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Viking: Battle For Asgard

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 14.04.2008
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Spaßiges Metzel-Spiel, aus dem mehr hätte werden können.

Für Asgard!
Fans ausgedehnter Massenschlachten dürften sich bereits seit einigen Monaten auf Segas und Creative Assemblys Co-Produktion Viking: Battle for Asgard freuen. Der Titel ist nun endlich erschienen und
» Schlachten machen nur einen kleinen Teil des Spiels aus.
offenbart bereits nach wenigen Spielstunden, dass es sich hierbei viel weniger um einen Dynasty Warriors-Ableger als viel mehr um ein Open World-Action-Adventure mit ein paar Massenschlachten handelt. Die meiste Zeit des rund 15 Stunden umfassenden Titels verbringt man nämlich nicht in groß angelegten Auseinandersetzungen, sondern auf der Suche nach gefangenen Wikingern.

Diese sind in drei überschaubaren, frei begehbaren Welten verstreut und werden von den bösen Horden der Totengöttin Hel festgehalten. Natürlich liegt es am Spieler alleine, diese Areale zu durchstreifen, die Wikinger wiederzuvereinen und letzten Endes die Totengöttin in die Schranken zu weisen. Das Game verläuft dabei immer nach dem gleichen Schema: Auf einer praktischen Übersichtskarte eingezeichnete Orte besuchen, Wikinger befreien und anschließend mit diesen in die Schlacht ziehen. Solange der Spieler also nicht genügend Verbündete zusammentrommelt, kann die nächste große Schlacht nicht geschlagen werden, was wiederum bestimmte Teile der Welten unzugänglich macht.

Drei leere Welten
Leider verpasst Viking: Battle for Asgard es, dem Spieler eine lebendige Welt mit interessanten Orten und vielen Geheimnissen zu offenbaren. Statt die Reiche mit gelungenen NPCs, interessanten Nebenquests und
» Unser stummer Held Skarin.
lohnenswerten Geheimnissen zu füllen, gibt es nur ein paar Charaktere, die einem ein paar belanglose Zeilen reindrücken, während Nebenquests so gut wie gar nicht vorhanden sind. An Schätzen kann man lediglich Gold einsammeln, welches in neue Moves und die Verbesserung der Lebensenergie sowie Heiltränke und Wurfäxte investiert werden kann. Es gibt weder neue Waffen noch ein echtes Auflevelsystem.

Auch die Inszenierung der Story ist äußerst langweilig ausgefallen. Statt pompöser Zwischensequenzen bietet der Titel mit Sprachausgabe unterlegte Artworks und billige, langweilige Ingame-Sequenzen in denen der Held stumm bleibt. Und auch technisch enttäuscht Creative Assembly's neuestes Werk: Die Grafik weiß zwar durch einen netten Stil zu überzeugen, befindet sich technisch aber eher auf hohem Xbox-Niveau statt sich mit grafisch vergleichbaren Titeln wie Assassin's Creed messen zu können. Außerdem leidet das Spiel in den Schlachten unter massiven Slowdowns. Größtenteils fehlende Hintergrundmusik (abgesehen von den epischen Stücken in den Massenschlachten) sowie schwachbrüstige Soundeffekte enttäuschen ebenfalls.

Spielspaß trotz verpatzten Chancen
Dennoch: Viking: Battle for Asgard ist bei weitem nicht so schlecht, wie es nun vielleicht den Anschein macht. Trotz leerer Welt und keinerlei Nebenaktivitäten macht das Durchstreifen der Landschaft und Befreien von
» Blutig geht es zu bei den Wikingern.
Wikingern Spaß. Das liegt vor allem an den gelungenen Kämpfen gegen die Horden des Bösen. Das Kampfsystem ist herrlich brachial ausgefallen und vermittelt ein gutes Gefühl von handfesten Keilereien mit Äxten, Schwertern und Schilden. Statt wild in der Gegend rumzuspringen und blitzschnnelle Attacken und Ausweichmanöver auszuführen, behilft sich der Spieler eher mit langsamen Aktionen.

So sollte stets gut abgewägt sein, ob man nun einen schnellen oder langsamen Schlag ausführt oder doch lieber die Attacken der aggressiven Kontrahenten blockt. Vor allem im Kampf gegen mehrere Feinde bleibt der Held bei simplem Buttonmashing schnell auf der Strecke. Hier müssen Freiräume geschaffen und Anreifer zurückstoßen werden, aber auch das Ausweichen feindlicher Attacken mittels Rückwärtssprung steht auf dem Programm. Im Verlauf des Spiels erlernbare Spezial- sowie Magieattacken verleihen den Fights zusätzliche Tiefe.

Hack'n'Slay'n'Chop'n'Gore
Neben Standard-Gegnern treten dem Spieler während der Kampagne noch schwerer bewaffnete und gepanzerte Kontrahenten entgegen. Diese Spezialgegner wie etwa Schamanen, Berserker, Attentäter oder
» Drachen sind hilfreiche Gefährten!
Riesen erfordern ganz eigene Taktiken und spielen sich fast wie kleine Bossfights. Natürlich verzichtet auch Viking: Battle for Asgard nicht auf die durch God of War so populär gewordenen Trigger-Events. Bei leichten Gegnern bestehen diese nur aus einem Button, bei stärkeren bedarf es längerer Trigger-Folgen. Das Ergebnis ist aber immer das selbe: Die Kontrahenten werden in kurzen Sequenzen aufs brutalste niedergemetzelt, was dem Titel eine rauhe Atmosphäre und ein berechtigtes "ab 18"-Siegel einbringt.

Was in kleineren Scharmützeln ganz gut funktioniert, ist für die Massenschlachten jedoch weniger geeignet. Da effektiv nur einem Gegner gleichzeitg Schaden zugefügt werden kann, wird man es in den großen Kämpfen schnell vorziehen, die missionskritischen Ziele - meistens bestimmte Gegner, welche auf der Kart markiert sind – zu fokussieren, ohne dabei auf Gegnerhorden zu achten. Das Kämpfen gegen die riesigen Feindansammlungen ist nämlich einfach zu zeitaufwändig und bringt obendrein gar nichts.
Pro
Gutes Kampfsystem
Schön gestaltete Spielwelten
Hoher Splatterfaktor
Vor allem anfangs spaßiges Wikingersuchen
Wikinger!
Contra
Mäßige Grafik
Teils herbe Slowdowns in Massenschlachten
Leere Spielwelten ohne Abwechslung
Repetatives Gameplay ohne Nebenaktivitäten
Schwache Sounduntermalung
Fazit
Viking: Battle for Asgard ist ein gelunges Action-Adventure, welches allerdings weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt. Soviel Spaß die Kämpfe auch machen, so ungeeignet ist das zu Grunde liegende System für die Massenschlachten. Hier zeigen Dynasty Warriors und Co. Creative Assembly's neuestem Werk wie man es weitaus besser macht. Statt sich nämlich wild durch Feindeshorden zu pflügen und tausende Gegner zu plätten wird man schnell das Fokussieren der jeweiligen Missionsziele vorziehen - ganz einfach, weil das Kampfsystem für Massenschlachten schlichtweg ungeeignet ist. Auch die frei begehbaren Spielwelten sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits macht es vor allem anfangs sehr viel Spaß, durch die weitläufigen Areale zu streifen. Andererseits gibt es abseits der storyreleavanten Locations nichts zu entdecken. Zudem wissen Story, Inszenierung und technische Umsetzung nicht zu überzeugen. Dennoch: Viking: Battle for Asgard macht trotz aller Negativpunkte Spaß. Vor allem Fans mittelalterlicher Gemetzel kommen hier auf ihre Kosten – wenn auch weniger in den Massenschlachten als viel mehr beim Befreien der Wikinger. Diese sollten den Titel also auf jeden Fall einmal anspielen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Sega
Entwickler
The Creative As...
Website
-
Release
28. März 2008
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User-Bewertung
75
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