Die Spinne geht Frust, langweiligem Missionsdesign und schwachen Kämpfen ins Netz.Spider-Man schwingt derzeit nicht nur durch die Kinos auf aller Welt, sondern kämpft auch auf allen gängigen stationären Konsolen gegen das Böse. In Spider-Man 3 schlüpft ihr abermals in die Rolle des flinken Superhelden und interveniert gegen die Kriminalität in New York. Nach dem etwas enttäuschenden Ultimate Spider-Man will Entwickler Treyarch wieder zu alter Form finden. Ob ihnen dies gelungen ist , deckt wie immer unser
Master-Review auf.
Angriff der FreaksWie bereits die Vorgänger bietet auch Spider-Man 3 ein frei begehbares New York, in dem man in GTA-Manier zahlreiche Haupt- und Nebenaufgaben löst. Am schnellsten ist man bei der Fortbewegung durch die riesige
» Das schwarze Kostüm gibt ungeahnte Kräfte. |
Metropole per
Schwingen, Klettern und Springen. All dies funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnung wie bereits in den Sequels einwandfrei und sehr intuitiv, was das Fortbewegen durch die Stadt abermals sehr spaßig macht. Um einen angemessenen Umfang zu erreichen, wurde die
Filmstory durch zahlreiche neue Handlungsfäden erweitert. So hat man es nicht nur mit dem Sohn des
Green Goblin sowie
Sandman und
Venom zu tun, sondern auch mit anderen Schergen des
Spider-Man-Universums wie
Dr. Connor,
Rhino und
Scorpion.
Neben diesen Endbossen muss man sich während der insgesamt
42 Hauptmissionen und zahlreichen Nebenmissionen natürlich auch allerlei Standardgegnern erwehren, welche vornehmlich aus Gangmitgliedern bestehen. Erfolgreich absolvierte Aufgaben schalten neue Moves und Charakterverbesserungen frei. Leider wissen weder das Missionsdesign noch das Kampfsystem zu überzeugen. Während ersteres selten über das Laufen/Schwingen von A nach B hinaus geht und obendrein unter starkem Umgebungsrecycling (Labore, Kanalisation, Stadt) leidet, artet das Kämpfen trotz zahlreicher Kombo-Möglichkeiten oftmals in wildes Buttonmashing aus. Bestimmte Taktiken erfordern lediglich die Kämpfe gegen Obermotze, deren Verlauf in den meisten Fällen allerdings sehr zäh ausgefallen ist, was die
Fights eher anstrengend als spaßig macht - nicht zuletzt wegen der oft miesen Kamera.
Mehr Frust als LustNeu sind Trigger-Ereignisse ähnlich jenen von
God of War. In einigen Spielsituationen – vorwiegend bei Bosskämpfen oder dem Entschärfen von Bomben – gilt es, möglichst rasch eingeblendete Buttons zu
» Das Schwingen ist spaßig - der Rest nicht so ... |
aktivieren, während im Hintergrund vorberechnete, spektakuläre Animationen ablaufen. Leider ist das Zeitfenster für das Drücken eines entsprechenden Buttons so gering ausgefallen, dass diese Abschnitte fast immer in reinstes Trial-and-Error ausarten, was ihnen schnell den Reiz nimmt. Im Verbund mit dem ansonsten ohnehin
recht hohen Schwierigkeitsgrad des Titels eine echte Quelle für
unnötigen Frust während den rund zehn Stunden die man zum Absolvieren aller Hauptaufgaben benötigt. Checkpoints helfen hier leider auch nicht immer weiter, da sie an einigen Stellen offenbar schlichtweg vergessen wurden..
Leider vermag auch die Technik nicht über die spielerischen Schwächen des neuesten Spider-Man-Abenteuers hinwegzutäuschen. Zwar sieht die Stadt mit ihren tiefen Straßenschluchten, Leuchtreklamen und hohen Wolkenkratzern recht gut aus, allerdings sind vor allem die Charaktermodelle abseits Spider-Mans und deren Animationen durchgängig nicht Next-Gen-würdig. Fette Effekte lassen sich ebenfalls nur selten blicken. Auch beim Sound patzt das Spiel. Die Sprecher wirken unmotiviert, Musikuntermalung sucht man mit der Lupe und
Spider-Mans gewollt lustige Sprüche zünden nur selten.