Solides Party-Tennisspiel mit veralteter Technik und schwachem Sound.In den letzten Jahren rückte der weiße Sport in den Medien in erster Linie durch
Roger Federer in den Vordergrund, der von Sieg zu Sieg eilte. Jetzt versucht
Sony mit
Everybody’s Tennis einen Teil von
Federers Ruhm für sich zu verbuchen und die Tennisfreunde in der Videospielgemeinschaft mit einer Simulation in den Bann zu ziehen. Ob den Entwicklern ein Ass gelungen oder ein Doppelfehler passiert ist, soll dieses ausführliche
Master-Review klären.
Tennis wird überall gespielt Vor dem Spielstart bietet
Everybody’s Tennis mehrere Sprachen zur Auswahl an - hat man sich für eine entschieden, kann der Tennisspaß eigentlich schon starten. Nach dem Anlegen eines Spielstandes erscheint gleich das Spielmenü, das folgende
» Achtung, Jetzt hagelt es einen Schmetterball. |
Modi zur Auswahl hat:
Tennis für Jedermann,
Herausforderungsmodus,
Trainingmodus,
Optionen und
Daten.
Für den Anfang ist es empfehlenswert, das Training in Anspruch zu nehmen, sodass Steuerung und Spielmechanik in Fleishc und Blut übergehen. Danach sollte man sein Können in ein paar ungezwungenen Partien im
Tennis für Jedermann unter Beweis stellen, um sich für die Herausforderungen zu wappnen. Dort angelangt ist es das Ziel, jedes Match zu gewinnen und in die nächst höhere Liga aufzusteigen. Für jede gemeisterte Aufgabe wird ein Extra, wie z.B. ein weiterer Spieler, Schiedsrichter, Tenniscourt oder ein weiteres Kostüm, frei geschaltet. Die
vorgefertigten Charaktere decken alle Spielertypen ab, vom Grundlinienspieler, Aufschlagspezialisten, Netzspieler bis zum Allrounder - alles ist im Angebot. Bei den
exotischen Schauplätzen ließen die Entwickler ihrer Fantasie freien Lauf: Urwald, Meeresstrand, Schulhof, Innenstadt oder klassischen Centercourt, jeder Geschmack wird bedient.
Lasset das Spiel beginnen Sonys Tennisspiel wartet mit einer sehr
intuitiven Steuerung auf, die schon nach wenigen Minuten in Fleisch und Blut übergeht. Mittels der X-Taste wird ein schneller Top Spin-Schlag ausgeführt, der den Gegner unter Druck setzen soll. Die Kreis-
» Nicht nur der Schläger zählt, auch das Schuhwerk. |
Taste hingegen ist mit dem defensiven Slice und der Dreiecks-Knopf mit dem Lob belegt. Die Spieler können wahlweise per Digital-Kreuz oder linkem Analog-Stick gesteuert werden, wobei letzteres empfehlenswerter ist. Unter Berücksichtung der Spielstärken der gewählten Figur stellt der richtige Mix der verschiedenen Schlagvarianten das entscheidende Mittel zum Sieg dar. Aufgrund der
einfältigen KI sind die Schwächen der CPU-Gegner leider sehr schnell ausgemacht, weshalb selbst die höheren Ligen im
Herausforderungsmodus keine Gefahr darstellen. Daran ändern auch
Handicaps, wie z.B. das Abschalten der
Schlagmarkierungen, nichts.
Lustige Minispiele, wie bei
Virtua Tennis 2, wären dem Spielspaß sicherlich zuträglich gewesen, doch leider sucht man diese vergebens. Nach Bewältigung aller Ligen lebt
Everybody’s Tennis nur noch vom Mehrspielermodus. Erst mit menschlichen Mitspielern läuft das Spiel zur Bestform auf, da, je nach Wunsch, Best-of-One bis zu Best-of-Five-Matches mit
exotischen Regeln, wie z.B. Zeitlupe oder ungewöhnlichem Ballverhalten, ausgetragen werden können.
Spiel, Satz und … Sieg? Sonys Tennisspiel wartet mit einem fröhlichen und farbenfrohen
Anime-Grafikstil auf, der aber nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Die Spielermodelle sind etwas eckig geraten, verfügen jedoch über ein paar
belustigende Animationen, an denen man
» Diese hübsche Dame trauert gerade einem Punkt nach. |
sich schnell satt sieht. Dies liegt in erster Linie an den
zahlreichen Wiederholungen, die deaktivierbar sind, und den Nahansichten nach besonderen Ballwechseln. Dafür überzeugen die Lichteffekte bei präzisen und spektakulären Schlägen.
Bei der Musikuntermalung haben die Entwickler von
Everybody’s Tennis leider einen völligen Fehlgriff getätigt. Die Melodien erreichen nur
Fahrstuhlmusik-Niveau, lassen sich aber im Optionsmenü abschalten, was bei der Sprachausgabe leider nicht möglich ist. Die Sprecher mit ihren
verstellten Stimmen nerven schon nach wenigen Minuten, außerdem sind einige Sprüche völlig unpassend. Im Gegensatz dazu kann die restliche Geräuschkulisse durchaus überzeugen. Das Rauschen des Meeres, das Zwitschern der Vögel oder der Lärm der vorbei fahrenden Züge – alles lässt die Umgebungen etwas lebendiger wirken.