Besser als der Vorgänger, inklusive umfangreichem Online-Modus und spaßigem Lightgun-Shooter-Part.
Nicht schon wieder Normandie!EA beordert uns mit seiner lange laufenden, äußerst erfolgreichen Medal of Honor-Reihe abermals an die Fronten des zweiten Weltkriegs. Genauer gesagt – wieder einmal – in die Normandie, um den Deutschen kräftig einzuheizen.
Entsprechend bekannt gestalten sich auch die Umgebungen der insgesamt
acht, sehr linearen Story-Levels: Bunkeranlagen am Strand, zerbombte Städte, Abwasserkanäle und riesige Nazibasen bilden die Kulisse des First Person-Shooters
Medal of Honor: Heroes 2. Die zwei im Titelnahmen kommt übrigens daher, dass es sich bei diesem Spiel streng genommen um einen PlayStation Portable (!)-Port handelt, auf welcher auch der erste Teil erschienen ist.
Dies ist wohl auch der Grund, warum die grafische Gestaltung des Titels auf nur
durchschnittlichem Niveau daherkommt. Verwaschene Texturen, mäßige Animationen und ein geringer Detailgrad sorgen nicht gerade für einen optischen Hochgenuss. Lediglich die Effekte sind gut gelungen. Auch fehlt es dem Titel an einer spektakulären Inszenierung, wie man sie aus der Call of Duty-Reihe gewohnt ist. Zwar weiß die Sounduntermalung zu gefallen, allerdings fehlt es an Scriptereignissen. Immerhin sind das Leveldesign und die Platzierung der Gegner wieder einmal gelungen, so dass spannende Schießereien garantiert sind.
Drei verschiedene Schwierigkeitsgrade sorgen hierbei dafür, dass alle Zockernaturen eine angemessene Herausforderung spendiert bekommen.
Panzerfaust bereit, zielen, feuer - wuuuuush!Auch ist es den Entwicklern gelungen innerhalb der Missionen für genügend Abwechslung zu sorgen, was vor allem auf die sehr gelungene und einfallsreiche Nutzung der Wiimote zurückzuführen ist. Diese wird nicht nur
» An der PAK wird gekurbelt! |
wie aus Medal of Honor: Vanguard zum Zielen benutzt, sondern – je nach Situation –
wirklich pfiffig eingesetzt. So wird man beispielsweise vor dem Abfeuern einer Panzerfaust darum gebeten, die Wiimote über die Schulter zu legen und mittels Analogstick des Nunchucks zu zielen. Beim anschließenden Abfeuern ertönt sogar ein Zischen aus den Lautsprechern des Wii-Controller – witzig!
In anderen Situationen benutzt man die Wiimote zum Einstellen der richtigen Sequenz an einem Funkgerät, um weitere Befehle zu erhalten oder schwenkt schwere Maschinengehre, Panzerabwehr-Kanonen oder Mörser mittels Neigen und Kurbeln der Nintendo-Fernbedienung und des Nunchucks. Nahkampfattacken hingegen erfolgen durch das Nachvornestrecken beider Controllereinheiten. Ebenfalls witzig: Das Suchen von Minen mit Hilfe eines entsprechenden Detektors, der mittels Wiimote geführt wird. Alles in allem funktioniert die Steuerung gut, auch wenn nach wie vor die
Präzision und Reaktionsschnelligkeit eines normalen Controllers unerreicht bleibt.
Vom Ego- zum Lightgun- zum Mehrspieler-Shooter Medal of Honor: Heroes 2 bietet drei verschiedene Spiel-Modi, welche sich grundlegend voneinander unterscheiden. Neben eingangs erwähnter Kampagne, die
rund sechs Stunden in Anspruch nimmt, sind
sämtliche abgeschlossene Levels noch im Arcade-Modus angehbar. Hier wandelt sich das Programm vom First-Person-Shooter zum Lightgun-Shooter, in dem man automatisch durch die Levels bugsiert wird und lediglich Feinde aufs Korn nehmen muss. Eine gelungene Abwechslung, die für einige zusätzliche Stunden Spielspaß sorgt. Tatsächliches Herzstück des Games ist allerdings der Mehrspieler-Part.
Medal of Honor: Heroes 2 begnügt sich nämlich nicht damit, der erste Ego-Shooter zu sein, welcher auf der Wii online spielbar ist, sondern setzt gleich auch eine hohe Messlatte für nachfolgende Games was die Spielerzahl angeht. Satte
32 Spieler dürfen sich nach einer kurzen Registrierung im EA-eigenen Zockernetzwerk gegenseitig ans Leder. Dazu stehen sechs große Karten und drei Spielmodi zur Verfügung: Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag. Letzteres kann allerdings nur auf zweite Karten gespielt werden. Einen Offline-Mehrspieler-Modus in Form von Splitscreen-Duellen wie in
Medal of Honor: Vanguard gibt es allerdings nicht mehr. Dafür laufen die Onlinegefechte
problemlos und lagfrei ab.