Solider Port eines großartigen PSP-Titels.Rockstar hat mit der GTA-Reihe eine der mächtigsten Franchises dieser Erde auf seiner Seite – ein guter Grund also diese Goldgrube auf möglichst vielen Plattformen anzusiedeln, um noch mehr Kohle zu scheffeln. Wie bereits beim Vorgänger
Grand Theft Auto: Liberty City Stories ist nun auch eine PlayStation 2-Portierung des sehr gelungenen PSP-Titels
Vice City Stories erschienen. Was dieser Port taugt, deckt unser Master-Review auf.
Vom ehrlichen Soldaten zum dubiosen ZuhälterEigentlich wollte Protagonist
Vic Vance nur ein ehrliches Leben als Soldat führen, um vom verdienten Sold seinen kranken Bruder und die drogenabhängige Mutter über die Runden zu bringen. Doch wie die Dinge so ihren
» Schnelle Autos im Sonnenuntergang. |
Lauf nehmen, gerät er unter Einfluss seines kriminellen Sergeants auf die
schiefe Bahn und wird aus der Armee geschmissen. Fortan nimmt er allerlei Aufträge von Kleinkriminellen an und arbeitet sich unter der Obhut des Spielers in die oberen Ränge der kriminellen Köpfe
Vice Citys vor. Drogenhandel, Diebstahl, Mord, Erpressung und Zuhälterei sind schließlich immer noch die lukrativsten Geschäftsmodelle, um es in einem
Grand Theft Auto-Game möglichst schnell zu viel Geld zu bringen.
Dementsprechend bekannt auch das Gameplay. Die detaillierte Stadt
Vice City lässt sich zu Fuß, in diversen Fahrzeugen sowie Booten und auch in der Luft frei bereisen. Auf der Übersichtskarte markierte Auftraggeber halten Missionen bereit, welche durch die
typischen, mit GTA-Humor geprägten Zwischensequenzen ein- und ausgeläutet werden und die Story vorantreiben. Diese lebt wie in den Vorgängern vor allem durch ihre sehr gute Inszenierung, witzigen Dialoge und die abgedrehten Charaktere.
Gewalt löst alle ProblemeNatürlich geht es in den zahllosen Aufträgen für allerlei dubiose Gestalten selten glinpflich zu. Wie gewohnt sind die
Missionen sehr abwechslungsreich und verlangen neben reichlich Fahren und Schießen auch Mal das
» Jetskies feiern ihre Premiere in VC Stories. |
Verladen von Waren per Gabelstabler oder Zertrümmern von Einrichtungsgegenständen vom Spieler. Die Steuerung bleibt dabei ebenfalls der Serie treu, was leider nicht immer ein Vorteil ist. Während sich die Fahrzeuge gewohnt rutschig, aber mit ein bisschen Übung durchaus gut steuern lassen, bereitet vor allem das Ballern wieder Kopfzerbrechen. Die
automatische Zielerfassung funktioniert auch im x-ten Ableger der Serie
alles andere als zufriedenstellend und ist vor allem auf kurze Distanz fast katastrophal – auch wenn es im PS2-Pendant besser klappt als in der PSP-Vorlage.
Wirklich sinnvoll verbessert wurde das Ballern aus Autos. Hier darf nun auf die Schulterbuttons zurückgegriffen werden, was eine große Erleichterung darstellt. Spiele wie
Scarface: The World is Yours zeigen mittlerweile dennoch, wie man es noch eleganter löst; nämlich durch eine Lock-On-Funktion. Im Verbund mit nach wie vor
fehlenden Checkpoints vor und während der Missionen und dem gewohnt fordernden Schwierigkeitsgrad sorgen diese Problemchen für GTA-typischen Frust.
Überragend dank FreiheitDoch was sind solche Wehwehchen schon gegen das
überragende Gameplay eines
Rockstar-Titels? Fast alles, was die Vorgänger groß machte, ist - im Gegensatz zu Liberty City Stories - auch in
Vice City Stories enthalten. Plus einem sehr motivierendem neuem Feature: Das
Aufbauen eines eigenen Verbecherimperiums. Gebäude lassen sich nämlich nicht einfach nur kaufen, sondern erstmals auch selbst einrichten, verwalten und aufrüsten. So kann man beispielsweise aus einer leer stehenden Bude mit den entsprechenden Finanzmitteln ein Drogenlabor machen, was die täglichen Einnahmen erhöht. Durch das Erfüllen von eher simpel gehaltenen Aufträgen für diese Etablisements lassen sich die Finanzen und Tageseinnahmen zudem kräftigen.
Da
Vic jedoch nicht der einzige Kriminelle in der Stadt ist, haben es feindliche Gangs stets auf seine Einrichtungen abgesehen, was das
regelmäßige Verteidigen und Reparieren der eigenen Geschäfte nach sich zieht. Natürlich ist es ebenfalls möglich, gegnerische Gebäude zu überfallen, auszuräuchern und anschließend durch einen eigenen Laden zu ersetzen. Ebenfalls praktisch: Um die Einrichtungen im Besitz des Spielers tummeln sich Handlanger, welche als Kampfunterstützung angeheuert werden können. Weiterer Komfortfaktor: Einnahmen müssen nicht mehr umständlich manuell vor den Etablisements abgeholt werden, sondern fließen jeden Abend automatisch aufs virtuelle Konto.
GTA rocks!Technisch wurde gegenüber der PSP-Variante leider nichts geändert. Neben den typischen Merkmalen der Engine wie Popups, Slowdowns und Ruckler, wirkt die gesamte Ansicht
» Die Grafik ist stimmig, wurde allerdings nicht verbessert. |
detailarmer als im älteren GTA: San Andres. Punkten kann der Titel allerdings wieder durch die
riesige Spielwelt und die
liebevoll gestalteten Umgebungen. Ein deutlich überragenderes Bild zeigt der Sound:
Etliche lizensierte Musiktracks, verteilt auf acht Radiosender inklusive lustigen Moderatorenkommentaren und Talkshows, sorgen für die passende Musikbegleitung. Die englischen
Sprecher wurden abermals professionell gewählt und bieten eine filmreife Synchronisation der abgedrehten Figuren.
Wie bereits in
Grand Theft Auto: Liberty City Stories wurde der Mehrspieler-Modus der PlayStation Portable-Version komplett gestrichen. Da man sich beim Portieren offensichtlich abermals nicht besonders viel Mühe gegeben hat, gibt es einen kleinen Trost: Der Titel kommt für schlanke
29,99 Euro in die Ladenregale, was angesichts des riesigen Umfangs und des ansonsten sehr guten Spiels ein echter Schnäppchenpreis ist. Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass an der deutschen Fassung des Spiels die Zensurschere gesetzt wurde. Blut ist dieses Mal sogar ganz entfernt worden und das Treten am Boden liegender Opfer nicht möglich.