Oldschool-Jump n’ Run mit Schenkelklopfern am laufenden Band und einigen Designschwächen.
Friss meine BeinkleiderVideospieleumsetzungen zu Springfields chaotischer Familie verfolgen uns Zocker bereits seit den seligen 8 Bit-Zeiten. Selten jedoch waren die Abenteuer der gelben Chaoten ein spielerischer Kracher. Bis auf die
» Bekannte Charaktere soweit das Auge reicht. |
rühmliche Ausnahme von
The Simpsons: Hit and Run versandeten die Ausflüge in die Unterhaltungselektronik maximal im Mittelmaß. Im Schlepptau des Kinofilms starten die Simpsons nun jedoch unter der Ägide des Publisher-Giganten
Electronic Arts einen neuerlichen Großangriff auf die Welt der Videospiele. Während die Heimkonsolen und auch Sonys PSP den Schauplatz für einen 3D-Titel bieten, gibt sich der DS betont klassisch und bekommt ein
klassisches 2D-Jump n’ Run spendiert.
Der Großteil der Missionen besteht somit aus den althergebrachten Ingredienzien wie waghalsigen Doppelsprüngen, schwebenden Plattformen und Schalterrätseln. Dabei verfügt jeder Simpson über seine eigenen Spezialkräfte. Während Homer durch rigoroses Mampfen zu einer unaufhaltsamen Fettkugel mutiert, kann Bart im Bartman-Kostüm zu weit entfernten Plattformen gleiten oder mit seiner Steinschleuder agieren. Lisa macht sich die Kräfte Buddhas zunutze und darf an ausgewählten Levelpassagen auf diese Weise große Hindernisse aus dem Weg räumen.
Der Atem meiner Katze riecht nach KatzenfutterMoment, da fehlt doch jemand! Marge stellt eine Ausnahme dar, da mit ihr keine Plattform-Passagen sondern Adventure-ähnliche Abschnitte aus einer Art Vogelperspektive bestritten werden. Dabei darf sie einerseits auf die
» Auch die Pokemon kommen nicht ungeschoren davon. |
Unterstützung von Maggie vertrauen, die sich durch enge Schächte durchquetschen kann und so scheinbar unerreichbare Schalter bedient. Andererseits kann Marge auch andere Springfielder wie Lenny und Carl überzeugen, ihr zu helfen und diese dann an ihrer Stelle in den Kampf schicken.
Die Simpsons-Cartridge ist trotz einer Nettospieldauer von
knapp unter fünf Stunden mit Abwechslung voll gepackt. Manche Levels bilden eine Hommage an Videospieleklassiker wie
Frogger oder
Space Invaders und zwischen den Missionen dürft ihr den
Pet Homer ganz im Stile eines Tamagotchi hegen und pflegen. Natürlich bevorzugt der Fettwanst Pizza, also probiert gar nicht erst, ihn mit Broccoli zu füttern! Die nicht besonderes tiefschürfende aber irrsinnig witzige Story wird durch
Zwischensequenzen in hervorragender Qualität vorangetrieben. Insgesamt 20 Minuten dieser eigens angefertigten Filmschnippsel finden sich auf der Cartridge und werden euch ein ums andere Mal zum Lachen hinreißen. Doch auch ansonsten zeigt sich
Die Simpsons: Das Spiel technisch von der Zuckerseite. Sowohl Sounduntermalung als auch Grafik bewegen sich in den oberen Regionen und lassen wenige Wünsche offen.
Nukular! Das Wort heißt Nukular!In Sachen Humor erweist sich dieser Titel in jeder Hinsicht als Gewinn. Durch das ganze Spiel ziehen sich Anspielungen auf manche Folge der Zeichentrickserie und eine ganze Reihe von Persiflagen auf die Videogame-Branche.
» Homer steht seinen Mann. |
Mal zieht ihr als grün gewandeter Homer-Elf durch das Land Pierule, dann ertappt ihr einen EA-Manager beim Versuch, Bürgermeister Quimby durch Schmiergeld zu bestechen, damit dieser den Verkauf des brutalen Grand Theft Scratchy erlaubt. Auch Designer-Legende Will Wright bekommt als Bösewicht (Zitat: "Alle Spiele ohne Sim im Namen sind dämlich – außer Spore.") ordentlich sein Fett weg. Doch das waren noch nicht mal die Höhepunkte des Humors.
So erhaben sich der Titel in Sachen Spaß zeigt, so
grundlegende Probleme trüben leider den Gesamteindruck
beim Thema Spieldesign. Der unmittelbare Nahkampf gegen teils nervig oft respawnende Gegner ist dank ungenauer Kollisionsabfrage und unfairem Design jedes Mal ein Nervfaktor. Gerade zum Ende hin sind manche Passagen schlichtweg haarsträubend schwer bis unfair designt und es erscheint oftmals nicht möglich, diese Stellen ohne grobe Energieverluste zu überstehen. Schade, dass es hierbei zu solchen Nachlässigkeiten kommen konnte. Gerade ersterer Malus tritt leider des Öfteren zu Tage und vermiest schnell wieder die Gute Laune, die beim Pointenfeuerwerk erwacht.