Der Saturn-Klassiker kehrt zurück und bringt die Traumwelt auf Nintendos Wii.
Schlafe ruhig, träum fein ... NiGHTS into Dreams für
Sega Saturn war anno dazumals ein extravagantes, innovatives Spiel, welches mit einer Weltneuheit namens Analogstick gesteuert wurde und bis heute Kultstatus innehält. Nun versucht das
Sonic Team mit
» Die Welt ist bunt und schön. |
einer Fortsetzung auf Nintendos Wii an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Dazu erzählt
NiGHTS: Journey of Dreams eine eigene Geschichte mit
neuen Bösewichtern und altbekannten Gesichtern. Wie bereits auf dem
Sega Saturn versucht der Herrscher des Alptraumreiches die Welt der guten Träume namens
Nightopia zu zerstören.
Lediglich unsere zwei Traumhelden
Helen und
Will können mit Hilfe des namensgebenden
Nights - ein fliegender Bewohner des Traumreiches – das Böse abwenden. Die beiden Kinder stellen dabei zwei unterschiedliche Storylines dar, die aber immer wieder kleine Parallelen aufweisen, um dann am Ende ineinander zu fließen. Das Abenteuer selbst ist dabei allerdings
recht kurz gehalten, so dass ein geübter Spieler in einer Handvoll Stunden bereits den Abspann vor Augen hat.
Ein Traum? Das Spielprinzip ist grösstenteils dem Vorgänger treu geblieben: Man düst auf vorgegebenen Bahnen durch kunterbunte und schön inszenierte Levels, fliegt dabei durch Ringe, sammelt Boni auf, vollführt Loopings sowie andere Kunststücke und
» Nights kann sich verwandeln. |
fängt Gegner ein. Das Umherfliegen macht Laune und meistens gibt es in bestimmten Zeitlimits kleine Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel das Einsammeln eines Schlüssels oder das Retten eines Einwohners.
Leider wiederholen sich viele Passagen im Laufe des Spielfortschritts. Auf Checkpoints wurde dabei unsinnigerweise größtenteils verzichtet. Man fragt sich wirklich, ob die Spieleentwickler ihrer sadistischen Ader freien Lauf lassen wollten. Hat man nämlich mit
Nights eine Reihe von Events beendet und scheitert dann am Bossgegner, darf der Spieler nicht einfach den Endkampf von vorne beginnen, sondern muss zuerst mal alle vorangegangenen Levelabschnitte neu bewältigen. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass man mit
langen Ladezeiten und nicht überspringbaren Videosequenzen gequält wird – auch wenn sie bereits bekannt sind. Das wäre sogar schon zu
Saturn-Zeiten ein fetter Minuspunkt gewesen! Schämt euch,
Sonic Team!
I have a dream! Neben den "klassischen"
Nights-Flugabschnitten, die meistens aus der Seitenansicht präsentiert werden, teilweise mit originellen Ideen ausgestattet sind und in 90% der Fälle wirklich Spaß machen, haben die Entwickler bei
SEGA ihrem
» Die Fluglevels gefallen. |
Schaffensdrang freien Lauf gelassen und auch noch Jump'n'Run-Passagen mit
Helen und
Will gebastelt. Hätten sie das mal lieber sein gelassen ... die Levels sind nämlich alles andere als spektakulär. Das
Sonic-Team hetzt die Protagonisten durch eine auf Disc gespresste Schlafpille und sorgt für ausgerenkte Kiefermuskeln wegen übermäßigen Gähnanfällen beim Spieler.
Manch willkommene Abwechslung und verschiedene wirklich tolle Ideen retten das Spiel aber vor einem Gesamtabsturz. Dazu gehören die
originellen Bosskämpfe und die Tatsache, dass
Nights im Laufe der Zeit neue Fähigkeiten erlernt. So kann unser Held sich sogar in einen Delphin oder einen Drachen verwandeln. Ein weiteren Pluspunkt für das Spiel stellt die Tatsache dar, dass man nicht auf die Wiimote beschränkt ist. Der Titel ist sowohl mit als auch ohne Nunchuck spielbar, aber auch der Classic Controller und das Gamecube-Pad lassen sich verwenden. Gut so!
Flieg' nicht zu hoch, mein kleiner Freund ... Dafür leidet der Titel allerdings an kleineren Kameraproblemen. In den schrecklichen Plattform-Abschnitten lässt sich die Kamera manuell nachjustieren, in den tollen Fluglevels aber nicht. So geht hin und wieder die Übersicht den Bach runter.
» Die Jump'n'Run-Passagen nerven. |
Die Entwickler haben auch noch einen Mehrspielermodus draufgepackt. Dieser besteht aus Rennduellen, die
offline als auch online gespielt werden können. Diese machen sogar ziemlich viel Spaß. Dazu gesellen sich noch Kampfduelle, die allerdings nur offline verfügbar sind. Letztere an Langeweile zu übertreffen dürfte allerdings schwerfallen. Man kann via
Nintendos Wi-Fi Connection auch die Traumwelten anderer Spieler besuchen. Diese stellen ein Sammelsurium der bereits besiegten Gegner dar, wobei man dazu auch die Daten des Wii-Wetterkanals verwenden kann, um verschiedenste Witterverhältnisse in der Welt vorzufinden. Ein nettes, wenn auch grundlegend nutzloses Feature, das aber keinem wehtut.
Grafisch enttäuscht das Spiel ein wenig.
Nights selbst sieht gut aus und seine Animationen sind enorm gut gelungen.
Will und
Helen könnten allerdings noch aus der Saturnzeit stammen: Low-Polygon-Modelle mit Animationen, als hätten sie Stöcke an den falschen Körperstellen. Im Gegensatz dazu begeistern die kunterbunten, märchenhaften Kulissen der Spieleabschnitte. Auch Sprachausgabe – wenn gleich nur Englisch – ist im Lieferumfang enthalten. Schöne Melodien vervollständigen den gelungenen Klangteppich. Audiovisuell wäre zwar mehr drin gewesen, allerdings ist das Gebotene mehr als ausreichend.