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Kakuromaniacs  
» Autor: Amir-Oliver Tabba
» Datum: 21.06.2007
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Dürftiges Denksportspiel mit großem Umfang und einer langweiligen Präsentation.

Nachdem auch die Europäer vom Sudoku-Fieber ergriffen wurden, folgt nun der nächste Puzzlespaß. Atari beglückt mit seinem neuesten DS-Spiel die Kakuro-Fans unter den Videospielern. Kakuromaniacs soll die grauen Zellen wieder auf Vordermann bringen und die mathematischen Fähigkeiten auf die Probe stellen. Ob den Entwicklern dieses ehrgeizige Ziel gelungen ist, soll ein ausführliches Master-Review klären.

Richtig kombiniert
Kakuroaufgaben ähneln stark den allseits bekannten Sudokugittern, die Spielregeln unterscheiden sich im Prinzip nur im Detail. Die in den schwarzen Feldern vorgegeben Zahlen dienen als
» So sieht ein richtig gelöstes Kakurorätsel aus.
Lösungshinweise und so gilt es in jeder Zeile bzw. Spalte die Ziffern 1 bis 9 einzusetzen. Dabei darf keine Zahl doppelt vorkommen und die eingetragenen Ziffern müssen als Summe den Hinweisen entsprechen. Das Spielprinzip ist einfach, aber doch sehr tiefgründig und erfordert neben einer guten Kombinationsgabe auch ein wenig Geduld.

Mit seinen ungefähr 5000 Gittern und drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden offeriert Kakuromaniacs dem Spieler einen großen Umfang, der für viele Stunden an die beiden Bildschirme des Nintendo DS zu fesseln weiß. Unter dem Menüpunkt Hilfe befindet sich ein kurze Erklärung zu Steuerung und Spielprinzip. Ein ausführliches Tutorial wie bei Platinum Sudoku werden Anfänger vergeblich suchen. Zudem sticht Neueinsteigern auch das Fehlen jeglicher Tipps, die in den meisten Konkurrenzprodukten vorhanden sind, sofort ins Auge. Allerdings weist das System durch Rotfärbung der Ziffern auf doppelte Eintragungen oder falsche Gesamtsummen hin.

Rechenfehler
Atari bietet Kakuro-Fans die Möglichkeit, die Gitter komplett per Stylus-Steuerung auszufüllen. Auf den ersten Blick macht die Handschrifterkennung einen sehr guten Eindruck, doch ein zweiter offenbart
» Die Bedienelemente sind geschickt angeordnet.
einige Aussetzer. So ist es dem Spiel nicht möglich, die Ziffer 5 zu erkennen. Dieses Manko lässt sich allerdings verschmerzen, da die Entwickler eine gelungene Alternativsteuerung in petto haben. Per Digital-Kreuz kann das gewünschte Feld schnell angewählt werden. Mittels der beiden Schultertasten wählt man dann die entsprechende Ziffer aus der Leiste am unteren Bildschirmrand des Touchscreens aus und bestätigt seine Auswahl mit Knopf A. Fehler lassen sich auf Wunsch mittels B-Taste oder durch Druck auf die Löschtaste am unteren Bildschirm entfernen.

Die grafische Präsentation des Titels fällt mit drei Bildschirmhintergründen – die sich eigentlich nur farblich unterscheiden - eher bescheiden aus. Weitere freispielbare Skins wie bei Ubisofts Platinum Sudoku wären wirklich wünschenswert gewesen, da diese das Spielgeschehen etwas aufgelockert hätten. Zudem haben die Entwickler bei der Hintergrundmusik leider ein Eigentor geschossen. Die Melodien zerren innerhalb kürzester Zeit an den Nerven des Spielers, anstatt dezent im Hintergrund zu bleiben. Glücklicherweise können die Melodien und Soundeffekte im Optionsmenü deaktiviert werden, wodurch erst ungeniertes Puzzeln möglich wird.
Pro
Großer Umfang
Gelungene klassische Steuerung
Contra
Langweilige Grafik
Schwache Musikuntermalung
Aussetzer der Handschrifterkennung
Nicht einsteigerfreundlich
Kein Tutorial
Fazit
Als Fan von Knobelspielen bin ich von Ataris Kakuromaniacs enttäuscht. Das Spiel ist trotz einer einfachen Steuerung und mehrerer Schwierigkeitsgrade keinesfalls einsteigerfreundlich. Ein Tutorial und Lösungshilfen hätten hier Wunder gewirkt. Der Titel richtet sich eindeutig an Kakuro-Profis, die keiner ausführlichen Spielanleitung oder Tipps bedürfen. Diese werden von der großen Anzahl an Gittern somit begeistert sein. Umso unverständlicher ist, weshalb die Entwickler am restlichen Umfang gespart haben. Freispielbare Extras oder Minispiele sucht man vergebens. Diese hätten für mehr Abwechselung und längere Unterhaltung gesorgt. Die schwache Präsentation an sich ist verschmerzbar, schließlich steht bei Denksportaufgaben die Technik nicht an vorderster Stelle. Trotzdem hätten weitere Skins und ruhige Musikstücke dem Game wahrlich nicht geschadet. Für die klassische aber gelungene Steuerung verdienen die Entwickler durchaus ein Lob, schließlich funktioniert diese tadellos. Schade finde ich nur, dass die Handschrifterkennung unter Aussetzern zu leiden hat. Mit etwas Feintuning wäre Atari in diesem Bereich die Referenz inne gewesen. Letztendlich sollten aber nur echte Fans der Puzzleaufgaben Kakuromaniacs eine Chance geben.