Kirbys zweites Abenteuer sprüht vor Ideen und weiß trotz des niedrigen Schwierigkeitsgrades zu begeistern.
Kirby, der UnderdogBlickt man dieser Tage auf die Charts der beliebtesten Virtual Console-Downloads, so könnte man meinen, abgesehen von Mario- und Zelda-Titeln gäbe es keine lohnenswerten Produkte für die klassischen Nintendo-Konsolen. Dass jedoch auch schon das NES abseits Klempner und grünem Wichtel einige Charaktere mit absolutem Hitpotenzial aufwies, zeigt sich eindrucksvoll beim
500 Punkte teuren
Kirby’s Adventure. Der rosa Knäuel erlebt in diesem Spiel sein zweites Abenteuer (der Erstling erschien für den Gameboy) und überzeugt mit reichlich Ideenvielfalt. In
insgesamt acht Welten, die sich jeweils in eine Handvoll Levels unterteilen, bestreitet ihr klassische Jump 'n Run-Kost.
Der besondere Pfiff rührt von Kirbys Spezialfähigkeit her. Auf Knopfdruck kann er nämlich Feinde einsaugen und auf Wunsch verdauen. So erlangt er die Kräfte des verschlungenen Kontrahenten, ob das nun das Abfeuern von Laserstrahlen ist oder das Einfrieren des Feindespacks. Durch geschickte Wahl der Fähigkeiten geht das Abenteuer eindeutig leichter von der Hand und ermöglicht darüber hinaus das Finden so manches Geheimnisses. Am Ende jeder Welt muss sich Kirby einem Bossfight stellen, der jeweils eine besondere Herangehensweise erfordert. Aber auch abseits der Levels sorgen eine Reihe unterschiedlicher
Bonus-Stages für reichlich Unterhaltung.
8 Bit at its best Kirby’s Adventure erschien 1993, also zu einer Zeit, als dass SNES bereits auf dem Vormarsch war und Nintendos 8 Bit-Konsole dem Ende seines Lebenszyklus entgegen sah. Wie für Spättitel üblich überzeugt auch
» Kirby bietet für NES-Verhältnisse Top-Grafik. |
Kirby mit
technisch höchstem Niveau. Was die Entwickler aus dem grauen Kasten gezaubert haben, kann sich wahrlich sehen lassen. Erkauft wird die opulente Grafik jedoch mit immer wieder auftauchenden
Ruckel- und Flackerorgien. Das trägt zwar nicht zum ästhetischen Gesamteindruck bei, stört aber den Spielfluss zu keiner Zeit. Die Hintergrundmusik besitzt nicht unbedingt die Ohrwurmqualität manches anderen NES-Klassikers, zählt aber mit Sicherheit zu den besseren dieser Generation.
Ein Manko von
Kirby’s Adventure ist der
sehr niedrige Schwierigkeitsgrad. Genre-Einsteiger wird’s freuen, dass sie ohne großartige Frustmomente ein Jump 'n Run der Extraklasse bestreiten dürfen. Für Veteranen hält sich die Herausforderung allerdings in Grenzen. In ein bis zwei regnerischen Nachmittagen haben diese Kirby ans Ziel geführt. Allerdings ist es nicht möglich, in dieser kurzen Spielzeit alle Geheimnisse zu erkunden. Dafür darf dann noch reichlich Extraspielzeit kalkuliert werden. Der Langzeitspaß passt also trotz dieses Makels.