Die PSP-Fassung bietet gewohnt gute Spielbarkeit aber auch enorme Ladezeiten.
Who’s the king? Kaum ein Duell führt in Zockerkreisen zu einer derart starken Lagerbildung wie die jährliche Auseinandersetzung um den Fußballthron. Wie jedes Jahr schicken dabei
EA mit der
FIFA-Reihe und
» Casillas ist nicht leicht zu überwinden. |
Konami mit
Pro Evolution Soccer gewichtige Argumente ins Rennen. Die neueste Auflage letzterer Reihe weckt schon mit einer kleinen Namensänderung Hoffnung auf spielerische Innovationen. Bei der Konkurrenz schon seit jeher üblich, schmückt sich
PES 2008: Pro Evolution Soccer erstmals mit der Jahreszahl im Titel.
Um es gleich vorweg zu nehmen: dies ist tendenziell als schlechtes Omen zu werten, da
PES 2008 auch in der PSP-Fassung wie ein jährliches Update mit Minimalverbesserungen daher kommt. Im Grunde handelt es sich um eine beinahe exakte Umsetzung der PS2-Fassung. Lobenswert erwähnt werden muss hier definitiv die perfekte Kompatibilität zwischen den beiden genannten Versionen. Savegames und editierte Mannschaften lassen sich zwischen PlayStation 2 und Sonys Handheldkonsole problemlos kopieren, so dass zuhause begonnene Turniere prinzipiell unterwegs fertig gespielt werden können. Die Unterwegstauglichkeit des Titels ist dabei jedoch eingeschränkt, da
teils enorme Ladezeiten ein schnelles Spiel zwischendurch gerne mal vergellen. Ebenso zu beklagen ist, dass die
keinerlei Konnektivität zur PS3 geboten wird.
Hässliches Entlein In Sachen Präsentation gewinnt
Pro Evolution Soccer auch in der vorliegenden Fassung keinen Blumentopf. Optisch bewegt sich der Titel auf Vorjahresniveau, die geschmeidigen
» Wehe, wenn Deco nicht geschickt gedeckt wird! |
Animationen wissen aber nach wie vor zu begeistern. Dafür ist die neue Menüführung nicht einfach nur gewöhnungsbedürftig sondern schlicht und ergreifend grauenvoll. Von akustischer Seite her zeigt sich das Entwicklerstudio
Seabass jedoch bemüht und wartet mit einer
umfangreichen Tracklist mit Musikstücken verschiedenster Genres auf. Lizenzierte Ohrwürmer werdet ihr jedoch mit Ausnahme des
Kaiser Chiefs-Titelsongs vergeblich suchen.
Die bereits berüchtigten Kommentatoren bekamen auf der PSP nur ein Teilzeit-Engagement und geben einzig bei Toren eine kurze Wortspende von sich. Böse Zungen behaupten, dies sei kein Verlust, sondern trägt zum Qualitätsgewinn bei. Im Gegensatz zur PS2-Fassung ist die mobile Version multilingual und so kann man auch mit anderssprachigen Sportexperten Vorlieb nehmen. Die Geräuschkulisse kommt hingegen durch das große Schweigen besser zur Geltung, auch wenn sie im direkten Vergleich zur
FIFA-Serie nach wie vor äußerst verhalten wirkt.
Die inneren Werte zählen Seine Pluspunkte sammelt
PES 2008: Pro Evolution Soccer dann auch nicht bei der Präsentation sondern im eigentlichen Geschehen am Rasen. Die Ballphysik ist über jeden Zweifel erhaben und die Spielzüge erinnern an spannende
» Das riecht schon etwas nach Tor. |
Auseinandersetzungen am mittwöchlichen Champions League-Abend. Mit ein Garant hierfür ist die abermals
aufpolierte KI. Unter dem Schlagwort
Team Vision findet man so in etwa die CPU-Fähigkeit, eure erfolgreichen Spielzüge zu analysieren und sich damit darauf einzustellen.
Wer also den Angriff über die Flanken zum Programm erhebt, wird alsbald produktive Gegenmaßnahmen zu spüren bekommen. Den Sieg nach Schema F gibt es somit definitiv nicht mehr. Auch laufen sich eure Kameraden viel klüger frei, so dass ihr in der Offensive immer genügend Anspieloptionen vorfindet. Bei den Spielmodi bildet nach wie vor die Meister-Liga das Rückgrat des Titels. Kleine Neuerungen wie ein
Popularitätsranking für Vereine und individuelle Fußballer zeigen Einfluss auf Transferverhandlungen, können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass im Grunde alles beim Alten geblieben ist und dieser Modus nach nur wenigen Saisonen stark eintönig gerät.
Around the World Erstmals mit an Bord befinden sich die
Welt-Tour. Diese stellt euch vor
insgesamt 100 Missionen, die jeweils einen Sieg unter erschwerenden Zusatzbedingungen fordern. So müsst ihr in etwa den Kontrahenten
» Die Ballphysik garantiert abwechslungsreiche Szenen. |
niederringen, ohne dabei ein Abseits zu verursachen. Multiplayer-Freunde dürfen sich über Wireless-Partien freuen, von einem Online-Modus wurde jedoch leider abgesehen. Dies erscheint umso unverständlicher, da die DS-Version sehr wohl über einen solchen verfügt.
Doch auch diese Neuerungen können nicht über den schwerwiegendsten Mangel hinweg trösten: der
großen Lizenzmisere. Zwar gibt es wie jedes Jahr
winzige Fortschritte auf diesem Gebiet zu verzeichnen, Vereine wie FC Basel sind jedoch bei aller Liebe nicht die Offenbarung im internationalen Fußballkanon. Im Gegenzug fehlt abermals die deutschen Nationalmannschaft. Im englischen Vereinsfußball müssen lizenztechnisch gar minimale Rückschritte verzeichnet werden. Waren in der Vorjahresfassung noch Arsenal und ManU als einzige Teilnehmer namentlich korrekt vertreten, so firmieren heuer stattdessen die weniger prominenten Mannschaften aus Tottenham und Newcastle unter der richtigen Bezeichnung. Zum Glück berührt dies nicht die Namen der Spieler und eine kurze Änderung im
umfangreichen Editor verschafft schnelle Abhilfe.