Ambitionierter Arcade-Racer mit umfangreicher Karriere sucht pimpfreudigen Bleifuß.
Straßenrennen werden legal Seit
Need for Speed Underground erfreuen sich Arcade-Racer mit realistischen Rennwagen und ausgiebigen Tuning- und Stylingoptionen großer Beliebtheit. Die Entwickler von
Juiced 2: Hot Import Nights » In 60m wird einer den kürzeren ziehen. |
schlugen jedoch bewusst eine eigene Richtung ein. Man fährt nicht frei durch die Straßen einer fiktiven Stadt, sondern nimmt an offiziellen Rennen auf abgesperrten Parcours teil.
THQ nutzt zusätzlich die (bei uns weniger bekannte)
Hot Import Nights-Lizenz. So besitzt
Juiced 2 das Flair der gleichnamigen TV-Show, was sich vor allem durch die meist spärlich bekleideten Models in den Menüs bemerkbar macht.
Der umfangreichen Karriere-Modus stellt das Herzstück von
Juiced 2 dar. Einzel- oder gar Zeitrennen sucht man im Hauptmenü leider vergeblich. Nur der Online-Modus bietet sich als einzige Alternative für Mehrspieler an. Insgesamt stehen dem Solo-Spieler
zehn unterschiedliche Ligen zu Verfügung, um das fahrerisches Können zu beweisen. Zu Beginn müssen nur einfache Aufgaben wie z.B. das Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit oder Drift-Punkt-Zahl, Erschrecken eines Gegners oder Gewinnen einer Wette gemeistert werden. Alle Ergebnisse wandern in eine Statistik namens
Fahrer-DNA. Diese gibt Auskunft über die Stärke und das Fahrverhalten von Spielern sowie Gegnern und kann via PSN ausgetauscht werden.
Fast nur furios Der Schwierigkeitsgrad zieht schnell an und fordernde
Eliminationsrennen,
Driftwettbewerbe oder
Turniere stehen bald an der Tagesordnung. Neben den üblichen Drift-Rennen, in denen der
» Man kann die Autos mit eigenen Decals verschönern. |
geschickte Einsatz von Gaspedal und Handbremse gefragt ist, können neuerdings auch
Last-Man-Standing-Rennen bestritten werden. In diesen gilt es die Ziellinie nicht nur schnell sondern auch unfallfrei zu überqueren. Allerdings verliert dieser Modus mit der Zeit an Unterhaltungswert, da die CPU-Gegner sich arg leicht
erschrecken (Spooking) lassen. Rückt man seinen Konkurrenten auf die Pelle, wird stetig eine "Nervositäts"-Leiste gefüllt - ist diese voll, so sind es auch die Hosen der Gegner und sie knallen in die Leitplanken.
Dafür stellen die restlichen Renndisziplinen durchaus eine Herausforderung dar. Trotz makelloser Absolvierung der Kurse bleiben einem die Konkurrenten aufgrund der primitiven Gummiband-KI stets auf den Fersen: Oft
entscheiden Zufall oder Glück anstatt des eigenen Geschicks den Ausgang eines Rennens. Nur in Ausnahmefällen gelingt es, die CPU-Fahrer richtig abzuhängen. Wer schnell zu Kleingeld kommen will, um seinen Wagen tunen zu können, sollte regelmäßig
Wetten mit den Gegnern abschließen. Leider sind die Konkurrenten schnell berechenbar, wodurch sich die Einsätze viel zu leicht in die Höhe treiben lassen und das Konto bald vor Geld überquillt.
And the Nobel prize for driving goes to ... Die
Tuning-Optionen fallen im Vergleich zur Konkurrenz von
EA simpel aus. Auf das Drehen und Verstellen jeder Schraube müssen Profis verzichten. Durch Absolvieren von besonderen Herausforderungen können die gut
» Die Nacht wird zum Tage. |
90 freischaltbaren Autos in den Kategorien
Leistung, Steuerung sowie Gewicht gepimpt werden. Im Renngeschehen wirken sich die Upgrades jedoch nur minimal aus. Bei der Optik des fahrbahren Untersatzes gibt es hingegen eine üppige Auswahl. Wer will kann seinen Boliden mit Logos, Lackierungen, Karrosserie-Teilen, Felgen oder Spoilern u.v.m. Extras einen individuellen Coolness-Touch verpassen.
Die Rennwagen der unterschiedlichsten Markenhersteller - z.B. Ford Mustang oder Nissan Skyline - fallen
Arcade-lastig aus, dem Bremspedal kommt nur wenig Bedeutung zu. Dafür spielt die Handbremse bei engen Kurven und Drift-Kursen eine entscheidende Rolle. Dank der guten Steuerung und Rumble wirkt die
Kontrolle der Autos sehr direkt, wodurch ein
tolles Rennfeeling aufkommt. Die Autos lenken sich
griffig über die Vorderräder und nicht wie etwa bei
Colin McRae: DIRT über die Wagenmitte, was vor allem bei Drifts spürbar besseres Handling ergibt. Ist offline einmal alles durchgezockt, bleibt noch die Online-Karriere, die ähnlich üppig wie der Solo-Part ausfällt. Via PSN darf auch gegen einen Freund gerast werden.
Mit der Lizenz zum Bling Bling Grafisch ist
Juiced 2 ein farbenfroher Cocktail. Die Strecken bieten eine
schöne Weitsicht und die Boliden bestechen durch
Detailreichtum. Die Umgebung und die Kurse selbst fallen aber teils unspektakulär aus.
» Wer die besten Drifts drauf hat, gewinnt. |
Vor allem bei Zwischensequenzen macht sich ein deutliches Ruckeln bemerkbar, im Renngeschehen merkt man davon jedoch wenig. Selbst wenn alle Autos gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen sind, läuft das Spiel flüssig und vermittelt ein
solides Geschwindigkeitsgefühl. Die PS3-Fassung leidet allerdings unter deutlichen Popups. Dafür kann sich der solide und vor allem lagfreie Online-Modus sehen lassen.
Die Musikuntermalung ist wie maßgeschneidert für die Zielgruppe: Die treibenden Rhythmen reichen von Hip Hop über Techno bis zu Rock und passen haargenau zum Stil von
Juiced 2. Auch die Soundeffekte - allen voran die Motorengeräusche und Aufpraller gegen die Leitplanke - wissen durch
kräftiges Klangvolumen zu überzeugen. Besonders positiv fallen die
witzigen Sprüche der Gegner auf. Durch eine zusätzliche Bild-im-Bild-Darstellung werden die emotionalen Ausbrüche gut transportiert: Für coole Drifts, das Küssen der Leitplanke oder Erreichen von Zielen gibt es somit immer einen passenden Kommentar.