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Atelier Iris 3: Grand Phantasm  
» Autor: Amir-Oliver Tabba
» Datum: 21.08.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Spaßiges und farbenfrohes 2D-Rollenspiel mit gelungenem Kampfsystem.

Für die meisten Videospieler stellt Final Fantasy der Inbegriff eines japanischen RPGs dar, doch im Schatten dieser ruhmreichen Reihe gibt es noch zahlreiche andere Emporkömmlinge, die um die Gunst der Käufer buhlen. Koeis Atelier Iris 3: Grand Phantasm ist einer davon und versucht nun auch die europäischen Spieler von dessen Qualität zu überzeugen. Ob das 2D-RPG aus dem Land der aufgehenden Sonne ähnlich epische Unterhaltung bietet wie die namhafte Konkurrenz von Square Enix, soll ein ausführliches Master-Review klären.

Das Geheimnis der Alchemie
Iris ist die letzte Alchemistin und im Besitz eines versiegelten Buches, das sie von ihren Vorfahren erhalten hat. Alle Versuche den Wälzer zu öffnen verliefen jedoch erfolglos und
» Mittels der Standardangriffe wird die Burst-Leiste gefüllt.
somit blieben der jungen Frau zahlreiche Geheimnisse der Alchemie verborgen. Zusammen mit Edge bestreitet sie ihren Lebensunterhalt als Raider. Diese Abenteurer nehmen im Namen der Gilde von Zera Meruze Aufträge an und versuchen sie zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Während einer ihrer Aufgaben entdecken die beiden Wagemutigen eine seltsam leuchtende Kugel. Als Iris sich der Sphäre nähert wird diese von ihrem Buch aufgesaugt, wodurch ihr Schicksal unerwartet eine Wendung nimmt. Ohne es zu wissen ist die Alchemistin nämlich im Besitz des legendären Escalario. Wer alle acht Kugeln davon findet und das Siegel des Buches bricht, dem soll einmal jeder beliebige Wunsch erfüllt werden. Doch verbirgt sich hinter dem magischen Relikt ein noch viel größeres Geheimnis, von dem der unnahbare Raider Ash und der zwielichtige Crowley zu wissen scheinen. Was sind ihre Pläne, welche Bedeutung kommt dem Escalario wirklich zu? Neben ihren alltäglichen Problemen als Raider denen sich die Hauptprotagonisten stellen müssen, gilt es nun das Rätsel hinter dem Escalario und ihren Feinden zu lüften.

Probieren geht über Studieren
Auf dem ersten Blick scheint Atelier Iris 3 ein gewöhnliches japanisches RPG zu sein. Schließlich hält sich das Spiel an die Grundregeln des Genres wie z.B. mit allen Personen zu
» Iris hat soeben neue Rezepte entdeckt.
reden, um so viele Informationen wie möglich zu erhalten sowie die Geschäfte stets nach neuer Ausrüstung und Gegenständen abzuklappern. Doch die Unterschiede zur Konkurrenz liegen im Detail, den größten Gegensatz zu anderen RPGs stellt das Synthesize-Feature dar.

Als Alchemistin kann Iris nämlich selbst Waffen, Accessoires, Rüstungen, Tränke und andere Utensilien herstellen. Die Rezepte zur Item-Kreation erhält sie regelmäßig durch das Lösen von Quests oder den Einkauf in den Geschäften. An denen kann sich die junge Frau orientieren und das gewünschte Objekt herstellen. Allerdings laden die Anleitungen auch zum Experimentieren ein. Durch das schiere Ausprobieren lassen sich bisher unbekannte Gegenstände erschaffen, die vom großen Nutzen sein können. Das Synthesize-Feature verursacht schon nach wenigen Minuten einen richtigen Suchtfaktor, findet man schließlich an Ecken und Enden der Welt Items, die zum Erfinden einladen.

Mission complete
Um die Geschichte voranzutreiben, gilt es stets, der Gilde einen Besuch abzustatten. Dort befindet sich eine Pinnwand an der die verschiedensten Aufträge ausgeschrieben sind. Variation wird diesbezüglich
» Im Burst-Modus nehmen die Gegner größeren Schaden.
groß geschrieben, vom Eskortieren eines NPCs durch einen Dungeon, dem Beschaffen eines Gegenstandes bis zum Erledigen von mächtigen Monstern - alles ist im Angebot. Während dem Durchforsten der Dungeons, genannt Alterworlds, werden die Raider in zahlreiche Schlachten verwickelt. Alle Gegner sind auf dem Bildschirm sichtbar, wodurch man ihnen leicht ausweichen kann.

Atelier Iris 3 setzt auf ein rundenbasiertes Kampfsystem, das über die üblichen Befehle verfügt - Angriff, Fähigkeiten, Items und Verteidigen. Allerdings können die Charaktere nur ihre Begabungen einsetzen, wenn die Skill-Leiste über eine ausreichende Anzahl an Punkten verfügt. Durch Standardangriffe wird die Leiste ständig aufgefüllt, womit das Spiel eine zusätzliche taktische Note verliehen bekommt. Am linken unteren Bildschirmrand befindet sich zu dem die Burst-Anzeige. Durch erfolgreiche Attacken wird diese Leiste aufgeladen und löst beim Erreichen des Maximums den Burst-Modus aus. Dieser setzt die Skill-Points auf den Höchstwert und die Gegner nehmen durch Spezialattacken das Vielfache des gewöhnlichen Schadens. Dadurch stellen selbst mächtigste Monster jederzeit eine lösbare Aufgabe dar.

Blickfang
Im Spielverlauf werden die Helden verschiedenen Mana-Geistern begegnen, die sie im Kampf unterstützen. Sie erlauben es zwei der drei Hauptprotagonisten ihre Klasse sowie Fähigkeiten zu ändern. Neben
» Die Umgebungen sind allesamt detailreich gestaltet.
den Burst-Modus und der Skill-Leiste stellt dieser Aspekt eine weitere strategische Bereicherung dar. Dafür ist das Speichersystem etwas unzeitgemäß geraten, da es leider nur im Workshop von Zera Meruze möglich ist den Spielstand zu sichern. Aufgrund des einfachen bis mittleren Schwierigkeitsgrades und der kurz gehaltenen Alterworlds stellt dieses Manko jedoch kein großes Problem dar.

Grafisch erinnert Atelier Iris 3 an ein SNES-RPG, was vor allem an der detailverliebten 2D-Grafik liegt. Die gezeichneten Hintergründe, sowie die wunderschönen und farbenfrohen Artworks, Umgebungen und Figuren werden Fans des Anime-Stils sofort in ihr Herz schließen. Besonders während der Kämpfe lässt das Game seine Muskeln spielen und unterlegt jeden Angriff mit spektakulären Animationen. Trotz der zahlreichen Details wirkt die Grafik etwas altbacken, da die Schauplätze völlig statisch sind. Beim Soundtrack und der wahlweise englischen oder japanischen Sprachausgabe gibt es jedoch absolut nichts zu bemängeln. Ein Ohrwurm jagt den nächsten und untermalt jede Situation, egal ob fröhlich, traurig oder episch, immer passend.
Pro
Atmosphärischer Soundtrack
Gut ausbalanciertes Kampfsystem
Süchtig machendes Synthesize-Feature
Detailverliebte 2D-Grafik
Contra
Grafik etwas altbacken
Abspeichern nur in der Stadt
Fazit
Atelier Iris 3: Grand Phantasm ist wie schon seine Vorgänger ein sehr gutes RPG geworden. Obwohl das Spiel keine epische Geschichte erzählt, bleibt es zu jedem Zeitpunkt spannend und spaßig. Egal ob die Hauptprotagonisten oder die NPCs, alle wurden mit so viel Liebe zu Detail geschaffen, dass es schwer fällt, sie nicht ins Herz zu schließen. Nur wer wirklich eine Abneigung gegen 2D-Grafik und Kulleraugen hat, sollte einen Bogen um das Game machen. Alle anderen können sich auf ein abwechselungsreiches und süchtig machendes RPG freuen. Als besonders ansprechend empfand ich das Synthesize-Feature - also das Erfinden von Items - das mich viele Stunden in seinen Bann zog und zum Experimentieren einlud. Zu dem konnte mich das perfekt ausbalancierte Kampfsystem mit seinen neuen Einfällen wirklich begeistern. Als etwas störend empfand ich das Speichersystem. Wie schon bei Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs, ist es einfach unzeitgemäß, den Spielstand nicht in den Dungeons absichern zu können. Sieht man von diesem Manko ab, bekommen RPG-Fans ein spaßiges Abenteuer geboten, das sie für 35 bis 50 Stunden an den Bildschirm fesseln wird.