Gelungenes Remake zum zehnjährigen Jubiläum der weltberühmten Abenteuerreihe.
Der Aufstieg und der tiefe Fall Nach ihrem Durchbruch anno 1997 stieg die Videospielheldin schnell zum Superstar und zur Werbeikone auf. Auch Kinoverfilmungen und Auftritte in Musikvideos ließen nicht lange auf sich warten. Doch mit der Zeit ebbte der Erfolg von
Lara Croft ab
» Auch nach 10 Jahren immer noch fit: Lara Croft! |
und erreichte mit
Tomb Raider: Angel of Darkness ihren absoluten Tiefpunkt. Nach diesem finanziellen als auch spielerischen Flop schien das Ende der Vorzeigeheldin gekommen. Doch
Eidos vertraute seinen wichtigen Franchise
Crystal Dynamics an, die mit
Legacy of Kain: Defiance ihr Können bereits unter Beweis stellten. Das neue Studio verpasste
Lara eine Frischzellenkur und verabschiedete sich in
Tomb Raider: Legend von einigen alten Übeln.
Zum zehnjährigen Jubiläum beglücken die Programmierer die
Tomb Raider-Fans nun mit einem Remake des ersten Teils. Die Geschichte des Originals blieb unangetastet: Erneut begibt sich
Lara auf die Suche nach dem legendären Scion von Atlantis. Auf dieser Reise besucht sie unter anderem Peru, Griechenland und Ägypten, misst sich mit konkurrierenden Schatzsuchern und versucht der mysteriösen
Jacqueline Natla auf die Schliche zu kommen. Die Story wird sowohl in
spektakulären Rendervideos als auch
Echtzeit-Sequenzen erzählt. Um mehr Interaktivität zu bieten, wurden letztere durch
Quick-Time-Events erweitert. Hier gilt es, rechtzeitig die am Bildschirm gezeigte Taste zu drücken.
Treffsicher Die antiquierte Steuerung des Originals haben die Entwickler völlig über Bord geworfen und der Archäologin ein völlig
neues Bewegungs-Repertoire spendiert. Sowohl Neulingen als auch Profis wird die neue Kontrolle von
Lara sofort
» Trotz Shorts wird ihr nicht kalt. |
in Fleisch und Blut übergehen. Dank der präzisen Kontrolle macht es einfach Spaß die junge Frau durch die Geschicklichkeitspassagen der Höhlen, alten Tempeln oder Grabstätten zu navigieren. Neben dem üblichen Erklimmen von Anhöhen und dem Springen und Schwingen über Abgründe, kann sie neuerdings auf
Pfählen balancieren. Außerdem ist es ihr möglich, wenn der Enterhaken an speziellen Ringen befestigt wird, ähnlich dem Prinz aus Persien, kurzzeitig
an Wänden entlangzulaufen.
Wie schon im Original trifft die Heldin auf Fledermäuse, Wölfe, Bären oder Dinosaurier die ihr ans Leder wollen, zudem muss sie sich auch einigen großen Ungetümen zum Kampf stellen. Mittels Waffengewalt rückt die Archäologin ihren Gegnern zu Leibe, wobei die
automatische Zielfunktion dem Spieler stets die volle Kontrolle über das Kampfgeschehen gibt. Sind die Feinde nach zahlreichen Treffern wütend geworden, stürmen sie auf die Heldin zu. Hier kommt der neue
Zeitlupenschuss zum Einsatz, dabei weicht
Lara den Raubtieren aus und verpasst diesen tödliche Kopftreffer.
Ein Blickfang Sollte Fräulein
Croft trotzdem das Zeitliche segnen, ist es nicht nötig das Xbox 360-Pad entnervt in die Ecke zu schmeißen.
Crystal Dynamics hat in den riesigen Levels
zahlreiche Rücksetzpunkte platziert, die den Frustfaktor auf
» Böse Dinos! Böse, böse Dinos! |
das Minimum reduzieren. Die Rätselkost ist im Prinzip die Gleiche wie schon vor zehn Jahren. Erneut verschiebt die Archäologin Kisten, bestätigt Schalter oder sucht nach mehreren Gegenständen um alte Gerätschaften in Gang zu setzen.
Echte Kopfnüsse werden Profis zwar vermissen, trotzdem fügen sich die Rätsel gut ins Gesamtbild ein und stören vor allem den Spielfluß nicht.
Technisch befindet sich
Tomb Raider Anniversary auf hohem Niveau, vor allem die enorme Weitsicht weiß zu überzeugen, genauso wie
Laras flüssige Animationen. Klar, Next-Gen ist was anderes und wirklich ins Schwitzen gerät die Xbox 360 nie, aber
die gute Ms. Croft präsentiert sich rund, geschmeidig und ohne Framerate-Probleme. Was will man mehr? Auch die Gegner haben natürlich eine Frischzellenkur erlebt und wirken realistischer als noch in den 90er-Jahren. Das Facelifting tut dem Spiel sichtlich gut.