NBA Street Vol. 2
Streetwork
Eine Sportserie hat sich einen Namen auf der PlayStation 2 erarbeitet und darf guten Gewissens von einem größeren Bekanntheitsgrad ausgehen. Electronic Arts, genauer gesagt deren Label EA Sports Big steht für jegliche sportliche Ertüchtigung abseits bierernster Simulationen. Ausgetretene Spielpfade werden durch neue Ideen aufgepeppt, mit einer feinen Grafik gespickt und erhalten eine gehörige Portion Fun, um es kurz und knapp auf einen Nenner zu bringen. Am Ende steht dann ein tolles Spiel, das für sehr viel Kurzweil vor dem Bildschirm sorgt.
Keine Ausnahme macht dabei NBA Street Vol. 2, die Fortsetzung der beliebten Korbjagd aus dem Jahre 2001. Abseits der NBA-Sportarenen, auf amerikanischen Hinterhöfen stehen sich die 3-Mann-Teams gegenüber, wobei sich auch coole Basketballerinnen auf die authentischen Straßencourts begeben. Jawohl, richtig gelesen, bei NBA Street Vol. 2 darf man beispielsweise in der Broad Street (Philadelphia), am Foster Beach (Chicago) oder auch am Rucker Park (Harlem, New York) echte Streetball-Atmosphäre schnuppern. Elf verschiedene Locations glänzen durch viele Details am Rande der Playgrounds. Egal, ob vorbeifahrende Fahrzeuge, klatschendes Publikum, im Wind wehendes Laub, aufsteigender Rauch oder mal ein klingelndes Handy unter den Zuschauern, stets fühlt man sich an den jeweiligen Ort glaubhaft versetzt. Gekonnte Schatteneffekte, mehr als 500 neue Animationen im Vergleich zum ersten Teil, bester HipHop-Sound unter anderem von Nate Dogg, MC Lyte oder Just Blaze und kein geringerer Court-Kommentator als Bobbito Garcia - der auf eine zwanzigjährige Erfahrung zurückblicken kann – unterstreichen die Atmosphäre eindrucksvoll.
Um deutlich zu machen, dass man es nicht mit einer Kegelmeisterschaft in Oberfranken zu tun hat, sondern mit dem amerikanischen „Straßen-Nationalsport“, sind sämtliche Menüpunkte bei NBA Street Vol. 2 in englischer Sprache gehalten. Doch keine Angst vor unbekannten Vokabeln, denn das vorbildliche Handbuch übersetzt die jeweiligen Bereiche des Spiels und lässt niemanden im Regen stehen. Einzig im Tutorial könnten Nicht-Anglisten Schwierigkeiten bekommen, da doch mehrere englische Sätze in die Geheimnisse des Spiels einweihen möchten. Doch mit ein wenig Probieren sollte auch diese Hürde zu meistern sein. Ohne sich jetzt arrogant über Englisch-Unkundige hinweg zu setzen, sorgt dieses Detail der konsequenten Anglisierung aber auch für das Tüpfelchen aufs i, betrachtet man das Ganze unter dem Aspekt der Atmosphäre. Dieser Sport hat nun mal seinen Ursprung in den Straßen und Hinterhöfen der Vereinigten Staaten und stellt mit New York sein absolutes Mekka, wenn man sich der Beurteilung von Game-Announcer Bobbito Garcia anschließen möchte.
Kenner und Liebhaber des Vorgängers stellen sich die Frage, ob sich ein erneuter Kauf denn auch lohnen würde? Die Frage lässt sich klipp und klar mit einem Ja beantworten, denn nicht nur schönere Optik und erweiterter Umfang laden dazu ein, sondern auch ein paar taufrische Features. Dazu zählen beispielsweise die neuesten Streetball-Moves. Bei Back 2 Papa wirft man den Ball gegen das Brett, damit er zu einem selbst wieder zurückprallt und verwirrt somit den Gegner. Off The Heezay läuft dann unter dem Motto Gegner-Verhöhnung, da man dabei den Ball an den Kopf des Kontrahenten wirft und den überraschten Spieler somit leicht links liegen lassen kann. Bei der Variante Be The Oop spielt man einen Pass zum Teamkollegen und behält aber weiterhin die Steuerung des Passgebers, um so in freie Räume vorzustoßen und jede Abwehr wie einen Schweizer Käse aussehen zu lassen. Ebenfalls neu gestaltet sich der sogenannte Level 2 Gamebreaker, den wir gleich noch genauer erklären werden.
Widmen wir uns zu erst dem Regelwerk, welches genau genommen gar nicht existiert, was sich beispielsweise daran zeigt, dass es keine Ausbälle gibt. Letztlich stehen sich zwei 3er-Teams gegenüber, von denen jedes versucht, schnellstmöglich 21 Punkte für den Sieg zu erreichen. Bei einem Spielstand von 20: 20 geht es dann solange, bis eine Mannschaft mit mindestens zwei Punkten Vorsprung gewinnt. Dunks oder Korbleger aus der Nähe zählen einen Punkt, während Distanzwürfe zwei Zähler auf der Habenseite verbuchen. Doch EA Sports Big wäre nicht EA Sports Big, würde nicht auch die Art und Weise, wie man zu Korberfolgen gelangt, Berücksichtigung finden. So sorgen Trick-Moves in Kombination mit der Vierecks- und den Schulter-Tasten, angetäuschte Korbwürfe, spezielle Dunks oder auch Alley-Oops - der Mitspieler springt hierbei blind zum Korb und erhält erst in der Luft den Pass zum spektakulären Dunk - dafür, dass sich die sogenannte Gamebreaker-Anzeige füllt. Erreicht diese ihr Maximum, macht sich dies audiovisuell bemerkbar und der Spieler hat nun die Möglichkeit, einen ganz besonderen Korb auszuführen. Allerdings steht dafür nur begrenzt Zeit zur Verfügung und man sollte sich spurten, will man nicht nur eine spezielle Animation bewundern, sondern auch noch ein kleines Zuckerli einheimsen. Denn abgesehen davon, dass man durch den erfolgreichen Wurf oder Dunk Punkte einheimst, klaut man gleichermaßen dem Gegner wertvolle Zähler und vergrößert dadurch seinen Vorsprung, beziehungsweise verringert den Abstand.
Man kann aber auch seine Gegner verschonen und den Gamebreaker aufsparen. Dies hat nichts mit Weichei-Getue zu tun oder kennzeichnet übertriebene Fairness, sondern ist die Vorbereitung für eine noch vernichtendere Attacke, den Level 2 Gamebreaker. Um dieses neue Feature in NBA Street Vol. 2 zu erhalten, beeindruckt man abermals Kontrahenten und Zuschauer mit trickreichen Moves, bis sich die Gamebreaker-Anzeige erneut aufgefüllt hat. Ist man nun im Ballbesitz und setzt zum Korbwurf an, zeigt sich ein spektakulärer Spielzug, bei dem selbst die Harlem Globetrotters vor Neid erblassen würden. Nicht nur die audiovisuelle Präsentation ist im Vergleich zum Level 1 Gamebreaker viel reizvoller, man kann dem Gegner nun sogar bis zu vier Zähler vom Punktekonto stehlen. Auch kann ein Level 2 Gamebreaker nicht geblockt werden und führt immer zum Erfolg, was für die Level 1-Variante nicht zwangsläufig gilt. Gleichzeitig bekommt das Spiel durch ein weiteres Feature in diesem Zusammenhang eine Portion Strategie mit in die Sporttasche gelegt. Wie wäre es, wenn man seinen Level 1 Gamebreaker aufbewahrt, um ihn erst dann einzusetzen, wenn das andere Team selbst einen Gamebreaker erhält? Also, den eigenen Gamebreaker dazu verwenden, den gegnerischen Gamebreaker unschädlich zu machen, ihn quasi zu löschen. Kein Problem, NBA Street Vol. 2 bietet auch diese Möglichkeit und sorgt für richtig Frust beim menschlichen Gegenüber.
Somit steht nun fest, dass sich das neueste Streetball auch im Multiplayer-Modus angehen lässt. Entweder ganz klassisch im Versus-Mode oder aber auch vereint gegen die CPU darf man zeigen, was für ein toller Sessel-Sportler man doch ist. Besitzer eines Multitap können noch zwei weitere Freunde zu einer hippen Vierer-Basketball-Jam einladen und wissen, dass es die nächsten Wochen keine langweiligen Abende mehr geben wird. Auch die Rahmenbedingungen sind dabei einstellbar. Back to Basics erlaubt weder Trickpunkte noch Gamebreaker, nur der reine Korberfolg entscheidet über Sieg und Niederlage. Die Trick Point Challenge lässt das Team gewinnen, welches eine vorher festgelegte Anzahl an Trickpunkten zuerst erreicht. Die Einstellung Dunks Only wiederum sorgt dafür, dass nur Dunks als Punkterfolg gewertet werden, also lasst die Distanzschützen zu Hause. Bei der Variante No Gamebreakers sind diese zwar ausführbar, zählen jedoch nicht als Korberfolg. Beim NBA Scoring wird entsprechend den Statuten der National Basketball Association gezählt, sprich es gibt Zwei- und Drei-Punkte-Würfe, anstatt der Einser und Zweier bei NBA Street Vol. 2. Im sogenannten Old School Scoring finden sich dagegen keine Weitwürfe und der Menüpunkt Gamebreakers Win erklärt sich wohl für selbst. Sogar die Anzahl der erforderlichen Siegpunkte lässt sich vorher bestimmen, genauso wie die Dauer des Shot Clock-Timers. Basketball-Kenner wissen, dass man nicht beliebig viel Zeit hat, einen Korbwurf anzusetzen. Wer aber doch ganz ohne Zeitdruck spielen möchte, kann die Uhr auch abstellen. Ihr seit die absoluten Könner auf dem Court und keiner kann euch das Wasser reichen? Dann gebt euren Freunden doch einen Punktevorsprung und sorgt somit für Chancengleichheit. EA Sports Big hat wirklich an alles gedacht und berücksichtig mit den verschiedenen Einstellungen jeden Spielergeschmack. Das Resultat ist ein vorbildlicher Mehrspielermodus, der allerdings auch einen Nachteil hat.. . man bekommt die Freunde nicht mehr aus dem Haus.
Doch auch alleine macht NBA Streets Vol. 2 einen Heidenspaß. Dafür holt man sich in der Street School das nötige Wissen, um auch gegen starke Gegner nicht zum Kanonenfutter zu werden. Erfolgreich abgeschlossen wird es die meisten Spieler dann wohl zum Menüpunkt Be A Legend ziehen, welcher den Karrieremodus stellt. Hierbei tourt man als absoluter Rookie durch die USA und macht sich nach und nach einen Namen. Immer stärker werdende Gegner warten nur darauf, dem eigenen Können die Grenzen aufzuzeigen. Und in der Tat hat man zu Beginn wirklich nicht viel auf dem Kasten, auch wenn man Gott spielt und sich seinen eigenen Baller samt Namen erschaffen darf. Die verschiedenen Attribute manifestieren sich im Geschlecht, in der Größe, der Statur und dem Erscheinungsbild allgemein. Spielt ihr lieber mit einem weißhäutigen Brillenträger, dessen einzige Körperbehaarung der Oberlippenbart darstellt oder bevorzugt ihr den dunkelhäutigen Typ mit Afro-Welle auf dem Kopf? Selbstverständlich kann man Kleidung, sowie Schuhwerk auch noch bestimmen und es handelt sich diesbezüglich um ein unbestätigtes Gerücht, dass in den Wohnzimmern der meisten Zocker vorzugsweise leicht bekleidete Spielerinnen kreiert wurden. Auch wenn genügend Auswahlmöglichkeiten für den entsprechenden Look vorhanden sind, wird die Wahl durch zwei Faktoren eingeschränkt. Einerseits gilt es, verschiedene Outfits erst noch frei zu spielen und andererseits regiert auch hier Geld die Welt. Wer seinen Spieler zum Oberteil auch noch die passenden Turnschuhe schenken will, muss dafür Entwicklungspunkte auf den Tisch legen. Gleichzeitig benötigt man jedoch diese wertvollen und ebenfalls zu erspielenden Development Points auch dazu, die Fähigkeiten seines Schützlings zu fördern. Schließlich wollen wir den ganz starken Gegnern mit einem Profi entgegen treten, der in den Disziplinen Würfe, Dunks, Blöcke, Kraft, Rebounds, Fertigkeit und Stehlen Höchstleistungen vollbringt.
Selbst die vielfältigen Moves eures kreierten Spielers lassen sich gegen Bares – und frei zu Spielendes - zusammenstellen. Schüsse, Dunks und Tricks in unterschiedlichsten Ausprägungen dürfen dabei in begrenzter Anzahl ins Repertoire aufgenommen werden. Wer nicht ständig mit einem Buckdown oder Honey Dip eindunken möchte und statt dessen lieber einen Nerve Damage bevorzugt, rüstet seinen Spieler eben nach. Ihr wisst nicht, was ein Nerve Damage ist? Macht nichts, den sämtliche Manöver lassen sich in einer kleinen Preview im Vorfeld betrachten und darüber hinaus auch noch auf die jeweilige Button-Kombination festlegen. „EA Sports Big, ick liebe dir“, sagt da nicht nur der Berliner.
Okay, bis jetzt haben wir aber erst einen Spieler, beziehungsweise Spielerin. Eingangs sprachen wir von 3er-Teams, ergo fehlen noch zwei Akteure. Diese gilt es aus einer relativ mageren Vorgabe zu bestimmen und schnell macht sich bemerkbar, dass wir tatsächlich erst am Anfang unserer verheißungsvollen Karriere stehen. Doch NBA Street Vol. 2 glänzt mit einem besonderen Feature. Besiegt man ein gegnerisches Team, darf man sich aus deren Reihen ein Mannschaftsmitglied auswählen, welches fortan zu den eigenen Kameraden zählt. Da die Gegner immer besser werden, wird durch diesen Spielerwechsel zwangsläufig auch das eigene Team immer schlagkräftiger. Anders als im Vorgänger, kann man diesmal - neben dem Alter Ego – nur auf vier weitere Spieler zurückgreifen. Das Roster ist somit mit fünf Basketballern schnell gefüllt und jede weitere Neuerwerbung hat gleichzeitig eine Streichung zur Folge. Man muss demnach im Sequel sorgfältiger abwägen, wen man aus dem Team entlässt und wen man neu begrüßt.
So macht man sich auf den Weg quer durch die USA und versucht, die Gegner vom Platz zu fegen. Nach und nach erschließen sich immer weitere Flecken auf der Karte aus dem Land von Ketchup und Disney, die mit unterschiedlichen Herausforderungen aufwarten. Mal gilt es, mehrere Spiele auf einem Platz zu gewinnen, bevor es weitergeht. Dann wartet wieder ein Team mit einem ganz besonders starken Player auf eine Lektion von euch. Ebenso darf man Turniere bestreiten, die nach unterschiedlichen Regeln ablaufen. So kann es sein, dass man in einem schlichten Ko-System vorzeitig ausscheidet oder aber, bei einem anderen Turnier durch eine Trostrunde doch noch ins Finale vorstoßen kann. Daneben erwarten einen auch noch spezielle Aufgaben in den einzelnen Städten, die es zusätzlich zu meistern gilt. Hierbei orientiert man sich am beschriebenen Mehrspieler-Modus und spielt beispielsweise nach klassischer NBA-Punktevergabe oder gewinnt sobald man eine bestimmte Anzahl an Trickpunkten erreicht hat. Insgesamt gestaltet sich die Karriere recht abwechslungsreich und wird durch die knappe Vorstellung der gegnerischen Teams, sowie den eingestreuten Magazin-Covers aufgelockert. Wer auf der Xbox Amped Freestyle Snowboarding gezockt hat, kann mit dem Begriff Magazin-Covers bestimmt etwas anfangen, alle anderen lassen sich einfach überraschen. Der jederzeit veränderbare – auch innerhalb einer Karriere – Schwierigkeitsgrad wird in drei Stufen unterteilt. Die einfachste Variante stellt niemanden vor allzu große Herausforderungen und kann nach kurzer Einspielzeit prächtig zum Üben und Verfeinern der Techniken verwendet werden. Die mittlere Stufe ist dann schon ein kräftiger Sprung nach vorne, da Einsteiger auf diesem Level anfangs kaum Land gegen die Computerteams sehen werden. Auch im weiteren Verlauf bedarf es schon hervorragender Fähigkeiten und Teammitglieder, um die Karriere erfolgreich abschließen zu können. Und diejenigen, die bereits mit dem Basketball in der Wiege aufgewachsen sind, markieren den Hard-Button, die anspruchsvollste und schwierigste Abstufung bei NBA Street Vol. 2.
Die Abkürzung NBA steht übrigens nicht ohne Grund im Namenszug des Spiels. Neben dem Modus Be A Legend, findet sich im Auswahlmenü der Eintrag NBA Challenge. Hierbei entscheidet man sich für ein aktuelles Team der NBA und tritt gegen alle restlichen Mannschaften, der besten und spektakulärsten Basketball-Liga weltweit, an. Die Lizenz, sprich die Mannschaftsdaten repräsentieren dabei den Stand vom 21. Februar diesen Jahres. Auch kann die NBA-Herausforderung wieder mit einem menschlichen Freund an der Seite bestritten werden, wüste Beschimpfungen über dessen wiederholte Fehler inbegriffen. Insgesamt 29 Ligateams bieten in ebenfalls drei Schwierigkeitsgraden zusätzlichen Raum für viele Stunden vor dem Fernsehschirm.
Über den Umfang und die diversen Möglichkeiten der Spieleinstellungen kann sich also niemand ernsthaft beklagen. Bleibt wie immer die Beurteilung dessen, was zusammenfassend als Gameplay bezeichnet werden kann. Am besten fangen wir dabei mit einem Konsolenvergleich an. Grafisch gesehen stellt die Version für die Xbox den Klassenprimus, dicht gefolgt vom GameCube und wiederum nur wenige Körbe dahinter die PlayStation 2 mit ihrem NBA Street Vol. 2. Ein klareres Bild und oft nur schwer objektiv feststellbare Texturvorteile bei den Mitbewerbern, lassen Sony-Jünger zwar das Schlusslicht bilden, stellen aber letztlich keinen gravierenden grafischen Nachteil dar. Selbst die PlayStation-PAL-Balken, welche sich durch eine Bildschirmjustierung verringern lassen, sowie die etwas längeren Ladezeiten rechtfertigen keine Verurteilung. Schließlich sieht das Game auch auf der PlayStation 2 immer noch klasse aus und Unterschiede sind zwar messbar, verlieren sich jedoch während des Spiels. Man stelle sich einfach einen warmen Sommertag mit 24, 23 und 22 Grad Celsius vor. Wer nicht gerade ein Thermometer in der Tasche hat, wird den Unterschied wohl kaum feststellen können und empfindet alle drei Tage als gleich warm.
Ungeachtet der grafischen Einschätzung, sollten alle Multi-Konsoleros dennoch die PlayStation 2 bevorzugen. EA Sports Big und NBA Street wurde nun mal auf dieser Konsole geboren, dementsprechend ist die Pad-Belegung auf den DualShock-Controller ausgelegt. Insbesondere der intensive Gebrauch der vier Schultertasten, die die Pads der anderen Konsolen nicht vorweisen können, sorgt für diesen Umstand. Es spielt sich einfach sehr viel lockerer und intuitiver auf dem Sony-Controller und macht dadurch am meisten Spaß, was letztlich für eine Entscheidung nicht unwesentlich sein dürfte. Auch hier gilt natürlich wieder das eben Gesagte über die marginalen Unterschiede zwischen den Konsolen, die sich nicht auf den Inhalt beziehen, da dieser bei allen drei Vertretern identisch ist.
Die mannigfaltigen Moves lassen abwechslungsreiche Spielzüge zu und sorgen dafür, dass nicht so schnell Langeweile unter dem Korb herrscht. Die Dunks und Sprünge sind bisweilen überzogen und alles andere als realistisch, mischen sich jedoch mit den echten Bewegungen der Protagonisten zu einem tollen Sportcocktail, der selbst Simulationsfetischisten frohlocken lassen könnte. Denn die künstliche Intelligenz weiß zu überzeugen, erkennt man doch die unterschiedlichen Leistungsmerkmale seiner Mitspieler und Gegner auf dem Platz wieder. Das bedeutet, dass ein guter Rebounder in der entsprechenden Situation auch häufiger an den Ball kommt als sein weniger talentierter Nebenmann. Spieler mit sehr guten Werten bei der Ballbehandlung können kompliziertere Tricks anwenden und verlieren den Ball entsprechend seltener. Es lohnt sich auch, einen Spieler mit herausragenden Werten in Bezug auf das Stehlen des Balles aufzustellen, da dies auch häufiger glückt als bei weniger geschickten Mitspielern. So kann man der KI nur vorwerfen, dass sie zwar die Fähigkeiten der Figuren passend berücksichtigt, jedoch nicht die Größenunterschiede bewertet. Es sieht demnach schon komisch aus, wenn sich schlappe 175 Zentimeter, riesigen 2, 13 Meter in den Weg stellen und an anderer Stelle des Feldes ein Goliath den sprichwörtlichen David bewacht.
So fehlt uns am Ende noch das Schnüren des Gesamtpaketes, welches dem Titel den letzten Schliff verpasst. Dabei ist auffallend, dass sämtliche Spielmodi ineinander greifen. Was man sich in einem Modus erarbeitet und freispielt, kann man in einem anderen ebenfalls benützen. Und freizuspielen gibt es eine ganze Menge. Darunter fallen auch die - für Sportspiele von Electronic Arts typischen - Sammelkarten mit unterschiedlichen Motiven und Informationen. So darf man unter anderem NBA- und Street-Legenden samt Konterfei bewundern und erfährt die ein oder andere interessante Detailinformation. Ebenfalls ein Merkmal für Spiele aus dem Hause Electronic Arts, lässt sich unter der Rubrik Inside Vol. 2 ausmachen. Hier gibt es ähnlich zu DVDs aus der Filmbranche, die entsprechenden Hintergrundinformationen zu NBA Street Vol. 2. Solange dieses sinnvolle Feature zwar bei EA, nicht aber bei anderen Firmen zum Standard gehört, werden wir immer wieder gerne darauf hinweisen. Auch schätzen bestimmt nicht nur absolute Videospielkenner eine veränderbare Musikliste und Dolby Pro Logic II, sowie verschiedene Kameraperspektiven.