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God of War: Chains of Olympus  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 27.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Kratos erobert die PSP im Sturm und liefert das eindrucksvollste Handheld-Erlebnis aller Zeiten.

Episches Fantasy-Futter im Hosentaschenformat
Nachdem sich die Mannen von Ready at Dawn bereits bei Daxter mit Ruhm bekleckerten, wagten sie sich ein noch weitaus herausfordernderes Projekt für Sonys PlayStation Portable. Mit God of War: Chains of Olympus sollte Vorzeigehühne Kratos ebenso eindrucksvoll und spektakulär wie auf der PlayStation 2 in blutige Kämpfe, knifflige Rätsel und eine epische Storyline verstrickt werden. "Unmöglich!" dachten viele. Doch das fertige Produkt soll alle eines Besseren beleheren ...

God of War ist in seiner mobilen Form nämlich ebenso genial, brachial und gut spielbar, wie in den mittlerweile legendären Konsolenvorlagen. Alles, wirklich alles, was den Hühnen groß gemacht hat, findet sich auch in der portablen Version wieder. Sei es die geniale Musikuntermalung, die atemberaubende grafische Umsetzung, die künstlerisch tolle Inszenierung oder das facettenreiche Gameplay. Wer Kratos auf der PS2 mochte, wird ihn auch auf der PSP lieben.

Die Ketten des Olympus
Doch eins nach dem anderen. Zunächst einmal zur Story. God of War: Chains of Olympus ist keine klassische Fortsetzung der Teile eins und zwei sondern erzählt die Vorgeschichte zu den beiden Konsolenteilen – ist
» Griechenland brennt, Kratos verteidigt!
somit also ein Prequel. Bevor Kratos nämlich zum Gott des Krieges wurde und anschließend den Göttern die Stirn bot, kämpfte er in deren Dienst. Chains of Olympus zeigt, wie er von den Bewohnern des Olymp eingesetzt wird, um die angreifenden Perser aus Griechenland zu vertreiben. Gleichzeitig wird verdeutlicht, warum Kratos beginnt an den Göttern zu zweifeln und woher sein Hass ihnen gegenüber stammt.

Erzählt wird die gute Story in genial inszenierten Zwischensequenzen welche teils auf die Grafikengine, teils auf vorgerenderte Bilder zurückgreifen. Unterlegt sind diese wie aus den PS2-Teilen gewohnt mit einem filmreifen Soundtrack sowie professionellen Sprechern. Angesichts des limitierten UMD-Speicherplatzes hat es leider nur eine Tonspur auf die Disc geschafft. Doch Skeptiker seien beruhigt, auch die deutsche Sprachausgabe ist Sony wieder einmal gut gelungen – wenn auch gerade Kratos Stimme im Deutschen etwas weniger verroht klingt.

Opulentes Meisterwerk
Doch nicht nur in den tollen Zwischensequenzen macht Kratos neuestes Abenteuer eine überragende Figur. Auch die Ingame-Grafik erfreut durch einen auf einem Handheld noch nie dagewesenen Detailgrad, welcher
» Gleich wirds blutig ...
selbst die meisten aktuellen PlayStation 2- und Wii-Spiele alt aussehen lässt. Butterweiche Animationen, weitläufige, farbenprächtige Areale, wundervoll designte Figuren und brachiale Effekte verzaubern das Auge. Um für optische Abwechslung zu sorgen hat man abermals tief in die Mythologie-Kiste gegriffen und lässt Kratos unter anderem dem gigantischen Angriff der Perser vor der Küste Griechenlands beiwohnen, die Tiefen des Hades erkunden sowie durch die wunderschönen Felder des Elysiums streifen.

Das Ganze geht absolut ruckelfrei über die Bühne und bietet einen komplett gestreamten Spielablauf, was zur Folge hat, dass es keine Ladezeiten zu ertragen gibt. Lediglich Tearing trübt den überragenden Gesamteindruck wie bereits auf der PlayStation 2. Ebenfalls darf für alle Bedienungszweifler eine Entwarnung ausgesprochen werden. Die Steuerung wurde perfekt auf die Gegebenheiten der PSP angepasst und erfreut durch intuitive und genaue Bedienbarkeit, welche den PS2-Vorbildern in nichts nachsteht.

Schlagen, stechen, schlitzen, werfern, zerreißen!
Wo die Technik begeistert, weiß auch das Gameplay mitzuhalten. Geboten wird der gewohnt hochwertige Mix aus wilden Gemetzeln, intelligenten Rätseln und einfallsreichen Kletter- und Sprungpassagen. Der
» Größere Gegner werden spektakulär getötet.
Fokus liegt dabei klar auf den Kämpfen, wird aber immer wieder durch die anderen Spielelemente gekonnt aufgelockert. Das Kampfsystem zeigt sich bekannt tiefgängig und erfreut durch viele unterschiedlich agierende Gegnertypen sowie zahlreiche Möglichkeiten. Leichte und harte Schläge lassen sich in Kombination mit der L1-Taste zu tödlichen Kombos verbinden während Blocks und Ausweichmanöver vor Gegnerattacken schützen. Außerdem können angeschlagene und schwächere Feinde – je nach Typ - gepackt, geworfen, getreten oder einfach in der Luft zerissen werden. Dass all das wieder äußerst blutig dargestellt ist, dürfte jedem klar sein.

Im Verlauf des Spiels sammeln sich zwei aufrüstbare Nahkampf- und fünf Magiewaffen an. Außerdem erhält man die Fähigkeit gegnerische Geschosse zurückzuschlagen. Natürlich fehlen auch die berühmten Trigger-Events der Vorgänger nicht. Mit diesen lassen sich stark angeschlagene Feinde durch rechtzeitige Eingabe angezeigter Buttons und Stickbewegungen spektakulär finishen, was vor allem bei größeren Feinden sowie den großartigen Bossfights genial zur Geltung kommt.

In sechs Stunden von Griechenland nach Elysium
In den Punkten Gameplay, Technik und Inszenierung kann God of War: Chains of Olympus durchaus als annähernd perfekt bezeichnet werden. Das Spiel ist keine Sekunde langweilig und sieht einfach fantastisch
» Die Kulissen sind prächtig.
aus. Dennoch gibt es einen Kritikpunkt: Die Spielzeit. So sind geübte Spieler bereits nach fünf bis sieben Stunden am Ende angelangt und dreschen dem fiesen Oberboss Vernunft ein.

Glücklicherweise fängt ein hoher Wiederspielwert diesen Kritikpunkt etwas ab. So bietet God of War: Chains of Olympus neben den bekannten vier Schwierigkeitsgraden – von einfach bis göttlich – auch wieder Prüfungen des Hades, wie sie in ähnlicher Form aus God of War 2 bekannt sind. In diesen müssen bestimmte Ziele wie "töte x Gegner mit Waffe y" oder "töte x Gegner ohne getroffen zu werden" erfüllt werden, um zusätzliche Bonusinhalte freizuschalten.
Pro
Tolles Kampfsystem
Grandiose Grafik
Filmreifer Soundtrack
Spektakuläre Bossfights
Hoher Wiederspiel-Faktor
Toll inszenierte Vorgeschichte zu God of War 1+2
Contra
Kurze Spielzeit
Fazit
Bämm! Kratos ist auf der PSP gelandet und fackelt eine unvergleichliche, unvergessliche Action-Show ab, wie man sie noch nie zuvor auf einem Handheld erlebt hat. Dieses Spiel ist gleich in mehreren Bereichen das Non-Plus-Ultra des mobilen Gamings. Seien es die Grafik, der Sound, die Inszenierung, das Kampfsystem oder die Bedienbarkeit. God of War: Chains of Olympus sieht einfach fantastisch aus, klingt ebenso gut, fesselt durch seine Story, begeistert durch furiose Fights und spielt sich perfekt. Lediglich die kurze Spielzeit stimmt etwas traurig. Wie gerne hätte ich ich nach dem Abspann einfach mehr von diesem adrenalingeladenen Action-Monument im Hosentaschenformat genossen ... Glücklicherweise gibt es genügend motivierende Zusatzinhalte, um über die fünf bis sieben Stunden Durchspielzeit hinaus zu unterhalten. Alles in allem also ein absolut geniales Spiel, das sich kein Zocker entgehen lassen sollte. PSP-Besitzer greifen blind zu. Alle, die bisher keine PSP besitzen, sollten sich einen Kauf inklusive Kratos-Action überlegen.