Solides Cross-Over der Tales of ...-Titel für hierzulande spärlich gesähte Kenner der Reihe.Die
Tales of ...-Reihe ist eine Rollenspiel-Serie, welche es in ihrem Umfang sogar mit Square-Enix' Final Fantasy-Franchise aufnehmen kann. Zahlreiche Titel sind bisher auf etlichen Systemen erschienen und erfreuen sich, vor allem in Japan, großer Beliebtheit. Leider scheint die Serie hierzulande nicht all zu viel Erfolg einzufahren, weswegen bei weitem nicht alle Ableger auch als PAL-Versionen erscheinen. So mussten wir nach dem hervorragenden
Tales of Symphonia auf die Nachfolger
Tales of Legendia und
Tales of the Abyss verzichten. Mit
Tales of the World erreicht uns nun allerdings ein PSP-Ableger der Reihe, welchen wir im folgenden
Master-Review genauer unter die Lupe genommen haben.
Fan-FictionDie Story von
Tales of the World: Radiant Mythology erinnert in ihren Grundzügen an Kingdom Hearts. So geschieht es eines finsteren Tages, dass das Gleichgewicht des Universums gestört wird und
» Level Ups sind begehrt. |
sich
Vertreter verschiedenster Welten auf einem Planeten wiederfinden. Ähnlich wie es
Kingdom Hearts mit
Final Fantasy- und Disney-Charakteren macht, setzt
Tales of the Worlds Personen zahlreicher
Tales Of ...-Games auf eben jenen Planeten und lässt den Spieler mit diesen agieren, um das Geheimnis hinter diesem Phänomen herauszufinden.
Der
Protagonist darf hierbei vom Spieler selbst aus verschiedenen vorgegebenen Elementen
zusammengebastelt werden. Frisur, Augen- und Haarfarbe, Stimme, Geschlecht und Klamotten lassen sich individuell anpassen. Außerdem muss man sich für einen Beruf – Krieger, Magier oder Allrounder - entscheiden, bevor man das Abenteuer beginnt. Die Klassen-Entscheidung ist übrigens nicht endgültig, sondern kann während des Spiels jederzeit geändert werden.
Wo bin ich?Nachdem der Charakter und dessen Eigenschaften festgelegt sind, wacht der Protagonist in der ihm noch fremden Welt auf und trifft auch gleich auf seinen ersten Weggefährten. Ein knuffiger Pelzträger steht ihm
» Bei der Charaktererstellung hat man viele Möglichkeiten. |
vom Beginn des Abenteuers an hilfreich zur Seite. Die Geschichte wird dabei fast ausschließlich in
dröge inszenierten Dialogen fortgesponnen – teilweise immerhin mit Sprachausgabe unterlegt. Während der mäßig spannenden Story trifft man auf etliche Charaktere aus dem
Tales Of ...-Universum und agiert mit oder manchmal auch gegen diese.
Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten ist eine Stadt. Um die Geschichte voran zu treiben und seinen Charakter aufzuleveln, müssen Quests erfüllt werden, welche sich jederzeit im Gildenhauptquartier starten lassen. Ähnlich wie beim
Monster Hunter-Franchise geht es anschließend in entsprechende Gebiete, um Aufgaben wie "Töte 10 Wölfe" oder "Sammle 3 Klumpen Erz" auszuführen.
Am Ende der immer schwerer werdenden Quests winken natürlich Belohnungen in Form von Barem. Von diesem wiederum rüstet man seinen Charakter mit besseren Waffen und Rüstungen aus.
Gewohnte Echtzeit-FightsWährend man sich in der Stadt nicht frei bewegen, sondern nur bestimmte Orte per Übersichtskarte anwählen kann, zeigen sich die
Dungeons mit mehreren Ebenen weitläufiger. Diese sind in
» Dreh- und Angelpunkt aller Aktionen: Die Stadt. |
der
Third-Person-Ansicht frei begehbar und laden zum Erkunden ein. Feinde können serientypisch bereits beim Umherlaufen ausgemacht und notfalls umgangen werden. Läuft man jedoch in einen Gegner, kommt es zum Kampf. Dieser findet, ebenfalls serientypisch, in Echtzeit statt. Dabei übernimmt der Spieler eines von maximal vier Partymitgliedern.
In einer
begrenzten Arena darf man sich hierbei frei bewegen und Feinde mittels Angriffs-Button attackieren. Zuvor zugewiesene Tastenkombinationen entfesseln Spezialattacken, was jedoch von den sich nur langsam regenerierenden Mana-Reserven zehrt. Blocks verhindern größere Schäden durch feindliche Übergriffe. Um Items zu benutzen oder Zauber zu wirken, kann das Spielgeschehen übrigens jederzeit pausiert werden. Anschließend darf man sich in Ruhe durch die mit der Zeit immer umfangreicheren Möglichkeiten wühlen.
Monotones Gameplay in schicker OptikSoviel Spaß die Kämpfe auch machen, so schnell wird das
eigentliche Gameplay sehr monoton. Die Quests sind einfach nicht abwechslungsreich genug, um auf Dauer für viel Motivation zu sorgen und
» Die Fights sind flott und spaßig. |
erfordern obendrein etliche Besuche in ein und denselben Dungeons. Die langweilig inszenierte Geschichte sorgt hier für wenig Abhilfe. Wirklich vorantreibend wirkt nur das Aufleveln des eigenen Charakters. Wer von Rollenspielen also mehr als monotone Missionen und das Ausbauen des Protagonisten erwartet, ist mit
Tales of the World: Radiant Mythology nicht gut beraten.
Technisch hingegen macht das Spiel
eine sehr gute Figur. Die 3D-Grafik ist gelungen und farbenfroh, während die Ladezeiten erstaunlich kurz ausfallen. Neben guter Musik und soliden Soundeffekten weiß auch die Sprachausgabe zu überzeugen – auch wenn viele Charaktere neue Sprecher spendiert bekommen haben, was Kennern der Vorgänger negativ auffallen dürfte. Außerdem wird es für einige Zocker problematisch, den Titel zu verstehen: Wie leider bei vielen anderen Japano-RPGs auch, wurde das Spiel nicht eingedeutscht. Sämtliche Texte sind in Englisch.