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CSI: Crime Scene Investigation - Eindeutige Be...  
» Autor: Wolfgang Radax
» Datum: 28.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Ubisofts durchaus unterhaltsames Lizenzabenteuer verschenkt durch vermeidbare Patzer viel Potenzial.

Das Phänomen
Acht Staffeln, vier Emmys sowie zwei äußerst erfolgreiche Spinoffs: CSI hat sich seit seiner Entstehung wahrlich zu einem Medienphänomen entwickelt. Das nun vorliegende Abenteuer ist
» Auch in der Musikszene müsst ihr ermitteln.
eine Konvertierung des für PC und Xbox 360 erschienenen CSI: Crime Scene Investigation - Eindeutige Beweise und möchte mit der zugkräftigen Lizenz auch bei der Nintendo-Klientel einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Wii-Umsetzung lässt euch dabei in typischer Point & Click-Manier forensische Untersuchungen anstellen. Der Cursor wird hierbei beinahe erwartungsgemäß durch Zeigen mit der Wiimote bedient, was definitiv einen Fortschritt zur Analogstick-Steuerung der Vorlage darstellt.

In insgesamt fünf Kriminalfällen dürft ihr euren detektivischen Scharfsinn unter Beweis stellen, was einer Spielzeit von rund zehn bis zwölf Stunden entspricht. Der Ablauf der Ermittlungen gestaltet sich dabei stets ähnlich. Nach einer kurzen Einleitung untersucht ihr den Tatort mit allerhand Equipment wie Luminolspray (zur Feststellung von Blutspuren), verschiedenen Pudersorten (zur Aufnahme von Fingerabdrücken) oder auch einem USB-Stick (etwa um Daten von einem verdächtigen Computer zu saugen). Die immer wieder stattfindenden Zeugeneinvernahmen erfolgen genretypisch mittels vorgegebener Textzeilen und liefern euch meistens weitere Anhaltspunkte oder relevante Schauplätze, die es ebenfalls zu sichten gilt.

Das Laboratorium des Schreckens
Aber CSI wäre nicht CSI, wenn nicht erst durch intensive Untersuchungen im Labor neues Licht in das Dickicht aus Falschaussagen und widersprüchlichen Indizien gebracht würde. Unter Zuhilfenahme
» Das Labor bietet eine Reihe von Analyse-Tools.
von Computern analysiert ihr DNA-Spuren, ordnet Fingerabdruckfragmente den Verdächtigen zu, nehmt chemische Analysen von gefundenen Substanzen vor und noch einiges mehr. Schließlich führt nur ein gründliches Vorgehen mit den Indizien weiter und ermöglicht die Beschaffung weiterer Gerichtsbeschlüsse von Captain Brass – sei es für Hausdurchsuchungen oder Vorladungen zu Verhören.

Nach erfolgreichem Abschluss eines Falles erhaltet ihr eine Benotung von Supervisor Grissom, in die mehrere Faktoren einfließen. Zum Einen wirkt sich die Anzahl der gefundenen Hinweise aus, zum Anderen senken in Anspruch genommene Tipps von euren Kollegen die Endnote. Diese Tipps sind jederzeit abrufbar, wodurch zwar ein planloses "Steckenbleiben" garantiert ausgeschlossen wird, andererseits bleibt so ein Bonus für die Bestnote definitiv verwehrt. Weitere Boni können übrigens durch das Sammeln von herumkrabbelnden Käfern für Grissoms Insektensammlung erworben werden. Die Belohnungen, die euch für solch ein gründliches Vorgehen winken, umfassen zumeist Storyboards oder Charakterstudien, und sind für Fans einen kurzen Blick wert, regen aber definitiv nicht zur ausufernden Bonushatz an.

Es hätte so schön sein können
Generell weiß Eindeutige Beweise zwar mit einer gelungenen Atmosphäre und gut konstruierten Fällen zu überzeugen, was auch der niemals aufdringliche aber passende
» Wer hat den Taxifahrer auf dem Gewissen?
Soundtrack beweist. Allerdings schmälert ein ganzer Haufen von Negativpunkten das zweifelsohne vorhandene Potenzial. Insgesamt fällt CSI leider äußerst linear aus und man hat sehr oft den Eindruck, dass einen das Spiel zu sehr an der Hand nimmt. So passiert es häufig, dass bestimmte Events getriggert werden müssen, um voran zu kommen, obwohl der weitere Verlauf des Falls bereits auf der Hand liegt. Auch das penetrante Product Placement hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Die rückständige Grafik bewegt sich auf mittelmäßigem PS2-Niveau und ständiges Streamen von der DVD sorgt für gravierende Ruckler und stotternde Sprachausgabe. Hinzu gesellen sich oftmalige und für Wii-Verhältnisse lange Ladezeiten. Insgesamt bezeugen diese Fakten die Unfähigkeit des Entwicklungsteam auf eine traurige Art und Weise. Dass das durchaus gelungene Voice Acting nur in Englisch verfügbar ist und man auf die Stimmen der deutschen Synchronsprecher verzichten muss, schmerzt auch ein klein wenig. Dafür wurde der Rest des Titels von den Untertiteln bis hin zu vielen Beweisdokumenten vorbildlich eingedeutscht.
Pro
Gelungene Atmosphäre
Adäquate Einbindung der Seriencharaktere
Passable Wiimote-Steuerung
Akzeptabler Soundtrack
Budgetpreis
Contra
Veraltete Grafik
Ruckelorgien
Äußerst linear
Lahme Unlockables
Fazit
Prinzipiell macht die Spurensuche an der Seite der Serienhelden viel Spaß und weckt die Freude an der Forensik. Die einzelnen Fälle sind durchaus spannend konstruiert und Verhöre, Durchsuchungen sowie Laboranalysen sorgen für ein gediegenes Maß an Abwechslung. Auch die Wiimote-Steuerung stellt sich im Vergleich zum Xbox 360-Pendant als Schritt vorwärts heraus und geht gut von der Hand. Auf der technischen Seite offenbart Eindeutige Beweise jedoch katastrophale Schwächen. Grafisch gestrig weiß der Titel mit extremen Schluckauforgien und stotternden Dialogen die aufkeimende Atmosphäre schnell zu vernichten. Das ständige Streamen von Daten lässt die Wii wie einen alten Dieseltraktor rattern und dennoch sind verhältnismäßig viele Ladebildschirme von Nöten. Obgleich CSI innerhalb des linearen Ablaufs nur eingeschränkte Handlungsfreiheit zulässt, taugt es nichtsdestotrotz für einen kurzweiligen Zeitvertreib. Auch die Spieldauer von rund zehn bis zwölf Stunden erscheint angesichts des Budgetpreises verschmerzbar, wenngleich etwas mehr Umfang wünschenswert wäre. In Summe ergibt dies für Fans der Serie eine Wertung im soliden Mittelfeld. Alle, die mit Grissom, Brass und Co nichts anfangen können, dürfen den Titel jedoch bedenkenlos im Regal stehen lassen. Aufgrund der relativ harten Thematik rund um die Kriminalfälle ist Eindeutige Beweise übrigens trotz Verzicht auf zu exzessive Gewaltdarstellung definitiv nichts für jüngere Zocker.