Nach 20 Jahren noch immer spannend - aber ohne etwas Neues zu bieten.Vor 23 Jahren hatte Alexey Pajitnovs eine geniale Idee. Er baute aus kleinen Klötzchen ein Spiel und nannte es Tetris. Niemand hätte damals für möglich gehalten, dass das Knobelspiel auch nach so langer Zeit noch existieren wird. Es steht heute sogar für mehrere Generationen von Videospielern, denn für nahezu jede Plattform gibt es einen Ableger. Durch die Entwickler von Mass Media können sich nun auch Xbox 360-Fans an den Bausteinen erfreuen. Ob es sich auch lohnt, lest ihr in unserem
Master-Review.
Alt aber gutAm Spielprinzip hat sich auch bei Tetris Evolution nichts geändert. Bekannte Klötzchenformationen fallen vom oberen Spielfeldrand nach unten. Durch geschicktes Drehen der Steine sollte eine zusammenhängende Fläche
» Das bekannte Spielprinzip funktioniert auch heute noch! |
entstehen, wobei sich durchgehende Linien auflösen. Genau das ist es, was bereits vor 20 Jahren zur Sucht ausartete und es trifft auch heute noch zu. Leider fehlt der Umsetzung jedoch ein wenig Kreativität, denn die insgesamt acht verschiedenen Spielmodi (Marathon, Ultra, Cascade, Race, Score, Hotline, Go Low und Eraser) unterscheiden sich nur sehr sporadisch.
In diesem Bereich gibt es neben dem klassischen Spiel auch die Möglichkeit der Zeitherausforderung, in der man in einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Steine abbauen soll, um Punkte zu bekommen. Des Weiteren müssen in einem anderen Modus die Steinreihen möglichst niedrig gehalten werden. Umso höher die Klötze wachsen, desto weniger Punkte werden erzielt. Die Anderen haben ebenso ihre Besonderheiten, insgesamt ähneln sie sich aber zu stark. Trotzdem darf man sich über viele Einstellungsmöglichkeiten freuen, da es für jeden Modus viele Möglichkeiten zur Auswahl gibt. Ob nun das Starterlevel oder der Highscore, den man erreichen möchte, an dieser Stelle darf jeder sein eigenes Spiel zusammenbasteln.
MehrspielerspaßTrotz dieser inhaltlichen Schwächen, die Tetris Evolution leider zu einem eher mittelmäßigen Spiel machen, gibt es dennoch einige Lichtblicke. Dazu zählt besonders der Mehrspielermodus, in dem man wirklich viel Spaß
» Der Mehrspielerpart ist gut gelungen. |
haben kann. Online und offline können hier vier Mitstreiter gegeneinander antreten, wobei alle Modi in verschiedenen Ausführungen gestartet werden dürfen. Alle Spielfelder der vier Teilnehmer sind auf einem Bildschirm enthalten, sodass es jeder Zeit möglich ist zu sehen, wie es den Rivalen ergeht. Wählt man die klassische Variante, gewinnt beispielsweise derjenige, der die meisten Punkte einheimsen kann.
Um das Geschehen auch noch etwas aufzufrischen, dürfen dem Gegenüber bei entsprechender Leistung zusätzliche Steinreihen geschickt werden, was so manche Partie zu einer nervenaufreibenden Runde macht. Hat man keine drei Kontrahenten privat zur Verfügung, wird die Gegner-Suche langwierig. Da die Spieler nur sehr unzureichend gefiltert werden können, ist es schwer jemanden zu finden. So bleibt meist nur der Ausweg ein Ranglisten-Match, welches immer im klassischen Marathon-Modus gespielt wird, zu wählen, denn hier findet man die Gegner leichter. Generell sind Mitstreiter trotzdem Mangelware.
Alles zweckmäßig Der technische Aspekt des Spiels kommt leider ein wenig zu kurz. Die Optik ist zwar zweckgemäß, jedoch hätten sich die Entwickler durchaus mehr einfallen lassen können, um diese aufzuwerten. Als Hintergrund werden
» Hintergrundgrafiken gibt es einige. |
lediglich Videos oder Standbilder gezeigt, die man im Menü separat auswählen kann, welche aber mit dem eigentlichen Spiel nichts zu tun haben. Das alles wirkt zwar nicht sehr ausgefallen, bietet aber satte 300 Spielerbilder, 25 Skins und 15 Hintergrundarten. Bei Letzteren gibt es neben statischen Bildern oder Diashows auch flüssige Videoschleifen in HD. Wem das noch immer nicht genug ist, der kann weitere via Xbox Live kostenpflichtig runterladen.
Auch die Hintergrundmusik passt zu der mäßigen grafischen Präsentation an. Zwar sind zu dem bekannten klassischen Tetris-Soundtrack ein paar neue Stücke dazugekommen, Highlights werden hier aber vermisst. Eine Option, um eine Individualisierung während der Partie vorzunehmen, sucht man leider vergeblich. Somit ist der Spieler dazu verurteil, ein gesamtes Spiel auf dieselben Hintergründe zu starren und sich immer wieder vom gleichen Musikstück berieseln zu lassen.