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Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi 2  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 09.05.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Abermals sehr gelungene Anime-Prügelei mit massivem Umfang.

Dragon Ball war und ist ein ertragreiches Franchise, welches sich vor allem bei jungen und jugendlichen Zockern großer Beliebtheit erfreut. Aber auch Anime-Fans kennen das Universum von Son-Goku, Piccolo und Co. bestens und erfreuen sich seit einigen Jahren an der gelungen Beat'em Up-Reihe Dragon Ball Z: Budokai. Vor Kurzem ist der fünfte Konsolen-Teil mit dem Namen Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi 2 erschienen, den wir für euch unter die Lupe genommen haben. Mehr dazu wie immer im Master-Review.

Volles Programm
Bereits das DVD-Case erweckt hohe Erwartungen in einem jeden Käufer des neuesten Prügelabenteuers. Dort werden großmundig 120 spielbare Charaktere, 16 zerstörbare Schlachtfelder und
» Piccolo ist einer der bekanntesten Charaktere.
ein extrem umfrangreicher Story-Modus angepriesen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der erste Punch in Richtung Spieler geht. Dieser wird im Hauptmenü aufgrund der reichhaltigen Auswahl an Spielmöglichkeiten nämlich zunächst einmal vom sprichwörtlichen Schlag getroffen. Glücklicherweise erklären bekannte Charaktere wie Son-Goku, Son-Gohan oder Trunks in Form von animierten Bildchen die verschiedenen Menü-Punkte.

Zur Auswahl stehen folgende Modi: Dragon-Abenteuer, Ultimate Battle Z, Dragon-Turnier, Duell, Ultimatives Training. Dahinter verbergen sich natürlich bekannte Spieltypen wie ein storylastiger Solo-Modus, in welchem die Dragon Ball Z- und GT-Story aus den Animes nacherzählt wird oder ein Versus-Modus. Neulinge sollten sich zunächst ins Training begeben und dort die Grundzüge des Games lernen. Wer einfach nur ein wenig fighten will, ist im Duell-Modus gut aufgehoben, wo man neben CPU-Gegnern auch menschlichen Kontrahenten im Split-Screen zeigen kann, wo der Hammer hängt. Im Turnier- und Ranglisten-Modus lassen sich ein paar Extramünzen verdienen oder KO-Turniere gegen bis zu sieben Freunde austragen.

Endlose Möglichkeiten
Um weitere Motiviation in die Fights zu bringen belohnt DBZ: Budokai Tenkaichi 2 den Spieler ständig mit freispielbaren Inhalten wie neuen Charakteren und Stages, Power-Ups für die Charaktere sowie Geld.
» Gleich kracht es!
Letzteres kann in einem Shop gegen weitere Aufrüstungen für die Charaktere eingetauscht werden. Diese wiederum lassen sich sowohl im Story- als auch den Turnier- und Versus-Modi an die Charaktere koppeln, um diese zu verstärken. Mit fortlaufendem Spielzeit generiert man so immer stärkere Krieger, die man mittels eines Code-Systems sogar an Freunde übermitteln kann. So wird ihnen ermöglicht, sich mit ihren Fightern an den aufgelevelten Recken zu messen.

Das eigentliche Spielsystem erinnert zunächst wieder mehr an einen 3D-Brawler mit einer Third-Person-Ansicht als an klassische Beat'em Ups. So darf man seinen Charakter in den teils riesigen Stages frei in der Horizontaten und Vertikalen bewegen und dabei allerlei Angriffsmanöver vollführen. Kommt man in die Nähe des Feindes wird dieser anvisiert und man kann sich wie in anderen Prügelspielen ganz aufs Ausweichen und Verteilen von Kombos konzentrieren. Neben normalen Schlägen, Tritten, Ausfallschritten und Blocks sind es vor allem die Super-Moves, welche Fans ausufernder Anime-Keilerein erfreuen werden.

Kaioken!
Und gerade in Super-Moves liegt der Kniff des Kampfsystems. Während die Gefechte mit den Feinden statt finden und man deren Attacken ausweicht und blockt, lädt sich ein Energiebalken auf, welcher besonders starke
» Schnelle Schlachten in bunter Animeoptik.
Manöver wie riesige Energiebälle oder Strahlenattacken ermöglicht. Die beste Methode, seine Energie aufzuladen, ist das Fokussieren per Button - allerdings wird man dann zum leichten Ziel für den Gegner. Man muss also den richtigen Kompromiss zwischen schnellen Attacken, gekonnten Blocks, Ausweichmanövern, Aufladeaktionen und mächtigen Energieangriffen finden und stets auf ein gutes Timing achten.

Während man all dies bereits in den Vorgängern finden konnte, gibt es auch ein neues Element im Spielablauf. So ist es erstmals möglich, während eines Kampfes die Form seines Fighters zu ändern. Entsprechende Energiereserven vorausgesetzt lässt sich der Kämpfer per Tastenkombo in eine stärkere Form verwandeln. Einige Konstellationen in Teamkämpfen ermöglichen sogar die Verwandlung zweier Fighter in einen besonders starken. So wird aus Goku und Vegeta beispielsweise Gogeta. Schade ist lediglich, dass sich alle Charaktere ziemlich ähnlich spielen und nur in den Superattacken und Werten wie Lebensenergie oder Angriffskraft wirklich voneinander unterscheiden.

Verkorkste Wiimote-Steuerung und PS2-Optik
Technisch befindet sich der Titel wie die meisten Wii-Games nur auf PlayStation 2-Niveau, was wenig verwunderlich ist, da es der parallel für beide Plattformen entstand. Dennoch sieht DBZ: Budokai Tenkaichi 2
» Einige Charaktere kämpfen mit Waffen.
alles andere als schlecht aus. Der Anime-Stil wurde hervorragend eingefangen und die Figuren sind gut ausmodelliert. Die 16 Stages geben sich gewohnt abwechslungsreich und reichen von Unterwasser- über Wüsten- bis hin zu Weltraumlevels. Einige Objekte wie kleinere Berge sind sogar zerstörbar. Die Sprachausgabe, Soundeffekte und Hintergrundmusik sind ebenfalls gelungen.

Weniger gut hingegen die Wiimote-Steuerung. Diese ist nicht nur sehr gewöhnungsbedürftig, sondern auch sehr fummelig. So muss man für Spezialattacken beispielsweise per Wiimote auf den Bildschirm zielen und bei gedrückter Z-Taste die Wiimote erst vor und zurückbewegen. Die selbe Attacke lässt sich mit einem angeschlossenen Gamecube-Controller weitaus einfacher und schneller ausführen was einen schnell dazu bewegt auf klassische Eingabemittel zurückzugreifen.
Pro
Extrem umfangreich
Zahlreiche Spielmodi
120 Charaktere
Sehr gut eingefangene Anime-Optik
Guter Sound
Formveränderung während der Kämpfe möglich
Contra
Fehlender Online-Modus
Wiimote-Steuerung unzureichend
Charaktere spielen sich alle recht ähnlich
Fazit
Mit Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi 2 bekommen Fans der Serie das bisher umfangreichste und beste Prügelpaket geboten, das die Stärken der Serie gekonnt fortführt und neue Elemente integriert. Vor allem das Verwandeln in bessere Kämpferformen während der Fights ist ein längst überfälliges Feature. Dennoch halten sich die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger ansonsten stark in Grenzen, so dass man eigentlich nur mehr von allem geboten bekommt: Kämpfer, mehr Stages, mehr Items und einen umfangreicheren Solo-Modus. Besitzer von Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi dürfen sich den Kauf also zunächst überlegen. Wer dieses allerdings nicht besitzt und auf spektakuläre Prügelspiele mit übertriebenen Superattacken und epilepsiebringenden Spezialeffekten steht, der sollte zugreifen. Es macht einfach einen Heidenspaß, mit Son-Goku oder Vegata seine Feinde in Grund und Boden zu stampfen und dabei die Fertigkeiten der Charaktere ständig zu verbessern. Schade nur, dass man sich keine brauchbare Wiimote-Umsetzung bei der Bedienung einfallen hat lassen – so greift man bereits nach wenigen Fights zum Controller, um so richtig die Sau rauszulassen. Außerdem wünsche ich mir für den nächsten Teil einen Online-Modus!