Ataris Puzzle-Knüller übertrumpft seinen bereits gelungenen Vorgänger in allen Belangen.Von Kritikern mit Lob überhäuft, von den Zockern ignoriert: dieses undankbare Schicksal wiederfuhr
Archer Maclean’s Mercury und somit blieb der große kommerzielle Erfolg aus. Auch das geniale Spielprinzip von Design-Guru Archer Maclean sowie das kollektive Schulterklopfen seitens der Fachpresse konnte an dieser Tatsache nicht rütteln.
Ignition Banbury begab sich sofort auf Ursachenforschung, um für die nun vorliegende Fortsetzung den Wünschen der potenziellen Käufer entgegenkommen zu können. Ob diese Bemühungen von Erfolg gekrönt wurden, deckt das folgende
Master-Review auf.
StreamlinedDie erste entscheidende Änderung fällt bereits beim Lesen des Titels auf. Schöpfer Archer Maclean hat sich von seinem geistigen Kind distanziert und war an der Entwicklung von
Mercury Meltdown Revolution nicht in geringster Weise
» Am Abgrund heißt es vorsichtig agieren. |
beteiligt. Das tat der grundlegenden Überarbeitung des Spiels jedoch keinerlei Abbruch. Vor allem optisch präsentiert sich die Quecksilber-Knobelei nun deutlich frischer.
Der Wechsel weg von der phasenweise karg wirkenden Grafik des Vorgängers hin zur
quietschbunten Cel-Shading-Optik war nicht bloß ein Zugeständnis an den Massenmarkt. Vielmehr versprüht das neue
Mercury tatsächlich mehr Charme und die Quecksilberkugel kann mit ihren Tanzeinlagen in den Menüs sogar
Sympathiebonus erhaschen. Am grundlegenden Spielprinzip wurde freilich nichts Gravierendes geändert. Nach wie vor gilt es, eine Kugel aus Quecksilber über einen vorgegebenen Parcours ins Ziel zu manövrieren. Die Steuerung erfolgt hierbei indirekt, ihr bewegt also nicht das Objekt der Begierde sondern den Hinderniskurs. Dazu muss die
Wiimote waagrecht mit beiden Händen gehalten werden und durch Kippen selbiger in verschiedene Richtungen neigt sich auch das ganze Level dementsprechend.
Physik für DummiesBis hierher klingt dieses Konzept freilich noch nicht sonderlich aufregend. Da das flüssige Metall jedoch den
Gesetzen der Physik gehorcht, muss eine Vielzahl an Details beachtet werden. Zum Einen gilt es natürlich die Schwerkraft
zu berücksichtigen, derer gemäß die Metallkugel auf das Neigen des Levels reagiert. Wer hier unvorsichtig agiert, schickt den Protagonisten jedoch alsbald über den Rand des Parcours und in die ewigen Jagdgründe. Alle, die brav in der Schule aufgepasst haben, wissen natürlich auch, dass Quecksilber kein Festkörper sondern eine äußerst zähe Flüssigkeit ist. Dies kann sowohl Vor- als auch Nachteil sein.
Viele Levels sind nur unter Ausnützung dieser Eigenschaft lösbar. Steuert ihr die träge Masse gezielt gegen eine spitze Ecke, so teilt sie sich in zwei kleinere Kugeln. Diese müssen dann oft auf unterschiedliche Schalter manövriert oder in Farbschleusen entsprechend koloriert werden, um ein Fortkommen zu garantieren. Die genauen Aufgabenstellungen variieren von Parcours zu Parcours stark, so dass
Abwechslung an erster Stelle steht. Ist das Ziel eines Levels erreicht, erhaltet ihr Punkte für die Menge an gerettetem Quecksilber, eingesammelte Bonusobjekte und das Einhalten des Zeitlimits.
Mehr von allemInsgesamt erwarten euch
über 130 Levels und damit rund doppelt so viele Herausforderungen wie im Erstlingswerk. Die Levels sind insgesamt 18 Welten zugeordnet. Innerhalb dieser dürfen die Parcours dabei in frei
» Auch solche Kurse sind mit Übung zu meistern. |
wählbarer Reihenfolge absolviert werden. Um in die nächste Welt vorzurücken, müsst ihr jedoch ein gewisses Minimum an Punkten einheimsen. Darüber hinaus können durch das Einsammeln der in den einzelnen Hinderniskursen raffiniert platzierten Bonusobjekte bis zu
fünf Minispiele freigeschalten werden. Dieser Bonus-Content stellt die Quecksilberkugel etwa in den Mittelpunkt eines kleinen Rennspieles oder eines Tetris-Klons. Über ein kurzes Probespiel hinaus bieten die erlangten Modi jedoch keine weitere Motivation.
Der Schwierigkeitsgrad beginnt recht moderat und erlaubt dadurch eine Eingewöhnung an Steuerung und Spielkonzept. Spätestens ab der Hälfte jedoch seid ihr
äußerst diffizilen Aufgaben gegenüber gestellt, die eure Hirnwindungen zum Glühen bringen. Ungeduldige Naturen laufen hier Gefahr, die Flinte ins Korn zu werfen. Die einzelnen Kurse sind jedoch
niemals unfair und mit viel Geduld, einer ruhigen Hand und viel Übung allesamt zu meistern. Einzig das
Justieren der Kamera kann euch in hitzigen Situationen gelegentlich überfordern, da es manchmal vom eigentlichen Geschehen ablenkt.