Überzeugender Third-Person-Shooter mit altbewährtem Weltkriegs-Setting.Der zweite Weltkrieg – ein Szenario, das bereits öfters in mal mehr, mal weniger guten Spielen verwendet wurde. Jetzt versuchen Ubisoft und Gearbox die Schlachten der 40er-Jahre auch auf Nintendos DS zu bringen. Bis auf den Namen und das Setting hat
Brothers in Arms DS aber nicht mehr viel mit den Konsolenvertretern der Franchise gemein, handelt es sich beim Handheldtitel doch um einen Third-Person-Shooter und nicht mehr um ein Kriegsspiel aus der Ich-Perspektive. Inwiefern der mobile Krieg überzeugen kann, erklärt euch unser Master-Review.
Zu den Waffen! Im Gegensatz zu den großen Brüdern auf Konsole und PC übernimmt man in
Brothers in Arms DS nicht die Rolle eines Truppenführers, sondern die eines einfachen Soldaten. Dieser wird in
drei Kampagnen » Auch Panzer sind mit von der Partie. |
unter anderem an die Nordküste Afrikas und in die Adrennenschlacht geschickt. In den Missionen befolgt man dabei in erster Linie die Befehle des Kommandanten, marschiert grün markierte Wegpunkte ab und kämpft an vorderster Front. Gelenkt wird dabei, wie bereits erwähnt, in der Third-Person-Perspektive, was überraschenderweise sehr gut funktioniert. Auf dem Touchscreen wird mittels Stylusbewegungen die Blickrichtung des Soldaten gesteuert, der Waffenwechsel oder das Nachladen passieren ebenfalls auf dem unteren Bildschirm.
Geschossen wird mit dem L-Button, während die anderen Knöpfe zum verwenden von stationären Geschützen oder zum Bomben legen vorgesehen sind.
Sehr gut gelungen ist auch das Granatenwerfen: Hierbei wechselt die Kamera in eine Iso-Vogelperspektive. Auf dem Touchscreen kann man nun mit dem Stylus genau festlegen, wohin die Granate fliegen soll. Somit ist es auch kein Problem, die explosiven Todesengel auch hinter Barrikaden und andere Hindernisse zu werfen. Übrigens ist es
Gears of War-like möglich, sich hinter Mauern und umgefallenen Autos Deckung zu verschaffen.
Kriegsmaschinerie Neben dem Kampf zu Fuß stehen dem Soldaten auch in verschiedenen Missionen Fahrzeuge wie Panzer und Jeeps zur Verfügung. Die Missionen bieten zwar Weltkriegs-Standardkost, durch die gute Inszenierung
» Scharfschützen sind gefährlich. |
sowie dem
intelligenten Missionsdesign kommt trotzdem nie Langeweile auf: Strategisch wichtige Punkte wollen erobert, plötzliche Panzerangriffe gekontert und gegnerische Scharfschützen ausgeschaltet werden. Die drei Kampagnen von
Brothers in Arms DS bieten hierbei
16 Missionen, welche jeweils in zwei verschiedenen Schwierigkeitsgraden bewältigbar sind.
Kleinere Abzüge gibt es allerdings für die computergesteuerten Mitstreiter, welche sich manchmal recht ungeschickt anstellen und beispielsweise blind in Hinterhälte reinrennen. Trotz dieses Mankos ist der Titel recht angenehm durchspielbar, da man auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad nie auf unfaire Situationen trifft. Gute Spieler haben die 16 Missionen allerdings bereits in gut sechs bis sieben Stunden bewältigt, was für manche sicher zu kurz scheint. Im Multiplayer-Part des Titels kann man sich in den klassischen Spielemodi wie (Team)-Deathmatch gegen drei Freunde messen – allerdings braucht jeder Mitspieler ein eigenes Modul.
Auf ins Gefecht! Optisch wird das Spiel den Screenshots gerecht: Der Detailgrad ist für DS-Verhältnisse enorm. Wenn einem der Kommandant befiehlt sich auf dem Schlachtfeld umzuschauen, während eine DC9 brennend
in die Kulisse stürzt und gewaltvoll explodiert, dann wird man Zeuge einer
cineastisches Meisterleistung auf dem kleinen Handheld. Andernorts ist es die Harmonie und die Ruhe eines kleinen Dorfes in der Normandie, welches mit einer Windmühle - dessen Rad sich schön animiert im Wind dreht - den Spieler entzückt durch die Kulisse spazieren lässt. Die Animationen der Soldaten wie auch die der Umgebung sind zudem
überraschend geschmeidig und authentisch.
Kleiner Wermutstropfen stellen die teilweise matschigen Texturen dar - vor allem in der Entfernung. Nichtsdestotrotz ist
Brothers in Arms DS die neue
Grafikreferenz für Nintendos mobile Plattform. Bei der Sounduntermalung wird einem klar, dass die Entwickler sehr viel Zeit in die Vertonung des Spiels gesteckt haben. Der musikalische Hintergrund erhöht die Spannung und lässt Gefahr an jeder Ecke erahnen, Maschinengewehrsalven feueren authentisch aus den kleinen Lautsprechern des DS und Offiziere schreien einem ständig Anweisungen zu. In gefährlichen Situationen wird sogar der Herzschlag des Soldaten akustisch wiedergegeben. In den Hauptmenüs und Missionsbeschreibungen wird klassischer Militärsoundtrack abgespielt – nichts weltbewegendes, aber doch sehr atmosphärisch.