Ubisoft präsentiert eine solide Brettspiel-Umsetzung, die an der fehlenden Online-Unterstützung leidet.
I ... am ... the ... Chessmaster! Eigentlich scheint
Nintendos tragbare Konsole wie gemacht für Umsetzungen klassischer Brettspiele. Umso verwunderlicher erscheint dann auch die Tatsache, dass bislang
» Eine verzwickte Situation. |
mit Ausnahme des
dtp-Produktes
Schach keinerlei Anstrengungen unternommen wurden, das königliche Spiel auf dem DS zu etablieren.
Ubisoft nutzt die Gunst der Stunde und bietet mobilen Zockern mit
Chessmaster: Die Kunst des Lernens den jüngsten Spross einer ehrwürdigen Serie.
Um das Ganze ein wenig aufzupeppen, finden sich im Titel auch Einflüsse des Verkaufsschlagers
Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging: Wie fit ist Ihr Gehirn? wieder. Anstelle des schrulligen japanischen Professors leitet euch jedoch der internationale Schachmeister
Josh Waitzkin bei
diversen Mentalübungen an. Durch Schachpartien,
Minispiele und kleine Schachrätsel schult ihr so euer Leistungsvermögen – zumindest theoretisch – in den drei Kategorien
Analytisches Denken, Gedächtnis und
Konzentration. Nach Abschluss einer Aufgabe kommentiert der große Meister dann die erbrachte Leistung mit ewig gleichen und sehr allgemeinen Bemerkungen. Die Fortschritte sind dabei auch nicht immer nachvollziehbar und somit zieht Waitzkin im direkten Vergleich mit der japanischen Konkurrenz den Kürzeren.
Minischach Die insgesamt
sechs Minispiele, von denen zu Beginn nur ein einziges frei geschalten ist, zeigen sich allesamt kurzfristig unterhaltsam. Auf lange Sicht hin können Varianten wie ein
» Eure Fortschritte werden auch grafisch aufbereitet. |
Minesweeper-Klon oder
Früchte aufgabeln allerdings mangels tiefer gehenden Spielwitzes nicht mitreißen. Alternativ dürft ihr das Gehirn mit Schachrätseln fördern. Diese beschränken sich auf das Finden des entscheidenden Spielzuges unter Zeitdruck. Zwar zeigen sich die Aufgabenstellungen von "Schlage die feindliche Figur" bis zu "Setze den gegnerischen König matt" prinzipiell abwechslungsreich, klassische mehrzügige Probleme wie beim
dtp-Konkurrenzprodukt fehlen jedoch schmerzlich. Vor allem würden letztere deutlich mehr zum taktischen Verständnis für das komplexe Spiel beitragen.
Immerhin bietet
Chessmaster eine
kompetente Einführung ins Regelwerk, die zwar in Form eines anschaulich illustrierten Monologs des internationalen Meisters daherkommt, aber damit auch keine Interaktivität bietet. Blutige Anfänger werden so zwar mit den Basics vertraut, tieferes Spielverständnis bleibt jedoch mangels fehlendem Endspieltraining oder einer Einführung in die Eröffnung verwehrt.
Matt in zwei Zügen In Sachen Spielstärke können auf dem DS mangels Rechenleistung natürlich keine Wunder erwartet werden, dennoch zeigt sich die Engine äußerst kompetent und bietet
dem Casual Gamer so reichlich Kopfzerbrechen. Insgesamt
24 CPU-Kontrahenten mit unterschiedlicher Stärke und eigenem Spielstil sorgen dafür, dass für Einsteiger bis Fortgeschrittene eine Menge Herausforderung geboten wird. Absolute Profis bleiben ohnehin leistungsfähigen PC-Produkten wie
Fritz und
Shredder treu.
Natürlich macht das königliche Spiel im direkten Duell gegen menschliche Gegner am meisten Spaß. Der
Chessmaster erlaubt euch hierzu, Duelle via drahtlosem Einzel- oder Multikartenspiel auszutragen. Der herbeigesehnte
Online-Multiplayer-Modus ist allerdings
nicht mit an Bord. Hier hätte
Ubisoft mit etwas Mühe und Features wie einem Online-Ranking die Konkurrenz locker in die Schranken verweisen können. Immerhin zeigt sich
Chessmaster: Die Kunst des Lernens technisch solide und mit aufgeräumter Präsentation, ohne jedoch dabei optisch oder akustisch Bäume auszureißen. Die
belanglose Fahrstuhlmusik wirkt allerdings auf längere Sicht hin eher nervend als konzentrationsfördernd.