Nur für große Fans der TV-Serie: Die verschollene Folge von Lost.
Oceanic Flug 815 wird vermisst Die TV-Serie Lost erfreut sich weltweit einer großen Fangemeinde und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis auch hierfür ein Franchise-Spiel erscheint.
Ubisoft hat die Sache übernommen und erfreut mit dem
gleichnamigen Spiel (auch unter Lost: Via Domus bekannt) PS3- und Xbox 360-Besitzer zugleich. Der Hintergrund des Action-Adventures ist rasch erzählt:
Überlebende des Flugzeugabsturzes von Oceanic Flug 815 müssen auf einer mehr als geheimnisvollen Insel (mit noch mysteriöser Geschichte) ihre Schicksale bestreiten. Der Spieler schlüpft in Rolle von
Elliott Malsow, einem Fotografen/Journalisten, der seit dem Absturz
an Amnesie leidet und im Verlauf der Handlung seine Erinnerung wieder zu erlangen versucht.
Das Gameplay besteht aus klassischer Adventure-Kost mit viel Dialog, einem kleinen Inventar-System sowie zahlreichen Logikrätseln. In
Serien-typischen Flashbacks werden dem Protagonisten Häppchen der Geschichte vorgesetzt, die durch kleine Minigames wie z.B. Fotografieren oder Puzzles der Art 'Stromschaltplan richtig einstellen' aufgelockert werden. Die
Ubisoft-Entwickler halten sich dabei eng an die Geschehnisse der ersten 70 Tage der TV-Serie. Sowohl die
Charaktere als auch die Locations wurden minutiös nachgebildet. Vor allem die Gesichtszüge der Hauptdarsteller sind teils sehr gut getroffen. Zur Story soll nicht mehr verraten werden, außer dass es insgesamt sieben eher kurzgehaltene Episoden zu lösen gilt, die allesamt
von den Serien-Drehbuchautoren Damon Lindelof und Carlton Cuse stammen.
Verschollen auf der Insel Lost macht grafisch einen guten ersten Eindruck, vor allem die Umgebung und die Gesichter der Hauptdarsteller sind teils verblüffend authentisch. Die Production Values entsprechen auch auf weiter Strecke der
» Wie war das doch gleich? 4, 8, 15, 16, 23 und 42. |
beklemmenden Atmosphäre der TV-Serie. Letzendlich zeigt sich aber an vielen Stellen, dass es technisch doch ein bloß ein
08/15-Titel vom Fließband geworden ist. Übel stößt vor allem die knapp zehn Minuten lange verpflichtende PS3-Festplatten-Installation auf, denn die häufig auftretenden Ladezeiten bleiben davon herzlich unberührt.
So erstaunlich realistisch so manche Hauptdarsteller auch aussehen, so sehr schmerzt es, da bei näherer und längerer Betrachtung der Gesichtszüge doch etliche unschöne Patzer deutlich hervorstechen. Bei der Synchronisation hat
Ubisoft durchaus Fingerspitzengefühl bewiesen und vor allem die deutsche Fassung glänzt (im Gegensatz zur englischen) mit einem
großen Aufgebot an Originalsprechern aus der TV-Serie. Leider klingen einige Passagen lustlos wie aus der Retorte. Dazu gesellt sich noch das sehr biedere Dialog-System, welches bestenfalls zufriedenstellend den Dienst versieht.