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WWE SmackDown! vs. RAW 2008  
» Autor: Wolfgang Radax
» Datum: 29.12.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Hitgarant a.D.: THQs aktuelle PSP-Wrestler treten den Rückzug auf der Wertungsskala an.

This isn't ballet, you know?
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch ein neuer Teil der Smackdown vs. RAW-Reihe von THQ. Dieses Jahr ist ebenso keine Ausnahme und mit der 2008er-Version wird auch die PSP mit einer
» Abermals wird das WWE-Flair gekonnt eingefangen.
Neuauflage rund um die WWE-Recken bedient. Erstmals seit Bestehen der Smackdown-Reihe gibt sich auch das ECW-Brand die Ehre. Trotzdem ist das Roster kleiner ausgefallen als beim Vorgänger. Mit insgesamt ein wenig über 50 spielbaren Charakteren – davon neun Legenden – dürfte trotzdem für jeden Wrestlingfan was dabei sein.

Wie jedes Jahr leidet aber auch das Roster der 2008er-Version an einer gewissen Unaktualität. So sind zum Beispiel die ECW-Wrestler Sabu und Sandman mittlerweile nicht mehr für die WWE tätig und auch das Tag Team Cryme Tyme wurde gefeuert. Zudem fehlen einige aktuelle Stars wie z.B. die Ex-Tag Team Champions Lance Cade und Trevor Murdoch, obwohl sie im Vorgänger bereits mit von der Partie waren. Auch die komplette Cruiserweight-Riege hat den Weg ins Spiel nicht mehr geschafft. Dass man nie hundertprozentig aktuell sein kann, leuchtet bei der langen Planungsphase vor dem Release des Spiels ein. Wieso man aber aktuelle Stars, die auch schon in den vergangenen Teilen dabei waren, weglässt, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler.

ECW! ECW! ECW!
Wie letztes Jahr wurde auch diesmal nur eine einzige neue Matchart integriert – die hat es aber in sich. Das sogenannte ECW Extreme Rules-Match präsentiert sich dabei als eine Art erweitertes Hardcore-Match. Alles
» Jetzt gibts einen auf die Zwölf.
ist erlaubt und im Gegensatz zu anderen Matches kann man zum Beispiel Tische nicht nur zur Gewaltanwendung zweckentfremden, sondern auch noch anzünden! Auch hat man nur in diesem Match die Möglichkeit, sich selbst eine Waffe auszusuchen, wenn man unter dem Ring nach Utensilien sucht. Beim normalen Hardcore-Match wird eine Waffe zufällig ausgewählt.

Die letztes Jahr eingeführte neue Steuerung wurde weitgehend übernommen und nur minimal abgeändert. Neu sind allerdings die Kampfstile: Jeder Athlet hat zwei davon zur Auswahl, welche die Fähigkeiten, Moves und Spezialmanöver des Superstars festlegen. Aktionen, die beim Vorgänger noch jeder Wrestler ausführen konnte, sind jetzt auf einen bestimmten Kampfstil reduziert worden. So hat beispielsweise nur ein Wrestler mit ausgewähltem "Showman"-Kampfstil die Möglichkeit, den Finisher seines Gegners einsetzen, während nur ein "Dirty Player" illegale Aktionen anwenden kann.

Perpetuum Immobile
Dieses Konzept macht vor allem Multiplayer-Partien um einiges interessanter und taktischer, bringt jedoch den schmerzlichen Nachteil mit sich, dass jeder einzelne Kämpfer weniger Moves als beim Vorgänger zur Verfügung hat. Veteranen
» Auch die Diven lassen es krachen.
müssen sich also erst ein wenig umgewöhnen. Die in der Xbox 360-Fassung integrierten Online Multiplayer-Modi fielen auf der PSP der Schere zum Opfer und so müssen sich Wrestling-Fanatiker mit Offline-Duellen zufrieden geben.

Eigene Wrestler, Einzüge, Teams und Titel lassen sich dank der umfangreichen Editoren personalisieren. Nicht nur im Editor sondern auch sonst zu jeder Gelegenheit fallen jedoch ausufernde Ladezeiten schmerzlich ins Gewicht. Das mag bei den stationären Fassungen einfach nur lästig sein, für einen portablen Titel erscheint es jedoch schlicht und einfach inakzeptabel. Einem schnellen Match zwischendurch in der U-Bahn ist dank minutenlangen Betrachtens diverser Ladebildschirme vom Hauptmenü bis zum Beginn der Action damit ein Riegel vorgeschoben. Wie in den bisherigen PSP-Fassungen müssen sich Zocker außerdem mit einer tendenziell überladenen Steuerung arrangieren, die in der Hitze des Gefechts nicht immer intuitiv von der Hand geht.

Be a Legend!
Das Herzstück jedes Smackdown-Titels - der Karrieremodus - wurde ebenfalls überarbeitet. Unter dem Namen WWE 24/7 findet man nun einen Mix aus dem alten Storymodus und dem Managermodus. Neu ist dabei, dass
» RKO! Das Ende naht.
man zwischen den Shows an bestimmten Aktivitäten teilnehmen kann, um unter anderem das Ansehen bei den Fans zu steigern oder um sich zu erholen. Negative Erwähnung verdienen allerdings die zahlreichen Logik-Bugs innerhalb der Storylines, welche sich oft sogar wiederholen. So schafft es dieser Modus auch nicht mehr, im selben Maße an die Konsole zu fesseln wie in den vergangenen Ablegern der Serie. Der reine Managermodus entspricht dagegen fast genau dem letztjährigen Pendant.

Grafisch bewegt sich das Spiel auf dem Niveau des Vorgängeres mit all seinen Stärken und Schwächen. Für die PSP ganz ansehnliche Charaktermodelle stehen so den üblichen Clipping-Fehlern gegenüber. Man merkt deutlich, dass das Entwicklerteam nach wie vor die alteingesessene Grafik-Engine mit sich rumschleppt. Der Soundtrack des Spiels bietet gewohnte Qualität, ebenso die Soundeffekte. Eine Abmahnung gibt es allerdings für die Audiokommentare: Bis auf wenige Ausnahmen wurde wieder mal genau der gleiche wie schon 2007 und 2006 benutzt. Dreifaches Recycling ist zu viel des Guten!
Pro
ECW
Tolle Editier-Modi
Sehr umfangreich
Gutes Gameplay
Ordentliche Grafik …
Contra
… mit alten Schwächen
Horrende Ladezeiten
Logikfehler und Wiederholungen in den Storysequenzen
Wieder mal die gleichen Kommentator-Samples
Kleineres Roster als letztes Jahr
Überladene Steuerung
Fazit
Quo vadis, Smackdown? Lange Zeit ließ die Wrestling-Reihe keinen Zweifel an ihrer Qualität aufkommen und wartete Jahr für Jahr mit spaßigen Erweiterungen eines soliden Grundgerüsts auf. In der 2008er-Fassung scheint nun jedoch endgültig die Luft raus zu sein. Der schlampig realisierte und fehlerhafte Karrieremodus stellt hierbei nur die traurige Spitze des Eisbergs dar. Die Integration des Kampfstil-Features sollte wohl für frischen Wind sorgen, schränkt aber insgesamt das Move-Arsenal aller Protagonisten drastisch ein, so dass auch hier ein Rückschritt zu verbuchen ist. Das erneute Recycling der Audiokommentare hinterlässt schließlich endgültig den faden Geschmack eines uninspirierten Jahres-Updates, dessen Spielfluss unter erheblichen Ladezeiten leidet. Auf der Habenseite stehen dafür wie jedes Jahr viele Spielmodi, gute Editoren und erstmals das sehr brachiale ECW-Match. WWE Smackdown vs. RAW 2008 ist PSP-Besitzern nur bedingt zu empfehlen. Die Vorgängerfassung (bereits zum Budgetpreis erhältlich) bietet ein runderes Paket und stellt somit die erste Wahl dar. Einzig der aktuellere Kader von SvR 2008 stellt für Wrestling-Fetischisten einen beinahe zwingenden Kaufgrund dar. Dank Midway steht nächstes Jahr vielversprechende Konkurrenz an, und da diese bekanntlich das Geschäft belebt, bleibt zu hoffen, dass die etablierte Wrestling-Reihe in der 2009er-Fassung zu alten Stärken zurückfinden wird.