Rasantes Actionspektakel, das viele Trial & Error-Passagen aufweist.Stuntleute haben einen harten Job. Sie riskieren ihr Leben in waghalsigen Manövern, für die dann der Hollywood-Star, den sie gedoublt haben, den Ruhm kassiert. Aber ohne diese mutigen Männer und Frauen wären viele spektakuläre Filmszenen nicht möglich. Dieses Thema griff
Reflections Interactive (heute
Ubisoft Reflections) 2002 in dem PlayStation 2-Spiel
Stuntman auf, in dem der Spieler lebensgefährliche Fahrmanöver auf diversen Filmsets vollführen musste. Mit
Stuntman: Ignition bringt nun ein anderer Entwickler, nämlich
Paradigm, einen legitimen Nachfolger des Spiels auf die Next-Gen-Konsolen. Was der Titel taugt, erläutert euch unser Master-Review im Detail.
Ready, Set … Action! Auch wenn ein neuer Entwickler an der Franchise arbeitet ist
Stuntman: Ignition der Linie des Originals treu geblieben: In
sechs Filmen muss der Spieler als Stuntdouble
» Bei Stuntman: Ignition kracht es an allen Ecken. |
zeigen, was er drauf hat. Dazu rast man durch spektakuläre Actionsszenen auf zwei- oder vierrädrigen Vehikeln und vollführt waghalsige Manöver, Sprünge, Slides und sogar Unfälle. Während der Aufnahme der jeweiligen Szene – jeder Film wurde in sechs Szenen unterteilt – erlaubt der Regisseur seinem Stuntman fünf Fauxpas, ansonsten muss neu gedreht werden. Trotz der Möglichkeit es fünfmal zu versauen ist
Stuntman: Ignition kein leichtes Spiel. Die Filme werden nur bei einer ausreichenden Anzahl von Sternen freigeschaltet – diese verdient man sich indem man bestimmte Punktzahlen bei den Dreharbeiten ergattert.
Das ist allerdings kein Spaziergang, da man hohe Punktzahlen nur mit
Stunt-Kombos erreicht. Um das perfekte "Fünf-Sterne-Rating" zu erhalten, heißt es nichts anderes, als vom ersten Stunt an bis zum Ende der Filmszene eine
Kombokette aufrecht zu erhalten. Ein Stunt kann dabei vieles darstellen: Sprünge, Drifts oder aber auch knappes Vorbeifahren an Hindernissen, Auffahrunfälle oder spektakuläre Überholmanöver. Allerdings hat man nach einem Stunt nur
rund 5 Sekunden Zeit, um das nächste Manöver zu vollführen, sonst gilt die Kombo als unterbrochen. Eine perfekte Kombination zu erreichen ist jedoch ein steiniger Weg voller
"Trial and Error".
Cut! Die Filmcrew hält zwar kurz vor den Dreharbeiten ein Briefing mit dem Spieler ab, trotzdem werden die meisten Stunts nur kurz in Standbildern demonstriert, so dass man nicht genau weiß, wann und wo auf der Strecke die jeweilige Szene
» Solche waghalsigen Aktionen bringen Punkte. |
kommen wird. Der Stuntkoordinator brüllt einem während der Fahrt Instruktionen ins Headset, manchmal ist er aber ein wenig spät dran, so dass man nur sehr knapp reagieren kann. Vor allem bei Wagen mit schwierigem Handling steigt so der Schwierigkeitsgrad in enorme Höhen. Man wird nicht drum herum kommen, jede Szene mehrmals zu probieren, um ein anständiges Rating hinzubekommen. Wer überall perfekt sein möchte, sollte sich auf viele, viele Wiederholungen einrichten.
Hat man allerdings kein Problem mit dem repetitivem Gameplay, macht
Stuntman: Ignition höllischen Spaß. Wenn man wieder eine Szene erfolgreich abgeschlossen hat, wird das noch mit
freigeschalteten Extras versüßt. Die Filme im Spiel orientieren sich dabei an real existierenden Vorbildern.
Never kill me again errinert sehr an einen
James Bond-Film während
Whoopin & Hollerin II sich ganz klar ei
The dukes of Hazzard bedient. Neben Kinofilmen kann man aber auch in kleineren Werbespots oder Stuntarenen als Teufelsfahrer mitwirken. Trotz des teilweise hohen Schwierigkeitsgrades ist
Stuntman: Ignition zu kurz – wer sich gut ins Spiel einarbeitet, kann in
rund zehn Stunden alles freischalten.
Brumm brumm bruuuummmm! Um noch ein wenig Langzeitmotivation zu generieren, hat
Paradigm neben einem Arenaeditor – in dem man eigene Stuntshows (aber leider keine eigenen Filmsets) erstellen kann – einen
Online-Multiplayermodus integriert. Dieser bietet
» Beim Vulkankatastrophenfilm geht es heiß her! |
zwei Modi:
Kulissenkampf und
Kulissenrennen. Bei ersterem gewinnt die höchste Punktzahl, wobei es auch möglich ist, dem Gegner Stuntkombos zu klauen. Beim Rennen geht’s auf Zeit, wobei Stunts den Turbo aufladen. Der Mehrspielermodus macht zwar Spaß, kommt aber nicht an Arcade-Größen wie beispielsweise
Burnout heran. Dafür ist er
sauber und lagfrei programmiert.
Technisch bringt
Stuntman: Ignition die
Xbox 360 nicht zum Schwitzen und kann sich trotzdem sehen lassen:
flüssige Grafik, realistische Physik sowie viele Effekte und Explosionen gleichzeitig ohne das geringste Ruckeln. Das überzeugt! Die gesamte Präsentation des Spiels ist durch und durch stimmig, die Briefings werden in netten FMV-Sequenzen dargestellt. Es entsteht ein cineastischer Eindruck dank
interessanter Schnitte und Settings sowie viel Liebe zum Detail. Hätte man allerdings noch imposantere Grafik verwendet – und das wäre sicher problemlos mit der vorliegenden Hardware möglich – könnte dieser positive Eindruck sicherlich noch intensiviert werden. Auch der Sound weiß mit viel Krach, sauberer Sprachausgabe und netten Melodien zu überzeugen.