Grundsolider Ego-Shooter mit spaßigem Zeitmanipulations-Feature.
Verdrehte ZeitEgo-Shooter gehören nach wie vor zu einem der beliebtesten Genres im westlichen Spielemarkt. Dementsprechend stark ist auch der Nachschub an Spielen in diesem Sektor. Nachdem vor etwas über einem Monat das
» Finstere Gesellen warten auf euch. |
heiß ersehnte
Halo 3 die Ladenregale erreichte und aktuell
The Orange Box für Begeisterung im Genre sorgt, steht mit
Call of Duty 4 schon der nächste sichere Hit voraus. Bei soviel wohlbekannter und hochwertiger Konkurrenz ist es für eher unbekannte Titel wie das vorliegende
Timeshift natürlich schwer, Fuß zu fassen.
Allerdings ist Entwickler
Saber Interactive nicht auf den Kopf gefallen und hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit Hilfe des
Beta-Anzugs kann der Spieler nämlich die Zeit kontrollieren und somit für allerlei Verwirrung unter seinen Feinden sorgen. Doch beginnen wir von vorne: Die Wurzel allen Übels in
Timeshift ist wie in so vielen Sci-Fi-Geschichten ein
wissenschaftlicher Zwischenfall. Durch die Manipulation der Zeit durch den Beta-Suit kollidierte unsere Zeitlinie mit einer paralellen. Das Resultat: Ein gemeiner Diktator namens
Krone herrscht im Jahre 1939 mit einer Hightech-Armee über die Welt. Ehrensache natürlich, dass sich der Spieler mitsamt seinen
zeitmanipulativen Fähigkeiten dem Widerstand anschließt, um dem Regenten den Garaus zu machen.
Action sattNach einem gelungenen Intro und einer spektakulären Flucht aus einem unter Belagerung stehenden Gebäude gibt es in den folgenden
acht bis zehn Stunden fast dauerhaft eines: Wüste Balleraction. Die
» Hilflos gegen einen übermächtigen Feind. |
Steuerung orientiert sich dabei an bekannten Genre-Standards, wirkt auf den Standard-Einstellungen allerdings etwas übersensibel – ein Besuch im Optionsmenü sorgt hier für Abhilfe. Zum Besiegen der leider strohdoof agierenden Feinde steht dem Spieler ein
solides, wenn auch wenig einfallsreiches Waffenarsenal zur Verfügung: Pistole, Sturm- und Scharfschützengewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer, Energiestrahler, Armbrust, Brandgeschosse sowie eine Blitzkanone.
Jede Waffe verfügt dabei über zwei Feuermodi. Außerdem kann der Protagonist auf diverse Granaten zurückgreifen. Im Vergleich zu
Half-Life² oder
Resistance: Fall of Man ist das Tragelimit für Waffen auf drei Schießprügel beschränkt. Interessanter sind an dieser Stelle die Fähigkeiten des Beta-Suit. Mit dieser kann man die Zeit zurückdrehen, verlangsamen oder gleich ganz stoppen. Möglich ist dies immer dann, wenn die Energie der Beta-Suit aufgeladen ist, welche sich automatisch wiederauflädt. So kann man ganze Feindschaaren ohne Gegenwehr ausschalten. Es ist sogar möglich Feinden
während eines Zeitstopps die Waffen zu klauen – sehr cool!
Grundsolide Ego-Shooter-KostDie Möglichkeiten, welche einem durch die Beta-Suit gegeben werden, zeigen sich allerdings nicht nur im Kampf als äußerst praktisch. Auch beim Passieren gefährlicher Stellen wie Laserbarrieren oder einstürzende
» Harte, hässliche Hunde! |
Gebäude ist das Manipulieren der Zeit unabdingbar. Somit gibt es im streng linearen aber abwechslungsreichen Leveldesign auch kleinere Rätsel zu lösen, die aber nur selten echtes Nachdenken erfordern. Schwieriger gestaltet sich die Action. Obwohl die
Gegner wenig intelligent vorgehen, ist vor allem deren Übermacht selbst auf dem niedrigsten Schwiergkeitsgrad oft eine ernstzunehemende Gefahr. Der geschickte Einsatz der Waffen und Zeitfähigkeiten ist somit ein Muss.
Technisch zeigt sich
Timeshift von einer sehr ordentlichen Seite.
Die Grafik weiß durch schick modellierte Figuren, detaillierte Umgebungen und satte Effekte zu überzeugen. Lediglich überzogene Unschärfe-Effekte trüben den ansonsten sehr guten Eindruck im wahrsten Sinne des Wortes. Darüber hinaus
fällt die PS3-Version im Gegensatz zur der Xbox 360-Variante durch minimales Tearing negativ auf. Der Sound hingegen überzeugt auch auf Sonys Maschine: Gute Effekte, solide deutsche Sprecher und passable Musik. Neben der Kampagne bietet Timeshift noch einen Mehrspieler-Modus mit allem was dazu gehört: Sechs verschiedene Spiel-Modi inklusive Deathmatch, Capture the Flag und Zerstörung warten auf Multiplayer-Freunde. Dank Chrono-Granaten spielt auch hier die Zeit eine entscheidende Rolle. Wer in den Explosionsradius einer solchen Wurfwaffe gerät, muss damit rechnen, verlangsamt oder gestoppt zu werden. Spaßig!