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Lost  
» Autor: Georg Gruber
» Datum: 29.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Nur für große Fans der TV-Serie: Die verschollene Folge von Lost.

Oceanic Flug 815 wird vermisst
Die TV-Serie Lost erfreut sich weltweit einer großen Fangemeinde und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis auch hierfür ein Franchise-Spiel erscheint. Ubisoft hat die Sache übernommen und erfreut mit dem
» Welcome to the jungle.
gleichnamigen Spiel (auch unter Lost: Via Domus bekannt) PS3- und Xbox 360-Besitzer zugleich. Der Hintergrund des Action-Adventures ist rasch erzählt: Überlebende des Flugzeugabsturzes von Oceanic Flug 815 müssen auf einer mehr als geheimnisvollen Insel (mit noch mysteriöser Geschichte) ihre Schicksale bestreiten. Der Spieler schlüpft in Rolle von Elliott Malsow, einem Fotografen/Journalisten, der seit dem Absturz an Amnesie leidet und im Verlauf der Handlung seine Erinnerung wieder zu erlangen versucht.

Das Gameplay besteht aus klassischer Adventure-Kost mit viel Dialog, einem kleinen Inventar-System sowie zahlreichen Logikrätseln. In Serien-typischen Flashbacks werden dem Protagonisten Häppchen der Geschichte vorgesetzt, die durch kleine Minigames wie z.B. Fotografieren oder Puzzles der Art 'Stromschaltplan richtig einstellen' aufgelockert werden. Die Ubisoft-Entwickler halten sich dabei eng an die Geschehnisse der ersten 70 Tage der TV-Serie. Sowohl die Charaktere als auch die Locations wurden minutiös nachgebildet. Vor allem die Gesichtszüge der Hauptdarsteller sind teils sehr gut getroffen. Zur Story soll nicht mehr verraten werden, außer dass es insgesamt sieben eher kurzgehaltene Episoden zu lösen gilt, die allesamt von den Serien-Drehbuchautoren Damon Lindelof und Carlton Cuse stammen.

Verschollen auf der Insel
Lost macht grafisch einen guten ersten Eindruck, vor allem die Umgebung und die Gesichter der Hauptdarsteller sind teils verblüffend authentisch. Die Production Values entsprechen auch auf weiter Strecke der
» Wie war das doch gleich? 4, 8, 15, 16, 23 und 42.
beklemmenden Atmosphäre der TV-Serie. Letzendlich zeigt sich aber an vielen Stellen, dass es technisch doch ein bloß ein 08/15-Titel vom Fließband geworden ist. Übel stößt vor allem die knapp zehn Minuten lange verpflichtende PS3-Festplatten-Installation auf, denn die häufig auftretenden Ladezeiten bleiben davon herzlich unberührt.

So erstaunlich realistisch so manche Hauptdarsteller auch aussehen, so sehr schmerzt es, da bei näherer und längerer Betrachtung der Gesichtszüge doch etliche unschöne Patzer deutlich hervorstechen. Bei der Synchronisation hat Ubisoft durchaus Fingerspitzengefühl bewiesen und vor allem die deutsche Fassung glänzt (im Gegensatz zur englischen) mit einem großen Aufgebot an Originalsprechern aus der TV-Serie. Leider klingen einige Passagen lustlos wie aus der Retorte. Dazu gesellt sich noch das sehr biedere Dialog-System, welches bestenfalls zufriedenstellend den Dienst versieht.
Pro
Trifft die Atmosphäre der TV-Serie
Ansprechende Lost-Story
Viele Original-Sprecher
Contra
Kurze Spieldauer
Kein Wiederspielwert
Zähes Dialogsystem
Häufige Ladezeiten
Fazit
Lost ist ein typisches Action-Adventure, wobei die Betonung klar auf 'typisch' liegt. Die Umsetzung ist kompetent und grundsolide: Der eher kurz ausgefallene Ubisoft-Titel entfaltet durchaus eine ansprechende Atmosphäre für Fans der TV-Serie. Allerdings gilt auch der Umkehrschluss, denn wer mit Lost nicht viel am Hut hat oder die Sendung überhaupt nicht kennt, wird hoffnungslos verloren sein und mit der vielschichtigen Story kaum mitkommen. An der Technik gibt es erfreulicherweise nur wenig auszusetzen: Vor allem die Gesichter der Hauptdarsteller wurden teils sehr gut getroffen und auch die meisten Hauptschauplätze haben es unbeschadet in die PS3-Fassung geschafft. Bei den Rätseln werden jedoch nicht nur Fans die Nase gehörig rümpfen: Meistens erscheint ein liebloser Bildschirm voll mit Hebeln und Knöpfen und man fragt sich zu Recht, ob das schon alles war. Auch wenn die Dialoge eher müde klingen, so sticht doch die Qualität der Original-Drehbuchautoren hervor. Fans von Lost sollten trotzdem auf jeden Fall einen zweiten Blick riskieren.