführenden Abschnitte in der ersten Mission schaffen mehr Verwirrung als Aufklärung und ohne Blick in die Anleitung hat man so keine Chance, das an sich einfache
» Antiquierte Animationen sind an der Tagesordnung. |
Kampfsystem zu verstehen: für einen derart simplen Titel im Jahre 2007 ein Armutszeugnis! Ob die
kurze Spieldauer von vier bis fünf Stunden in diesem Zusammenhang eher als Fluch oder Segen zu werten ist, müsste inzwischen bereits auf der Hand liegen. Selbst ausdauernde Naturen werden froh sein, den Titel absolviert zu haben, da gerade zum Schluss hin Monotonie Trumpf ist und ihr bis zum Fingerkrampf hin nur von Kampf zu Kampf eilt. Auch bietet dieses Machwerk nicht einen Hauch von Wiederspielwert. Wer sich einmal bis zum Abspann quält, hat dem Spiel bereits alles entlockt.
Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, müsst ihr euch zum Einlösen erhaltener Webcodes (diese erlangt man bei Bestehen einer Mission) zwangsweise auf der
Totally Spies!-Homepage registrieren. Erst danach können die geradezu besorgniserregend enttäuschenden Goodies freigeschalten werden. Selbst die Einbindung des DS-Mikrofons zum Knacken von Zahlenschlössern kann den Titel angesichts all der Fahrlässigkeiten nicht mehr aus den Tiefen des Wertungskellers retten.