Fans von Mech-Spielen sind auf der Xbox mit Sicherheit nicht gerade unglücklich. Denn mit Mech Assault, Battle Engine Aquila und sind sie schon gut bedient, doch jetzt kommt noch ein Game des Genres. Phantom Crash sein Name und kommt mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit daher. Ob es allerdings noch mehr zu bieten hat, um an die Größen dieses Genres heran zu kommen? Wir haben es für euch getestet.
Tokyo so wie wir es kennen gibt es nicht mehr, nur noch Neo-Tokyo. Das Alte ist völlig verlassen und heruntergekommen. Smog hat die ehemalige Metropole ihren Glanz genommen, aber somit eine neue Ära eröffnet. Die ganze Stadt wurde nämlich jetzt zu einem Mech-Kampf-Platz für sogenannte Rumblings umfunktioniert. Zwischen Autos und Hochhäusern finden 2025 Mech-Kämpfe statt und ihr seit mit dabei. Zu Beginn entwerft ihr euer Profil und schon dabei fällt eines auf, etwas sehr langatmige Dialoge zwischen Pepper und ihrem Chip, die zum Teil auch überhaupt nichts mit dem Spielgeschehen zu tun haben. Ein Tutorial in dem Sinne gibt es nicht, ihr dürft einmal mit einem vorgefertigten Mech durch einen Level heizen ein paar Gegner platt machen und das war’s. Alles andere könnt ihr wenn ihr wollt euch erzählen lassen, das alles hätte man sich auch sparen können und ein nettes Tutorial machen können. Doch dann geht es, nach abermals langen Dialogen mit irgendwelchen anderen Wire Heads, so heißen die Kämpfer in Phantom Crash, auch irgendwann einmal los. Wenn ihr euch auch nicht für die Probleme der KI interessiert, in wen sie jetzt verliebt sind oder nicht, interessiert, könnt ihr die Dialogen auch abbrechen. In dem ihr die beiden Schultertasten und die beiden Analogsticks gleichzeitig drückt.
Ihr findet euch auf einer Übersichtskarte wieder, die sagen wir mal etwas eigenwillig aussieht. Wenn man ganz ehrlich ist, sieht das alles noch nicht ganz fertig aus. Denn auch das Menü ist erschreckend schlecht gestaltet. Auf der Karte fliegt ihr mit eurem Protagonisten auf einem schwebenden Snowboard von Zahl zu Zahl. Hinter diesen befinden sich verschiedene Händler und auch der Treffpunkt der Wire Heads. Zuerst müsst ihr euch mit eurem knappen Budget einen Scoobee zulegen. Diese Mechs werden von drei verschiedenen Firmen hergestellt. Bei Ventuno, Kojima und American Stars könnt ihr euch neue Scoobie’s zulegen oder ihr kauft euch beim Gebrauchthändler einen Second-Hand-Mech. Alle Mechs haben verschiedene Eigenschaften, die Ventuno Mech’s sind die Alleskönner und haben keine besonderen Schwächen, aber auch keine Stärken. Die Kojima’s sind leichte und wendige Mechs und halten dafür aber nicht allzu viel aus. American Stars Mech’s sind die Kolosse unter den Scoobee’s. Diese schweren Mechs haben eine hohe Feuerkraft und halten richtig was aus. Dafür sind sie aber dementsprechend langsam. Dann kann es auch schon in das erste Rumbling gehen. Diese laufen eigentlich immer gleich ab. Soviele Mech’s wie möglich zerschrotten und versuchen selber nicht dran glauben zu müssen. Wenn ihr euch in einem Klassen-Kampf befindet müsst ihr einige Zeit warten, ca. 12 Minuten, bis der erstplatzierte dieser Klasse, auf der Map in das Geschehen mit eingreift. Die Klassen sind in A,B,C,D und in die sogenannten Area-Ranker unterteilt. Wenn ihr jeden Mech dieser Klasse im Kampf zerstört habt, könnt ihr euch mit dem Namen Area-Ranker schmücken. Dies gilt es auf allen der vier Areas zu schaffen. Ja richtig, es gibt nur vier nicht allzu große Karten auf denen ihr euch mit anderen Scoobee’s bekriegen könnt. Etwas wenig um den Spieler längere Zeit vor dem Fernseher zu fesseln.
Die Kämpfe sind anfangs allerdings sehr spannend und bringen eine Menge Spaß, da sie schnell und unkompliziert sind. Doch nach einiger Zeit stellt sich der Alltag ein. Denn nach jedem Kampf heißt es Reparieren, Ubgraden und dann wieder Kämpfen. Mehr gilt es eigentlich nicht zu machen. Bei den Ubgrades haben sich die Entwickler von Genki, aber einiges einfallen lassen. Waffen für den rechten und linken Arm, für den Rücken, neue Panzerungen, Beine und noch vieles mehr gibt es zu kaufen. Dabei müsst ihr allerdings darauf achten, dass euer Scoobee überhaupt derartige Verbesserungen tragen oder ob sie sogar zu schwer für ihn sind. Ein recht spaßiges Gimmick ist, dass man seinem Mech andere Farben und Sticker verpassen kann. Selbstkreationsmöglichkeiten wären aber wünschenswert gewesen. Aber nicht nur mit Waffensystemen oder anderer Farbe könnt ihr euren Scoobee tunen, nein, denn ein weiteres Feature sind die Chips. Diese baut ihr in eure Maschinen ein und sie bekomm die Eigenschaften des jeweiligen Tieres. Ja genau Tier. Wenn ihr beispielsweise einen Fuchs-Chip besitz hilft dieser euch dabei den Gegner schneller anzuvisieren, um dann eine Rakete gezielt auf ihn abzufeuern. Solche Chips sind später spielentscheidend, deshalb sollte man sie nicht vernachlässigen und sie regelmäßig updaten.
Grafisch ist Phantom eher nur Durchschnitt. Wie schon erwähnt kann sich das Menü überhaupt nicht sehen lassen und In-Game ist das auch so ein Sache. Zwar sind die Scoobee’s relativ nett dargestellt und man könnte sogar von einer detaillierten Verarbeitung sprechen, nur leider sind die Special-Effects, wie Explosionen leider auch nur durchschnittlich gelungen. Zwar gibt es Hitzeflimmern, wenn ihr an einem brennenden Mech vorbei heizt, aber das Feuer könnte auch besser aussehen. Die Level geben aber sehr schön wieder, dass Tokyo wirklich nicht mehr das ist was es mal war. Häuserschluchten sind komplett zerstört und Straßen aufgerissen – das vermittelt schon Atmosphäre. Grafisch sehr nett anzuschauen ist die Tarnungsaktivierung. Da haben die Entwickler wirklich ganze Arbeit geleistet. Aber nicht nur grafisch sondern auch spielerisch ist diese Feature sehr wichtig. Denn in den schnellen und heißen Gefechten ist es sehr nützlich wenn man sich kurz ausruhen und somit verstecken kann. Aber natürlich kann man so Gegner ausschalten ohne von denen gesehen zu werden. Schnell ist es aber vorbei mit der Ruhe, denn dann ist die Tarnung aufgebraucht. Wo wir gerade bei schnell sind. Auf Slowdowns könnt ihr bei Phantom Crash lange warten, denn die Framerate geht kaum in den Keller und beeinflusst das Geschehen nur im geringen Maße, wenn sie denn dann mal etwas schwächelt.
Im Sonic Amp Musikladen könnt ihr euch, wenn ihr noch genug Geld übrig habt, zu den Standard-Songs noch andere hinzufügen und eine eigene Playlist erstellen. Die Musik geht in alle Richtungen. Mal Rock und Pop und dann wieder ein wenig elektronische Musik. Unter den Musikstücken ist mancher hitverdächtiger Titel versteckt, also sollte man schon ein wenig Zeit in dem Laden verbringen um noch mehr Spaß im Kampf zu haben. Auch die Soundeffekte sind eigentlich recht gut gelungen. Raketen zischen schön durch die Luft, das Maschinengewehr rattert und die Explosionsgeräusche sind fast bombastisch. In Kombination mit dem Dolby Digital kommt das Ganze noch einen Tick besser rüber. Aber besser kann es immer sein, deswegen könnten auch die Effekte noch etwas kräftiger rüberkommen, denn schließlich beschießt man sich mit schwerem Geschütz und die Mech’s sind auch nicht gerade klein geraten.
Zum Multiplayer gibt es nicht viel zu sagen, außer das es wirklich kein Mech Assault ist. Im Splitsscreen mit vier Spielern ist es fast unmöglich noch irgendetwas zu erkennen und noch irgendwie die Orientierung zu behalten. Außerdem ist genauso wie im Einzelspieler schnell die Motivation im Keller, denn wenn man erst ein mal die Karten auswendig kennt und jeder schon alle Scoobee’s probiert hat, was soll man dann noch tun? Zwar wäre Xbox Live! – Unterstützung ein wenig mehr Spaß gebracht, aber schnell wären wieder alle Mech-Fans zur Konkurrenz übergegangen.
Fazit: Phantom Crash ist leider kein besonderes Mech-Spiel. Die vier Arenen die es gibt sind einfach viel zu wenig. Die Menüs sind ebenfalls nicht gut gelungen, sehen noch gar nicht richtig fertig aus. Die Grafik ist auch nichts weltbewegendes. Für zwischendurch ist es sicher mal interessant ein paar Mech’s zu zerschrotten, aber mehr auch leider nicht. Wenn es einfach mehr Level gegeben hätte würde die Motivation auch um einiges nach oben gehen. Seinen Scoobee abzugraden machte allerdings ziemlich viel Spaß, besonders mit den netten Gimmicks wie Farbe und Aufkleber. Ebenfalls wusste die Musik zu überzeugen, besonders dass man sich in einem Shop seine Lieblingsstücke zusammenstellen und kaufen konnte war mal eine sehr interessante Alternative. Was mir noch gefehlt hat, war dann doch noch mehr die Möglichkeit anderer Spielmodi. Immer nur Deathmatch war dann auf die Dauer auch nicht mehr interessant. Für Mech-Fans auch nicht wirklich ein interessantes Spiel, kauft euch lieber Mech Assault oder Battle Engine Aquila, denn beide Spiele bieten viel mehr Motivation und Abwechslung.