Auch auf der PS2 prinzipiell gute Weltkriegs-Action, die allerdings an einem sehr geringen Umfang leidet.Es ist schon erstaunlich wie beharrlich Entwickler das Setting des zweiten Weltkrieges für Ego-Shooter sowie andere Genres ausschlachten und auf welch breite Akzeptanz dieser immer wieder gleiche Hintergrund stößt. Dies macht sich natürlich auch der weltweit größte Hersteller von Videospielen zu Nutze und so beschert uns EA einen weiteren Ableger seiner beliebten
Medal of Honor-Reihe, deren Ursprung bis in PlayStation 1-Zeiten zurück geht. Was
Medal of Honor: Vanguard für die PlayStation 2 taugt, verrät unser
Master-Review.
BruchlandungDer Titel beginnt mit dem Einzug der Amerikaner in den zweiten Weltkrieg und zieht sich über vier Kampagnen bis hin zur Fallschirmlandung der Alliierten am Rhein. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Soldaten
» Zusammen mit den Kameraden in den Krieg. |
Corporal Frank Kergab, welcher Mitglied der 82. Luftlandedivision ist. Wie in so gut wie allen anderen Weltkriegs-Shootern wird auf die Persönlichkeit und den Charakter des Helden und dessen Kameraden nicht weiter eingegangen, was für abermals sehr blasse Protagonisten sorgt. Die Bedienung geht dabei im Vergleich zur Wii-Version einwandfrei von der Hand und sorgt dank Analogsticks und intuitiver Buttonbelegung für Präzision und schnelle Reaktionsmöglichkeiten.
Das
Gameplay ist serientypisch ordentlich. In zahlreichen Schlachten ballert man sich durch Straßenverläufe, Häuser, Fabriken sowie über Felder und mäht dabei etliche Nazis mit bekannten Gewehren des zweiten Weltkriegs über den Haufen. Dank zahlreicher gescripteter Ereignisse wirken die Schlachten ziemlich lebendig und sorgen für einige
Krawumm-Effekte im heimischen Wohnzimmer – beispielsweise dann, wenn plötzlich Panzer auftauchen und man schnell nach einer Bazooka suchen muss.
Die gewohnt gute Kost hat allerdings einen gewaltigen Haken. So wird man für den Abschluss des
Solo-Modus höchstens vier Stunden brauchen, geübte Spieler schaffen es sogar noch schneller. Da helfen auch drei
» Die Grafik ist auf mäßigem PS2-Niveau. |
verschiedene Schwierigkeitsgrade und ein Belohnungssystem in Form von verliehenen Medallien nicht weiter; der Umfang ist eine einzige Frechheit. Der Titel teilt also ein Problem mit der letzten Instanz der Serie:
Medal of Honor: Heroes für die PlayStation Portable. Allerdings bot letzteres einen Online-Modus mit bis zu 32 Spielern gleichzeitig. Ein Feature, welches die der neuste Konsolenvertreter lediglich durch einen
Vier-Spieler-Split-Screen-Modus mit sechs Maps und vier Standard-Spielmodi auszugleichen versucht – natürlich erfolglos.
Auch
technisch bleit der Ego-Shooter hinter den Möglichkeiten der PlayStation 2 zurück. Verwaschene Texturen, niedrig polygonisierte Charaktermodelle, mäßige Effekte und Kantenflimmern dominieren die Optik. Außerdem leidet die PS2-Variante unter einer schwankenden Framerate, die immer wieder ins Stocken gerät - hier hat die Wii-Version die Nase vorne. Immerhin hat man sich beim Sound ins Zeug gelegt: Der orchestrale Soundtrack begeistert ebenso wie die wuchtigen Soundeffekte.