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Sonic Riders: Zero Gravity  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 10.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Farbenfrohe Racing-Action mit beeindruckendem Geschwindigkeitsgefühl und geringem Umfang.

It’s me, Sonic …
Was verbinden Videospieler mit Segas blauem Igel Sonic als aller Erstes? Richtig, Geschwindigkeit. Genau diese benötigt das Kult-Maskottchen, um auch in seinem neuesten Abenteuer Sonic Riders: Zero Gravity bestehen zu können.
» Nur der Schnellste gewinnt.
In diesem futuristischen und farbenfrohen Rennspiel muss der stachelige Held seinen Kontrahenten auf diversen Strecken ständig beweisen wer der Schnellste im Universum ist. Zudem versucht Sonic das Geheimnis der Amok laufenden Roboter zu lösen, die ihm und seinen Freunden ans Leder wollen. Steckt erneut Dr. Eggman hinter diesem feigen Anschlag und was hat es wirklich mit den durchgedrehten Maschinen und diesem ringförmigen Meteoriten auf sich, der die Gravitation beeinflusst?

Diese Fragen werden in mehreren Videosequenzen, die mit Ingame-Grafik aufwarten, beantwortet. Wirklich spannend ist die Geschichte zwar nicht, was zum Teil an den gelangweilt wirkenden englischen Synchronsprechern liegt, jedoch bietet sie für ein Racing-Game eine ansprechende Rahmenhandlung. Netterweise offeriert der Storymodus die Möglichkeit, die Ereignisse des Spiels aus zwei unterschiedlichen Perspektiven zu verfolgen, was für zusätzliche Motivation sorgt.

Schall und Rauch
Zu Beginn des Abenteuers kann man auf Wunsch ein ausführliches Tutorial durchlaufen, in dem alle relevanten Aspekte genau erklärt werden. Die Steuerung der Charaktere geht von der ersten Sekunde an kinderleicht von
» Gleich gibt es einen Geschwindigkeits-Boost.
der Hand. Es gilt nur die Fahrer und ihre Gears – motorisierte Bretter - mittels eines kurzen Sprints zu beschleunigen und diese halten danach selbständig die Geschwindigkeit. Scharfe Kurven nehmen die bekannten Helden mittels des spektakulären Gravitations-Drifts. Zudem warten die 16 unterschiedlichen Kurse mit zahlreichen Sprungpassagen, Beschleunigungsstreifen, Power Ups, Möglichkeiten zum Grinden und Abkürzungen auf. Letztere sind bei den Hochgeschwindigkeitsrennen der Schlüssel zum Sieg, da nur so den Kontrahenten bei zu kommen ist.

Leider mutet die Kontrolle der Fahrer etwas schwammig an, was den Titel vor allem mit der optionalen Wiimote-Steuerung fast unspielbar macht. Man sollte auf der Wii also unbedingt einen Gamecube bereit halten, um das Einsammeln von Extras und Ausweichen von Hindernissen nicht zur reinen Glückssache verkommen zu lassen. Mit ein wenig Übung sowie dem geschickten Ausnützen des Boosts und der Power Ups lässt sich dieser Kritikpunkt dann auch verschmerzen.

Metal Gear Sonic
Nach dem Bewältigen des kurzen Storymoduses – Dauer ca. vier Stunden – fesseln die Zeitrennen und Weltmeisterschaft vor dem Bildschirm. Fans ausgiebiger Mehrspielerpartien können sich nicht nur bei spannenden
» Na? Wer kennt alle "Shitty Friends"?
Highspeed-Rennen austoben, sondern auch im Überlebensmodus. So ist es z.B. möglich, in einer kleinen Arena seine Gegner mit Raketen zu beschießen oder Gravitations-Fußball zu zocken. Allerdings können die Disziplinen nicht vollkommen überzeugen, da hier die träge Steuerung den Spielspaß merklich ausbremst. Genaues Zielen oder Lenken will in den engen Schauplätzen nur schwerlich gelingen.

Grafisch ist Sonic Riders: Zero Gravity ansehnlich gelungen. Eigentlich wurden alle Charaktere und Strecken nur überdurchschnittlich animiert und nutzen die Fähigkeiten der Wii nicht wirklich aus. Doch aufgrund des immensen Geschwindigkeitsgefühls und der ständig herrschenden Action auf dem Bildschirm fällt dieses kleine Manko nur äußerst selten auf. Zudem erfreut die Wii-Version durch deutlich bessere Texturen. Genau aus diesen Aspekten bezieht das Game auch seinen Spielspaß, vor allem der unglaubliche Speed motiviert ungemein und lässt den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen. Beim treibenden Soundtrack haben die Entwickler ein glückliches Händchen bewiesen und die rasante Racing-Action atmosphärisch unterlegt. Besonders Sonics Melodie namens Un-gravity ist ein wahrer Ohrwurm, den niemand so schnell vergisst.
Pro
Beeindruckendes Geschwindigkeitsgefühl
Atmosphärischer Soundtrack
Kinderleichte Steuerung
Interessanter Storymodus
Contra
Geringer Umfang
Etwas träge Steuerung
Schwache englische Sprachausgabe
Mäßiger Überlebensmodus
Fazit
So ganz kann ich Kollege Amirs Spaß an diesem Spiel ja nicht nachvollziehen. Mir treibt Sonic mit all seinen unnötigen Shitty Friends seit einigen Jahren nur mehr den Brechreiz in den Hals statt mich wie in seeligen 16-Bit-Zeiten wirklich zu begeistern. Dennoch muss ich objektiv gesehen zugeben, dass Sonic Riders: Zero Gravity trotz seiner Mängel ein solides Rennspiel geworden ist. Fans von Highspeed-Racern im Stile eines Wipeout werden ihren Spaß mit den 16 Kursen und dem sehr gut rübergebrachten Geschwindigkeits-Gefühl haben. Leider ist der Titel nach viel zu kurzer Zeit bereits zu Ende und Mehrspieler-Partien sind leider nur vor einer Glotze möglich, nicht aber online. Auch die schwammige Steuerung kann ziemlich nerven – beispielsweise dann, wenn man wieder einmal knapp ein wichtiges Power-Up verpasst und dadurch den Sieg einbüßt. Wer hier auf die optionale Wiimote-Steuerung hofft, der sei ebenfalls gewarnt: Diese ist noch weitaus ungenauer als die klassische Controller-Bedienung und sollte tunlichst vermieden werden. Dennoch ist die Wii-Version aufgrund der deutlich besseren Grafik erste Wahl für alle Zocker, die eine PlayStation 2 und und Nintendos Konsole ihr Eigen nennen.