Die Sony-Konstrukteure haben alles reingepackt, was man sich als Formel 1-Fan erhofft.Die Formel 1 mag in letzter Zeit etwas von ihrem Glanz zurückgewonnen haben, doch bleibt sie als Sportspiel eher im Nischenmarkt hängen. Von Zeit zu Zeit kommen hervorragende Vertreter, wie etwa die F1GP-Titel von
Geoff Crammond auf den (PC-)Markt und lassen die Herzen der Rennsportbegeisterten höher schlagen. Auf den Konsolen hält Sony bereits seit Jahren exklusiv die Stellung auf dem Podest und veröffentlicht als einziger Anbieter die offiziell lizenzierten Spiele der FIA. Die
Formel Eins: Championship Edition feiert nun den Einstand auf der PlayStation 3: Wie sehr diese, auf Basis der PS2-06er-Version beruhende, Version überzeugt, lest ihr in unserem
Master-Review.
Authentische Rennatmosphäre Von jeher zählen Formel 1-Spiele zu den eher simulationslastigen Ablegern im Genre. Während andere Rennserien mehr auf Action denn Realismus setzen, können Fans des Sports gar nicht genug mit unzähligen
» TV? Realität? Spiel? This is racing! |
Details bombardiert werden. Hierzu gleich die gute Nachricht:
Formel Eins: Championship Edition stellt
bis ins kleinste Detail jeden Aspekt der Formel 1 dar. Die gesamten Daten der 2006er-Saison sind gewissenhaft ins Spiel integriert: Das beginnt bei der Lackierung der Autos, geht über sämtliche Originalrennstrecken bis hin zu den Namen der Gladiatoren (Piloten).
Wer schnell ein Rennen absolvieren möchte, wählt einen Kurs aus und schon kann es losgehen. Puristen erfreuen sich am langen und extrem detaillierten Karriere-Modus, der bis ins kleinste Detail die Rennwochenenden von Tests, Trainings über Tuning und Qualifikation bis hin zum eigentlichen Grand Prix abbildet. Auch Multiplayer-Fans kommen dank des
absolut wasserdichten Online-Modus auf ihre Kosten. Jedoch gibt es leider keine Option für Splitscreen, d.h. es kann nur im Netz gegeneinander gefahren werden - ein vergleichsweise kleines Manko, das nicht die sehr gute Qualität der Online-Anbindung schmälern soll.
Simulation und Arcade - Kein Widerspruch Die Entwickler eines F1-Spiels haben immer eine große Hürde zu nehmen: Einerseits verlangen Fans, dass sogar der Reifendruck simuliert wird und alles so realistisch wie nur menschenmöglich abläuft. Doch auf
» Den Profis über die Schulter schauen. |
der anderen Seite gibt es auch jene, die nicht ihren Boliden mit 27.847 Einstellungen über ein gesamtes Wochenende in Realzeit tunen wollen. Die Macher der
Championship Edition haben
eine gute Lösung für dieses Dilemma gefunden: Durch
zuschaltbare Hilfen wie etwa Unkaputtbarkeit, Bremsassistent oder visualisierte Ideallinie kann man den PS3-Titel auf den eigenen Geschmack zuschneiden.
Einsteiger werden für diese Optionen sehr dankbar sein und wenn erstmal die Basics sitzen, so kann man sukzessive die Fahrhilfen zurückschrauben. Mit allen Kühlwassern (sowie Rennsprit und Getriebeöl) gewaschene Hardcore-Fans hingegen kommen gleich voll auf den Geschmack, indem sie die Realitätseinstellungen hochschrauben und sich daran erfreuen, dass einen selbst bei der kleinsten Kollision sofort ein verselbständigtes Hinterrad
physikalisch korrekt überholt. Zusätzlich darf auch noch der
Schwierigkeitsgrad verändert werden. Selten gab es einen Renntitel, der so genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden konnte - es ist also wirklich für jeden etwas dabei.
Grafik und Effekte überzeugen Formel Eins: Championship Edition gehört sicherlich zu den schöneren Launchtiteln für die PS3. Während die Strecken zwar etwas kahl wirken (sehen leider in der Realität auch nicht spektakulärer aus) und
» Webber beim Rasenmähen. |
manchmal eine etwas unscharfe Textur am Boden ins Auge springt, so
überzeugen die Fahrzeugmodelle umso mehr.
Tolle Effekte wie etwa aufsteigende Hitze über den Motoren verstärken zusätzlich den realistischen Touch. Das genau richtig dosiert eingesetzte Motion Blur verleiht dem Titel ein
ausgeprägtes Geschwindigkeitsgefühl. Zahlreiche
frei wählbare Kamerapositionen sorgen zusätzlich für grenzenlose Übersicht in jeder Lage.
Besonders gelungen sind die Wettereffekte von
blendender Sonne bis hin zu Regen, der einem fast vollständig die Sicht nimmt und somit für den besonderen Nervenkitzel sorgt. Selbst Aspekte wie Windschatten werden vom Titel realistisch simuliert. Beim Online-Modus haben sich die Entwickler auch einige Gedanken gemacht und vor allem viele Dinge eingebaut, damit Cheater keine Chance haben: So wird z.B. das "Abkürzen" der Strecke mit einer Geschwindigkeitsdrosselung bestraft. Insgesamt dürfen sich bis zu elf Fahrer in erfreulich lagfreien Rennen nach Herzenslust aneinander messen.