Kratos erobert die PSP im Sturm und liefert das eindrucksvollste Handheld-Erlebnis aller Zeiten.
Episches Fantasy-Futter im HosentaschenformatNachdem sich die Mannen von Ready at Dawn bereits bei
Daxter mit Ruhm bekleckerten, wagten sie sich ein noch weitaus herausfordernderes Projekt für Sonys PlayStation Portable. Mit
God of War: Chains of Olympus sollte Vorzeigehühne Kratos ebenso eindrucksvoll und spektakulär wie auf der PlayStation 2 in blutige Kämpfe, knifflige Rätsel und eine
epische Storyline verstrickt werden. "Unmöglich!" dachten viele. Doch das fertige Produkt soll alle eines Besseren beleheren ...
God of War ist in seiner mobilen Form nämlich
ebenso genial, brachial und gut spielbar, wie in den mittlerweile legendären Konsolenvorlagen. Alles, wirklich alles, was den Hühnen groß gemacht hat, findet sich auch in der portablen Version wieder. Sei es die geniale Musikuntermalung, die atemberaubende grafische Umsetzung, die
künstlerisch tolle Inszenierung oder das facettenreiche Gameplay. Wer Kratos auf der PS2 mochte, wird ihn auch auf der PSP lieben.
Die Ketten des OlympusDoch eins nach dem anderen. Zunächst einmal zur Story.
God of War: Chains of Olympus ist keine klassische Fortsetzung der Teile eins und zwei sondern erzählt die Vorgeschichte zu den beiden Konsolenteilen – ist
» Griechenland brennt, Kratos verteidigt! |
somit also ein Prequel. Bevor Kratos nämlich zum Gott des Krieges wurde und anschließend den Göttern die Stirn bot, kämpfte er in deren Dienst.
Chains of Olympus zeigt, wie er von den Bewohnern des Olymp eingesetzt wird, um die angreifenden Perser aus Griechenland zu vertreiben. Gleichzeitig wird verdeutlicht, warum Kratos beginnt an den Göttern zu zweifeln und woher sein Hass ihnen gegenüber stammt.
Erzählt wird die gute Story in genial inszenierten Zwischensequenzen welche teils auf die Grafikengine, teils auf vorgerenderte Bilder zurückgreifen. Unterlegt sind diese wie aus den PS2-Teilen gewohnt mit einem
filmreifen Soundtrack sowie professionellen Sprechern. Angesichts des limitierten UMD-Speicherplatzes hat es leider nur eine Tonspur auf die Disc geschafft. Doch Skeptiker seien beruhigt, auch die deutsche Sprachausgabe ist Sony wieder einmal gut gelungen – wenn auch gerade Kratos Stimme im Deutschen etwas weniger verroht klingt.
Opulentes MeisterwerkDoch nicht nur in den tollen Zwischensequenzen macht Kratos neuestes Abenteuer eine überragende Figur. Auch die Ingame-Grafik erfreut durch einen
auf einem Handheld noch nie dagewesenen Detailgrad, welcher
» Gleich wirds blutig ... |
selbst die meisten aktuellen PlayStation 2- und Wii-Spiele alt aussehen lässt. Butterweiche Animationen, weitläufige, farbenprächtige Areale, wundervoll designte Figuren und brachiale Effekte verzaubern das Auge. Um für optische Abwechslung zu sorgen hat man abermals tief in die Mythologie-Kiste gegriffen und lässt Kratos unter anderem dem gigantischen Angriff der Perser vor der Küste Griechenlands beiwohnen, die Tiefen des Hades erkunden sowie durch die wunderschönen Felder des Elysiums streifen.
Das Ganze geht absolut ruckelfrei über die Bühne und bietet einen komplett gestreamten Spielablauf, was zur Folge hat, dass es
keine Ladezeiten zu ertragen gibt. Lediglich Tearing trübt den überragenden Gesamteindruck wie bereits auf der PlayStation 2. Ebenfalls darf für alle Bedienungszweifler eine Entwarnung ausgesprochen werden. Die Steuerung wurde perfekt auf die Gegebenheiten der PSP angepasst und erfreut durch
intuitive und genaue Bedienbarkeit, welche den PS2-Vorbildern in nichts nachsteht.
Schlagen, stechen, schlitzen, werfern, zerreißen!Wo die Technik begeistert, weiß auch das Gameplay mitzuhalten. Geboten wird der gewohnt hochwertige Mix aus wilden Gemetzeln, intelligenten Rätseln und einfallsreichen Kletter- und Sprungpassagen. Der
» Größere Gegner werden spektakulär getötet. |
Fokus liegt dabei klar auf den Kämpfen, wird aber immer wieder durch die anderen Spielelemente gekonnt aufgelockert. Das Kampfsystem zeigt sich bekannt tiefgängig und erfreut durch
viele unterschiedlich agierende Gegnertypen sowie zahlreiche Möglichkeiten. Leichte und harte Schläge lassen sich in Kombination mit der L1-Taste zu tödlichen Kombos verbinden während Blocks und Ausweichmanöver vor Gegnerattacken schützen. Außerdem können angeschlagene und schwächere Feinde – je nach Typ - gepackt, geworfen, getreten oder einfach in der Luft zerissen werden. Dass all das wieder
äußerst blutig dargestellt ist, dürfte jedem klar sein.
Im Verlauf des Spiels sammeln sich zwei aufrüstbare Nahkampf- und fünf Magiewaffen an. Außerdem erhält man die Fähigkeit gegnerische Geschosse zurückzuschlagen. Natürlich fehlen auch die
berühmten Trigger-Events der Vorgänger nicht. Mit diesen lassen sich stark angeschlagene Feinde durch rechtzeitige Eingabe angezeigter Buttons und Stickbewegungen spektakulär finishen, was vor allem bei größeren Feinden sowie den großartigen Bossfights genial zur Geltung kommt.
In sechs Stunden von Griechenland nach ElysiumIn den Punkten Gameplay, Technik und Inszenierung kann
God of War: Chains of Olympus durchaus als annähernd perfekt bezeichnet werden. Das Spiel ist keine Sekunde langweilig und sieht einfach fantastisch
» Die Kulissen sind prächtig. |
aus. Dennoch gibt es einen Kritikpunkt: Die Spielzeit. So sind geübte Spieler bereits nach
fünf bis sieben Stunden am Ende angelangt und dreschen dem fiesen Oberboss Vernunft ein.
Glücklicherweise fängt ein hoher Wiederspielwert diesen Kritikpunkt etwas ab. So bietet
God of War: Chains of Olympus neben den bekannten vier Schwierigkeitsgraden – von einfach bis göttlich – auch wieder
Prüfungen des Hades, wie sie in ähnlicher Form aus
God of War 2 bekannt sind. In diesen müssen bestimmte Ziele wie "töte x Gegner mit Waffe y" oder "töte x Gegner ohne getroffen zu werden" erfüllt werden, um zusätzliche Bonusinhalte freizuschalten.