Arctic Thunder
"Das coolste Rennen der Spielhalle sorgt nun auch für furiose Action in den heimischen vier Wänden!
...trohnt es auf dem Cover von Artic Thunder.
Um zu Prüfen ob dies wirklich so ist habe ich mir des Spiels im Zuge eines Reviews mal angenommen.
Spielmodi:
Also es geht um Schneemobile (Schlitten), die auf Rennstrecken gegeneinander antreten, und dabei mit Power-Ups die Gegner kurz von der Strecke schiessen können - soviel verrät bereits das das Intro.
Nach dem kurzen Intro in Spielgrafik (nicht gerendert) stehe ich nun im Hauptmenü und habe die folgenden Spielmodi zur Auswahl:
- Rennen
In diesem 1-Spieler-Modus ist das Ziel auf allen bereits freigeschalteten Strecken als Erster mit seinem gewählten Schlitten die Ziellinie zu überqueren. Dabei tritt man in jedem Rennen gegen 7 von CPU gesteuerten Mitbewerbern an, die es mit Waffengewalt und Renngeschick auszubooten gilt.
Je nach Leistung kann man Bronze/Silber/Gold-Medaillen gewinnen. Mit dem Erreichen von genug Gold-Medaillen können spezielle Boni freigeschalten werden (spezielle zusätzliche Fahrer).
- Punkte
In diesem Modus (dem Typ "Rennen" übrigends sehr ähnlich) geht es darum möglichst viele Punkte zu erringen. Durch Aufsammeln von Power-Ups und Ausschalten von Gegnern gibt es die begehrten Punkte.
Dabei ist grundsätzlich mal egal, ob man als erster ins Ziel rast... allerdings gibts für bessere Platzierungen zusätzliche Punkte.
- Kampf
Mehrspieler-Modus für 2-4 Spieler auf der lokalen XBox. Systemlink/XBox Live wird nicht unterstützt.
Im Großen und Ganzen ein Deathmatch, in der die Spieler auf einer speziellen Arena-Strecke sich mit Hilfe der Waffen-PowerUps gegenseitig bekriegen.
Der Split-Screen bei 2 Spielern kann dabei von horizontal (untereinander) auf vertikal (nebeneinander) umgestellt werden.
- Training
Im Traingsmodus könnt ihr ohne Gegner oder Zeitdruck die Strecken erkunden. Vor allem interessant um einige Abkürzungen zu finden bzw. die möglichen Weggabelungen auf der Strecke unter die Lupe zu nehmen.
- Arcade
Originalmodus wie in der Spielhalle. Irgendwie hab ich diesen Modus nicht ganz durchschaut, eigentlich ist er identisch wie der "Rennen"-Modus, mit der Ausnahme das nicht die mittels Upgrade verbesserten Figuren/Schlitten (sondern nur Figuren mit Standard-Eigenschaften) gewählt werden können.
- Upgrade
Hier können die im Punkte-Modus schwer erkämpften Punkte in neue Features umgewandelt
werden:
* neue Strecken freischalten
* neue Charactere freischalten
* neue Kampf-Arenas freischalten
* Upgrade aller verfügbaren Bikes (je Bike 3 Eigenschaften!)
* Upgrade aller Charaktere (je Char 9 Eigenschaften!)
Alles in allem gibt es hier einiges zum Freischalten, allein die 6 zu Beginn gesperrten Strecken freizuschalten kostet bereits einiges an Zeit zum Punktesammlen.
Ingesamt gibt es 19 Charaktere, 6 Schlitten und 12 Strecken (alle Chars und alle Schlitten können danach auch noch weiter mit zusätzlichen Punkten verbessert werden...)
Die Upgrades für die Charaktere beschreiben den Umgang mit den Power-Ups, z.B. wie lange der Boost wirkt, Zielgenauigkeit bei Raketen. Die Upgrades der Schlitten dienen zum Verbessern der Geschwindigkeit, Beschleunigung und des Fahrverhaltens.
Trotzdem, daß ich einen Schlitten komplett auf Maximum verbessert hatte merkte ich im Rennen fast keinen Unterschied zu davor, Geschwindigkeit/Beschleunigung haben sich kaum geändert.
Gameplay:
Wie bereits auf dem Cover angekündigt handelt es sich bei dem Spiel um einen reinrassigen Arcade-Racer. Wer auch nur im entferntesten die Eigenschaft einer Simulation sucht ist mit diesem Spiel nicht gut beraten.
Beim Start des Rennens kann der Fahren und der Schlitten unabhängig von einander gewählt werden (verschiedene Farben, verschiedene Grundeigenschaften Fahrer/Schlitten).
Leider ist das Gameplay im Rennen selbst extrem einfach gehalten. Die Rennstrecke kann man nicht wirklich verlassen, und die Steuerung beschränkt sich auf links-rechts, gasgeben und Power-Up auf den nächstgelegenen Gegner feuern.
Ich möchte nicht sagen, daß es ganz egal ist wohin man lenkt, aber im Großen und Ganzen gewinnt man das Rennen, indem man den letzen Boost-PowerUp vor der Ziellinie als erster aufsammelt und mit Glück von den dahinterfahrenden Gegnern nicht noch knapp vor der Ziellinie per Schuß-Powerup gestört wird.
Das Gasgeben ist eigentlich auch nur Augenauswischerei, dies ist wohl der erste Racer wo ich mir doch tatsächlich ein Joypad mit "Auto-Gas" (konstant A-Taste gedrückt) gewünscht hätte. Bremsen gibts übrigends nicht.
Nachdem Upgrades aufgesammelt wurden können damit die Gegner beschossen werden, von zielsuchenden Raketen, Feuerbällen bis Enterhacken ist alles dabei. Andere Upgrades schützen vor Angriffen oder verleihen einen kurzen Boost oder Unsichtbarkeit.
Die 12 Strecken sind relativ abwechslungsreich gestaltet. Da Saust man schon mal durch das Weiße Haus in Washinton DC, durch den Haunted-Forest, über eine Ölpipeline in Alaska oder durch das Tschernobyl Atomkraftwerk.
Dadurch das man meist mit einer sehr hohen Geschwindigkeit durch die Strecken rast sieht man die vielen Goodies manchmal gar nicht (Schneelawinen fallen vor dir auf die Strecke, ein Atom-U-Boot taucht auf, Riesenspinnen steigen über die Strecke - in jedem Level gibt es mehrere davon die zum entsprechenden Thema passen).
Die Perspektive im Spiel kann von 1st Person auf Nah- oder Fernsicht umgeschalten werden.
Zur Steuerung selbst gibts nicht viel zu sagen: A-Taste für Gas, Ministick für Links/Rechts, R1 für Powerup-Schuß.
Grafik:
Grafisch gesehen sind die Levels im unteren Mittelfeld. Sie sind nicht schlecht, reizen aber die XBox-Grafik nicht einmal im entferntesten aus.
Positiv aufgefallen ist hier, daß es keinerlei Pop-Up-Effekte gibt (z.B. Bäume die aus dem Nichts plötzlich auftauchen) und die Framerate konstant sehr hoch ist (kein Ruckeln).
Sound:
Standard-Arcade Musik. Wie in der Spielhalle düdelt uns in jedem Level die fast gleiche Musik entgegen. Schwer zu beschreiben, aber in keinem Fall besonders herausragend.
Fazit:
Naja, was soll man sich von einem Spiel erwartet das nur 14.99 EUR gekostet hat habe ich mir gedacht. Das Spiel gab es fast zum XBox-Launch-Zeitpunkt und ist mittlerweile nur mehr sehr schwer zu bekommen.
Also für hardgesottene Arcade-Fans kann ich das Spiel vielleicht noch empfehlen, und auch diese wird wirklich nur die große Anzahl an freischaltbaren Elementen mit Punkte-Modus länger an dem Spiel halten.
Das Spiel ist einfach zu einfach gehalten. Auf den 12 Strecken immer mit Vollgas 2 bis 3 Minuten auf das Ziel zurasen, ohne großen Einfluß mit der Links/Rechts-Steuerung zu haben reisst sicher auf Dauer keinen vom Sockel.
Die Entwickler/Übersetzter des Spiels waren in keinster Weise der deutschen Sprache mächtig - man muß nicht ein Schenie sein um "Fertik" (Fertig) oder "Kamph" (Kampf) korrekt zu schreiben. An einigen Stellen (Symbol-Legende beim Rennen) sind die Texte überhaupt in französisch. Hier drängt sich der Verdacht auf, daß bei der deutschen Lokalisierung grob geschlampt wurde und vor dem Release nie jemand, der der deutschen Sprache mächtig war sich das Spiel je angesehen hat.
Verwundert hat mich auch, daß zuerst gespeichert wird (Auto-Save) und man danach den Eintrag in die Highscore-Tabelle macht. Was sich die Programmier des Spiels da wohl gedacht haben wissen wohl auch nur die Sterne...