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WWE SmackDown! vs. RAW 2008

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 03.12.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Die grandiose Wrestling-Reihe geht in die nächste Saison – mit einigen Verschlimmbesserungen.

This isn't ballet, you know?
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch ein neuer Teil der Smackdown vs. RAW-Reihe von THQ. Auch dieses Jahr ist keine Ausnahme und so steht mit der 2008er-Version der neueste Teil in den Regalen der Spielehändler,
» Das wird wehtun!
um die videospielbegeisterten Wrestlingfans für sich zu gewinnen. Erstmals seit Bestehen der Smackdown-Reihe gibt sich auch das ECW-Brand die Ehre. Trotzdem ist das Roster kleiner ausgefallen als beim Vorgänger. Mit insgesamt ein wenig über 50 spielbaren Charakteren – davon neun Legenden – dürfte trotzdem für jeden Wrestlingfan was dabei sein.

Wie jedes Jahr leidet aber auch das Roster der 2008er-Version an einer gewissen Unakualität. So sind zum Beispiel die ECW-Wrestler Sabu und Sandman mittlerweile nicht mehr für die WWE tätig und auch das Tag Team Cryme Tyme wurde gefeuert. Zudem fehlen einige aktuelle Stars wie z.B. die Tag Team Champions Lance Cade und Trevor Murdoch. Allerdings sind diese schon jahrelang dabei und waren auch beim Vorgängerspiel enthalten. Auch die komplette Cruiserweight-Riege hat nicht mehr den Weg ins Spiel geschafft. Dass man nie hundertprozentig aktuell sein kann, leuchtet bei der langen Planungsphase vor dem Release des Spiels ein. Wieso man aber aktuelle Stars, die auch schon in den Vorgängern dabei waren, weglässt, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler.

ECW! ECW! ECW!
Wie letztes Jahr wurde auch diesmal nur eine einzige neue Matchart integriert – die hat es aber in sich. Das sogenannte ECW Extreme Rules-Match präsentiert sich dabei als eine Art erweitertes Hardcore-Match. Alles ist erlaubt und
» I believe I can fly!
im Gegensatz zu anderen Matches kann man zum Beispiel Tische nicht nur zur Gewaltanwendung zweckentfremden, sondern auch noch anzünden! Auch hat man nur in diesem Match die Möglichkeit, sich selbst eine Waffe auszusuchen, wenn man unter dem Ring nach Utensilien sucht. Beim normalen Hardcore-Match wird eine Waffe zufällig ausgewählt.

Die neue Steuerung vom Vorgänger wurde weitgehend übernommen und nur minimal abgeändert. Neu sind allerdings die Kampfstile: Jeder Athlet hat zwei Kampfstile zur Auswahl, die die Fähigkeiten, Moves und Spezialmanöver des Superstars festlegen. Aktionen, die beim Vorgänger noch jeder Wrestler ausführen konnte, sind jetzt auf einen bestimmten Kampfstil reduziert worden. So hat beispielsweise nur ein Wrestler mit ausgewähltem "Showman"-Kampfstil die Möglichkeit, den Finisher seines Gegners einsetzen, während nur ein "Dirty Player" illegale Aktionen anwenden kann.

Wrasslin'!
Dieses Konzept macht vor allem Multiplayer-Partien um einiges interessanter und taktischer, hat aber auch den Nachteil, dass jeder einzelne Kämpfer weniger Moves als beim Vorgänger zur Verfügung hat. Veteranen müssen sich also erst
» Auch der Undertaker ist wieder dabei.
ein wenig umgewöhnen. Der erwähnte Multiplayer-Modus über Xbox Live bietet – wie schon letztes Jahr – eine ganze Reihe von verschiedenen Matcharten, die teilweise zu viert bestritten werden können.

Eigene Wrestler, Einzüge, Teams und Titel lassen sich dank der umfangreichen Editoren personalisieren. Letztere kann man auch in Onlinepartien verteidigen bzw. verlieren. Neu ist bei der Xbox 360-Version die Möglichkeit, eigene Musik in den Einzügen zu verwenden. Allerdings muss dafür das entsprechende Lied erst umständlich in eine Playlist eingefügt werden – warum man die Datei nicht einfach von der HDD auswählen kann ist unverständlich. Manchmal gibt es in den Onlinemodi aber einige Soundausetzer bei den Einzügen und die personalisierte Musik wird online überhaupt nicht wiedergegeben. Schade! Im Editor und bei Onlinematches bemerkt man auch ein altes Manko der Reihe: Viel zu lange Ladezeiten! Fast immer wenn ein Match beendet ist oder sonst was passiert, muss irgendwie irgendwo was geladen werden. Wann kehrt hier die Next-Gen ein?

Be a Legend!
Der Karrieremodus wurde ebenfalls überarbeitet. Unter dem Namen WWE 24/7 findet man nun einen Mix aus dem alten Storymodus und dem Managermodus. Neu ist dabei, dass man zwischen den Shows an bestimmten
» Spear!
Aktivitäten teilnehmen kann, um unter anderem das Ansehen bei den Fans zu steigern oder um sich zu erholen. Negativ sind allerdings die gelegentlich unlogischen Zwischensequenzen bei den Storylines, die sich oft sogar wiederholen. Hier hat man sehr geschlampt und die Qualität der Storysequenzen des Vorgängers wird nicht erreicht. Der reine Managermodus entspricht dagegen fast genau dem vom letztem Jahr.

Grafisch hat sich das Spiel nur wenig gesteigert. Vor allem in Sachen Beleuchtung und Schatten wurde einiges zugelegt, ansonsten zeigt sich das Spiel größtenteils im gleichen technischen Gewand wie die 2007er-Version, inklusive der bekannten Schwächen wie zum Beispiel auftretenden Clipping-Fehlern. Man merkt deutlich, dass das Entwicklerteam immer noch nur eine weiterentwickelte PS2-Engine mit sich rumschleppt. Es wird wohl Zeit, die PS2 endlich hinter sich zu lassen und eine von Grund auf neu entwickelte Engine zu benutzen. Der Soundtrack des Spiels bietet gewohnte Qualität, ebenso die Soundeffekte. Eine Abmahnung gibt es allerdings für die Audiokommentare: Bis auf wenige Ausnahmen wurde wieder mal genau der gleiche wie schon 2007 und 2006 benutzt. Dreimal recyclen ist zuviel des Guten!
Pro
ECW
Tolle Editier-Modi
Viel Mehrspieler-Spaß
Eigene Einzugsmusiken möglich
Sehr umfangreich
Gutes Gameplay
Ordentliche Grafik …
Contra
… mit alten Schwächen
Horrende Ladezeiten
Logikfehler und Wiederholungen in den Storysequenzen
Wieder mal die gleichen Kommentator-Samples
Kleineres Roster als letztes Jahr
Fazit
Das neueste Kind der bekannten Wrestlingreihe muss sich einiges an Kritik und direkten Vergleichen mit dem Vorgänger gefallen lassen. Wurde letztes Jahr noch einiges an Innovationen eingeführt, so bietet das 2008er-Spiel den schalen Geschmack eines unmotivierten Updates. Viele altbekannte Schwächen wurden einfach übernommen und das erneute Recyclen des Audiokommentars wirkt fast wie eine Veräppelung des Käufers. Das Roster bietet einige neue Gesichter, ist aber verständlicherweise ein wenig unaktuell. Unerklärlich ist dagegen die Tatsache, dass eine ganze Reihe Wrestler einfach ganz weggelassen wurde. Dafür gibt es viele Spielmodi, gute Editoren, das sehr gute ECW-Match, viel Multiplayer-Spaß und eine immer noch ansprechende, wenn auch nicht ganz fehlerfreie Präsentation. Dank Midway steht nächstes Jahr vielversprechende Konkurrenz an, so dass man bei THQ auf lang oder kurz sich manchen Altlasten entledigen muss. WWE Smackdown vs. RAW 2008 ist jedem Wrestlingfan zu empfehlen, der den Vorgänger nicht kennt. Unterm Strich war die Version letztes Jahr besser, allerdings ist das Roster der 2007er-Version mittlerweile so unaktuell, dass man das Spiel nur mehr bedingt weiterempfehlen kann. Wer den Vorgänger besitzt, sollte für sich persönlich abwägen, wie sehr die negativen Aspekte ihn betreffen. Wer vermehrt im Multiplayer spielt wird vor allem dank dem ECW-Match mit der 2008er-Version seine helle Freude haben.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
   Wrestling
Publisher
THQ
Entwickler
YUKE'S
Website
www.thq-games.c...
Release
09. November 2007
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User-Bewertung
91
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