Kindgerechtes Rollenspiel light, welches auch erwachsene Spieler schnell in seinen Bann ziehen kann.Die Final Fantasy-Reihe ist zweifelsohne eine der erfolgreichsten Franchises am Spielemarkt. Kein Wunder also, dass Entwickler Square-Enix möglichst viel Kapital aus der Reihe schlagen will. Was jedoch in den letzten Monaten an Spin-Offs, Fortsetzungen, Remakes und Filmen erschienen ist, beziehungsweise angekündigt wurde, bleibt nahezu beispiellos. An die 30 Titel mit einem „Final Fantasy“ im Namen befinden sich derzeit in der Entwicklung. Wir haben uns den neuesten Ableger namens
Chocobo Tales angeschaut und verraten im
Master-Review, ob bei der schieren Menge an Titeln die Qualität der Einzelprodukte leidet.
Aufruhr in Chocobo-TownDie Hauptgeschichte versetzt den Spieler in die Rolle eines kleinen Chocobo, dessen Dorf von bösen Mächten heimgesucht wird. Für alle, die nicht mit Final Fantasy vertraut sind: Chocobos sind große, straußenähnliche
» Im Kampf dreht sich alles um Karten. |
Vögel, welche in den Final Fantasy-Titeln als Reittiere herhalten. Allzu groß ist unser gefiederter Freund allerdings nicht. Dieser ist nämlich noch ein Kind und dementsprechend süß und knuffig anzuschauen, was durch die
sehr gute 3D-Grafik auch super rüber kommt. Sowohl der farbenfrohe Stil als auch der Detailgrad stellen für den Nintendo DS eine neue Referenz dar.
Der Titel selbst lässt sich komplett und bequem mit dem Stylus steuern und bietet Rollenspielkost light. Man navigiert seinen Chocobo durch die
farbenprächtige Welt, spricht mit allerlei NPCs und löst kleinere Rätsel. In regelmäßigen Abständen gilt es Minispiele zu bestehen, welche in überall herumliegenden Geschichtsbüchern verteilt sind. Erfolgreiches Abschließen eines solchen Spiels ermöglicht das Weiterkommen an einer anderen Stelle. Bei den Minispielen haben sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben, was man nicht nur an der sehr liebevollen Aufmachung in Form einer
Scherenschnitt-Grafikiese sind so gut wie alle sehr spaßig und nutzen die Gegebenheiten des Nintendo DS hervorragend aus.
Trading-Card-Mini-Game-RPGBei den meisten Minigames handelt es sich um Geschicklichkeits-Spielchen, die gute Reflexe und geübten Umgang mit dem Stylus erfordern. Einige andere verlangen dem Spieler sogar Denkarbeit ab. Von jedem
» Der Grafikstil ist wunderschön. |
Minispiel gibt es fünf
verschiedene Schwierigkeits-Stufen. Allerdings müssen jeweils immer nur die leichteren gemeistert werden, um im Spielverlauf voran zu kommen. Höhere Schwierigkeitsgrade bringen lediglich nützliche Boni wie bessere Kampfkarten.
Diese wiederum werden für das Kamfsystem von Chocobo Tales benötigt. Statt sich selbst ins Scharmützel zu stürzen, lassen die Chocobos
ein Kartenspiel über Sieg und Niederlage entscheiden. Dabei spielen die Opponenten gleichzeitig eine verdeckte Monsterkarte aus, welche verschiedenste Kreaturen aus dem Final Fantasy-Universum umfassen. Anschließend werden die Angriffs- und Verteidungswerte beider Monster verglichen und entsprechende Schadenspunkte an die Spieler verteilt. Wer zuerst keine Lebensenergie mehr hat, verliert. Spezialfähigkeiten der Kreaturen sowie Sonderkarten verleihen dem spaßigen Kampfsystem den entsprechenden Tiefgang und motivieren, überall in der Welt versteckte Karten zu finden, um daraus mächtige Decks zu erstellen.
Spielen nach MaßAbseits der rund
15 Stunden umfassenden Kampagne bietet Chocobo Tales noch weitere Modi. Im kurzen Spiel kann man sich an den verschiedenen Minispiele versuchen und neue Rekorde aufstellen, während im Duell-Modus
» Minispiele sind ein großer Bestandteil des Titels. |
Kartengefechte gegen einen menschlichen Kontrahenten im Vordergrund stehen. Dazu dürfen die im Solo-Modus gesammelten Karten verwendet werden, was individuelle Taktiken zulässt. Wer keine Lust auf denkintensive Kartenfights hat, darf sich alternativ auch in den Minigames mit anderen Spielern messen – hier können sogar vier Zocker gegeneinander antreten.
Die Minispiele sind nur lokal per Wi-Fi-Verbindung zwischen bis zu vier Nintendo DS spielbar. Einige der Minigames – die sogenannten Microgames – lassen sich sogar mit nur einem Modul zocken. Das Kartenspiel ist darüber hinaus
auch online spielbar. Gerade hier entfalten die spaßigen Gefechte ihr ganzes Potenzial und laden zum Experimentieren mit verschiedenen Deckkonstellationen ein. Technisch bietet der Titel neben der bereits erwähnten hervorragenden Grafik typische Final Fantasy-Melodien und gelungene Sound-Effekte.