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Master-Review:   » drucken    » versenden

Stuntman: Ignition

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 20.09.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Rasantes Actionspektakel, das viele Trial & Error-Passagen aufweist.

Stuntleute haben einen harten Job. Sie riskieren ihr Leben in waghalsigen Manövern, für die dann der Hollywood-Star, den sie gedoublt haben, den Ruhm kassiert. Aber ohne diese mutigen Männer und Frauen wären viele spektakuläre Filmszenen nicht möglich. Dieses Thema griff Reflections Interactive (heute Ubisoft Reflections) 2002 in dem PlayStation 2-Spiel Stuntman auf, in dem der Spieler lebensgefährliche Fahrmanöver auf diversen Filmsets vollführen musste. Mit Stuntman: Ignition bringt nun ein anderer Entwickler, nämlich Paradigm, einen legitimen Nachfolger des Spiels auf die Next-Gen-Konsolen. Was der Titel taugt, erläutert euch unser Master-Review im Detail.

Ready, Set … Action!
Auch wenn ein neuer Entwickler an der Franchise arbeitet ist Stuntman: Ignition der Linie des Originals treu geblieben: In sechs Filmen muss der Spieler als Stuntdouble
» Bei Stuntman: Ignition kracht es an allen Ecken.
zeigen, was er drauf hat. Dazu rast man durch spektakuläre Actionsszenen auf zwei- oder vierrädrigen Vehikeln und vollführt waghalsige Manöver, Sprünge, Slides und sogar Unfälle. Während der Aufnahme der jeweiligen Szene – jeder Film wurde in sechs Szenen unterteilt – erlaubt der Regisseur seinem Stuntman fünf Fauxpas, ansonsten muss neu gedreht werden. Trotz der Möglichkeit es fünfmal zu versauen ist Stuntman: Ignition kein leichtes Spiel. Die Filme werden nur bei einer ausreichenden Anzahl von Sternen freigeschaltet – diese verdient man sich indem man bestimmte Punktzahlen bei den Dreharbeiten ergattert.

Das ist allerdings kein Spaziergang, da man hohe Punktzahlen nur mit Stunt-Kombos erreicht. Um das perfekte "Fünf-Sterne-Rating" zu erhalten, heißt es nichts anderes, als vom ersten Stunt an bis zum Ende der Filmszene eine Kombokette aufrecht zu erhalten. Ein Stunt kann dabei vieles darstellen: Sprünge, Drifts oder aber auch knappes Vorbeifahren an Hindernissen, Auffahrunfälle oder spektakuläre Überholmanöver. Allerdings hat man nach einem Stunt nur rund 5 Sekunden Zeit, um das nächste Manöver zu vollführen, sonst gilt die Kombo als unterbrochen. Eine perfekte Kombination zu erreichen ist jedoch ein steiniger Weg voller "Trial and Error".

Cut!
Die Filmcrew hält zwar kurz vor den Dreharbeiten ein Briefing mit dem Spieler ab, trotzdem werden die meisten Stunts nur kurz in Standbildern demonstriert, so dass man nicht genau weiß, wann und wo auf der Strecke die jeweilige Szene
» Solche waghalsigen Aktionen bringen Punkte.
kommen wird. Der Stuntkoordinator brüllt einem während der Fahrt Instruktionen ins Headset, manchmal ist er aber ein wenig spät dran, so dass man nur sehr knapp reagieren kann. Vor allem bei Wagen mit schwierigem Handling steigt so der Schwierigkeitsgrad in enorme Höhen. Man wird nicht drum herum kommen, jede Szene mehrmals zu probieren, um ein anständiges Rating hinzubekommen. Wer überall perfekt sein möchte, sollte sich auf viele, viele Wiederholungen einrichten.

Hat man allerdings kein Problem mit dem repetitivem Gameplay, macht Stuntman: Ignition höllischen Spaß. Wenn man wieder eine Szene erfolgreich abgeschlossen hat, wird das noch mit freigeschalteten Extras versüßt. Die Filme im Spiel orientieren sich dabei an real existierenden Vorbildern. Never kill me again errinert sehr an einen James Bond-Film während Whoopin & Hollerin II sich ganz klar ei The dukes of Hazzard bedient. Neben Kinofilmen kann man aber auch in kleineren Werbespots oder Stuntarenen als Teufelsfahrer mitwirken. Trotz des teilweise hohen Schwierigkeitsgrades ist Stuntman: Ignition zu kurz – wer sich gut ins Spiel einarbeitet, kann in rund zehn Stunden alles freischalten.

Brumm brumm bruuuummmm!
Um noch ein wenig Langzeitmotivation zu generieren, hat Paradigm neben einem Arenaeditor – in dem man eigene Stuntshows (aber leider keine eigenen Filmsets) erstellen kann – einen Online-Multiplayermodus integriert. Dieser bietet
» Beim Vulkankatastrophenfilm geht es heiß her!
zwei Modi: Kulissenkampf und Kulissenrennen. Bei ersterem gewinnt die höchste Punktzahl, wobei es auch möglich ist, dem Gegner Stuntkombos zu klauen. Beim Rennen geht’s auf Zeit, wobei Stunts den Turbo aufladen. Der Mehrspielermodus macht zwar Spaß, kommt aber nicht an Arcade-Größen wie beispielsweise Burnout heran. Dafür ist er sauber und lagfrei programmiert.

Technisch bringt Stuntman: Ignition die Xbox 360 nicht zum Schwitzen und kann sich trotzdem sehen lassen: flüssige Grafik, realistische Physik sowie viele Effekte und Explosionen gleichzeitig ohne das geringste Ruckeln. Das überzeugt! Die gesamte Präsentation des Spiels ist durch und durch stimmig, die Briefings werden in netten FMV-Sequenzen dargestellt. Es entsteht ein cineastischer Eindruck dank interessanter Schnitte und Settings sowie viel Liebe zum Detail. Hätte man allerdings noch imposantere Grafik verwendet – und das wäre sicher problemlos mit der vorliegenden Hardware möglich – könnte dieser positive Eindruck sicherlich noch intensiviert werden. Auch der Sound weiß mit viel Krach, sauberer Sprachausgabe und netten Melodien zu überzeugen.
Pro
Saubere Technik
Originelles Setting
Viel Action
Arena-Editor …
Contra
… aber leider kein Filmset-Editor
Viel Trial and Error
Geringer Umfang
Fazit
Stuntman: Ignition ist ein gutes Spiel. Es macht einfach enorm Laune, sich durch die fordernden Filmsets zu kämpfen und Highscores zu ergattern. Technisch ist der Titel sauber programmiert, auch wenn man öfters denkt, dass noch ein bisschen mehr möglich gewesen wäre. Die kinoreifen Replays und die realistische Physik fördern den Spielspaß, so dass man trotz des hohen Schwierigkeitsgrades nicht vorzeitig die Flinte ins Korn wirft. Uneingeschränkt empfehlen kann man das Spiel trotzdem nicht: Das Trial and Error-Prinzip ist nicht jedermanns Sache und ein wenig mehr Umfang hätte dem Titel auch nicht geschadet. Eigene Filmsets zu kreieren wäre zudem interessanter gewesen als "nur" Arenen erstellen zu können. Der Multiplayermodus macht Spaß, ist aber recht unoriginell und gegenüber der Arcaderacer-Konkurrenz relativ belanglos. So bleibt unterm Strich ein sehr solider Titel, der die einen begeistern und die andern frustrieren wird. Probespielen ist also angesagt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
THQ
Entwickler
Paradigm
Website
www.stuntmanign...
Release
31. August 2007
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