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Medal of Honor: Heroes 2  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 03.04.2008
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Besser als der Vorgänger, inklusive umfangreichem Online-Modus und spaßigem Lightgun-Shooter-Part.

Nicht schon wieder Normandie!
EA beordert uns mit seiner lange laufenden, äußerst erfolgreichen Medal of Honor-Reihe abermals an die Fronten des zweiten Weltkriegs. Genauer gesagt – wieder einmal – in die Normandie, um den Deutschen kräftig einzuheizen.
» MG42 - was sonst?
Entsprechend bekannt gestalten sich auch die Umgebungen der insgesamt acht, sehr linearen Story-Levels: Bunkeranlagen am Strand, zerbombte Städte, Abwasserkanäle und riesige Nazibasen bilden die Kulisse des First Person-Shooters Medal of Honor: Heroes 2. Die zwei im Titelnahmen kommt übrigens daher, dass es sich bei diesem Spiel streng genommen um einen PlayStation Portable (!)-Port handelt, auf welcher auch der erste Teil erschienen ist.

Dies ist wohl auch der Grund, warum die grafische Gestaltung des Titels auf nur durchschnittlichem Niveau daherkommt. Verwaschene Texturen, mäßige Animationen und ein geringer Detailgrad sorgen nicht gerade für einen optischen Hochgenuss. Lediglich die Effekte sind gut gelungen. Auch fehlt es dem Titel an einer spektakulären Inszenierung, wie man sie aus der Call of Duty-Reihe gewohnt ist. Zwar weiß die Sounduntermalung zu gefallen, allerdings fehlt es an Scriptereignissen. Immerhin sind das Leveldesign und die Platzierung der Gegner wieder einmal gelungen, so dass spannende Schießereien garantiert sind. Drei verschiedene Schwierigkeitsgrade sorgen hierbei dafür, dass alle Zockernaturen eine angemessene Herausforderung spendiert bekommen.

Panzerfaust bereit, zielen, feuer - wuuuuush!
Auch ist es den Entwicklern gelungen innerhalb der Missionen für genügend Abwechslung zu sorgen, was vor allem auf die sehr gelungene und einfallsreiche Nutzung der Wiimote zurückzuführen ist. Diese wird nicht nur
» An der PAK wird gekurbelt!
wie aus Medal of Honor: Vanguard zum Zielen benutzt, sondern – je nach Situation – wirklich pfiffig eingesetzt. So wird man beispielsweise vor dem Abfeuern einer Panzerfaust darum gebeten, die Wiimote über die Schulter zu legen und mittels Analogstick des Nunchucks zu zielen. Beim anschließenden Abfeuern ertönt sogar ein Zischen aus den Lautsprechern des Wii-Controller – witzig!

In anderen Situationen benutzt man die Wiimote zum Einstellen der richtigen Sequenz an einem Funkgerät, um weitere Befehle zu erhalten oder schwenkt schwere Maschinengehre, Panzerabwehr-Kanonen oder Mörser mittels Neigen und Kurbeln der Nintendo-Fernbedienung und des Nunchucks. Nahkampfattacken hingegen erfolgen durch das Nachvornestrecken beider Controllereinheiten. Ebenfalls witzig: Das Suchen von Minen mit Hilfe eines entsprechenden Detektors, der mittels Wiimote geführt wird. Alles in allem funktioniert die Steuerung gut, auch wenn nach wie vor die Präzision und Reaktionsschnelligkeit eines normalen Controllers unerreicht bleibt.

Vom Ego- zum Lightgun- zum Mehrspieler-Shooter
Medal of Honor: Heroes 2 bietet drei verschiedene Spiel-Modi, welche sich grundlegend voneinander unterscheiden. Neben eingangs erwähnter Kampagne, die rund sechs Stunden in Anspruch nimmt, sind
» Schnell nachladen!
sämtliche abgeschlossene Levels noch im Arcade-Modus angehbar. Hier wandelt sich das Programm vom First-Person-Shooter zum Lightgun-Shooter, in dem man automatisch durch die Levels bugsiert wird und lediglich Feinde aufs Korn nehmen muss. Eine gelungene Abwechslung, die für einige zusätzliche Stunden Spielspaß sorgt. Tatsächliches Herzstück des Games ist allerdings der Mehrspieler-Part.

Medal of Honor: Heroes 2 begnügt sich nämlich nicht damit, der erste Ego-Shooter zu sein, welcher auf der Wii online spielbar ist, sondern setzt gleich auch eine hohe Messlatte für nachfolgende Games was die Spielerzahl angeht. Satte 32 Spieler dürfen sich nach einer kurzen Registrierung im EA-eigenen Zockernetzwerk gegenseitig ans Leder. Dazu stehen sechs große Karten und drei Spielmodi zur Verfügung: Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag. Letzteres kann allerdings nur auf zweite Karten gespielt werden. Einen Offline-Mehrspieler-Modus in Form von Splitscreen-Duellen wie in Medal of Honor: Vanguard gibt es allerdings nicht mehr. Dafür laufen die Onlinegefechte problemlos und lagfrei ab.
Pro
Mehrspieler-Modus für bis zu 32 Spieler
Witzige Ideen für die Wiimote
Gelungenes Missionsdesign
Optionaler Lightun-Modus
Guter Sound
Contra
Unterdurchschnittliche Grafik
Schwache Inszenierung
Abgenutztes Setting
Fazit
Ich hab etwas mit mir gehadert, ob ich Medal of Honor: Heroes 2 eine 3 oder 4 in der Wertung verpassen sollte. Klar, verglichen mit einem Call of Duty 2 auf der Xbox 360 wirkt das Wii-Kriegsspektakel recht blass. Allerdings wäre dieser Vergleich unfair. Medal of Honor: Heroes 2 muss sich viel mehr mit anderen Wii-Shootern wie Medal of Honor: Vanguard, Far Cry Vengeance oder Red Steel messen. Und hier überragt Medal of Honor: Heroes 2 die genannten Titel dank gelungener und sehr einfallsreich integrierter Wiimote-Steuerung sowie dem mit 32 Spielern online spielbarem Mehrspieler-Modus deutlich. Die etwas kurz geratene Kampagne mit ihren sechs Stunden Umfang wird gut durch den optionalen Lightun-Shooter-Modus ergänzt, so dass auch Solisten ein solides Paket spendiert bekommen. Lediglich die grafische Gestaltung und Inszenierung des Spiels lassen zu wünschen übrig. Alles in allem bleibt unter dem Strich dennoch ein empfehlenswertes Ego-Shooter-Erlebnis, welches vor allem Mehrspieler-Fans, die schon immer einmal mit einer Wiimote in den Krieg ziehen wollten, ans Herz gelegt sei.