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Burnout Dominator  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 19.04.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Prinzipiell gelungenes, im Vergleich zu seinen Vorgängern aber enttäuschendes und beschnittenes Burnout-Sequel.

Heizen, drängeln und störende Verkehrsteilnehmer von der Piste zu rammen - der Stoff aus dem die Träume vieler gestresster Autofahrer sind. Keine Renn-Serie bediente dieses Verlangen bisher so gut wie die Burnout-Reihe von Criterion. Nachdem diese von Mal zu Mal brachialer wurde und in Burnout Revenge ihren bisherigen Zenit fand, will man sich im Sony-exklusiven Burnout Dominator auf alte Tugenden besinnen. Mehr dazu im Master-Review.

Beschnittener Bekannter
Wer die Vogänger kennt, wird im Hauptmenü von Burnout Dominator augenblicklich einen Online-Modus sowie die beliebten Crash-Events vermissen. Diese beiden Modi wurden zum Leidwesen aller Fans
» Das Streckendesign weiß wieder zu gefallen.
komplett gestrichen. So bleiben nur der Solo-Modus mit zahlreichen Wettbewerben und ein Split-Screen-Modus übrig, was gegenüber den Vorgängern eine merkliche Beschneidung darstellt. Der Solo-Part ist abermals in verschiedene Wettbewerbsklassen aufgeteilt, die man hintereinander bestreitet, um neue Herausforderungen und bessere Fahrzeuge freizuspielen.

Am rasend schnellen Gameplay hat sich nichts geändert. Immer noch donnert man in fiktiven Boliden mit einem Affenzahn über sehr gut designte Strecken und versucht durch besonders gefährliche Fahrmanöver und das Abdrängeln von Gegnern (Takedown!) seinen Turbo-Boost aufzuladen. Wird man selbst Opfer eines Rammmanövers, kann man seinen Wagen während des Crashs in Zeitlupe anrasenden Feinden entgegen steuern. Ist es nicht möglich einen Kontrahenten physisch zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, den eigen Wagen mittels Crashbreaker in die Luft zu jagen und Verfolger in naher Umgebung mit ins Verderben zu reißen. Einige Sekunden nach einem Crash wird man wiederbelebt und kann das Rennen fortsetzen.

Back to the roots
Im Vergleich zum direkten Vorgänger Burnout Revenge hat man sich allerdings auf zahlreiche alte Tugenden besonnen. So ist es möglich, durchgängige Boosts zu machen. Fährt man einen voll aufgeladenen Turbo in einem
» Rasen und drängeln.
Rutsch leer, lädt sich dieser automatisch wieder voll auf und ermöglicht quasi unendlich langes boosten. Die Schwierigkeit liegt hier natürlich im Überleben eine solchen Geschwindigkeitsrauschs. Im Gegensatz zu Burnout Revenge kann in die gleiche Richtung fahrender Verkehr nämlich nicht mehr einfach weggerammt werden, sondern führt unweigerlich zu einem Unfall – back to the roots also.

Die Spielmodi zeigen sich bekannt, aber auch neu. In normalen Rennen kämpft man um eine gute Platzierung, während in den beliebten Road Rages alles darauf abzielt, möglichst viele Feinde von der Strecke zu fegen. In Zeitrennen tritt man gegen die Uhr an, während im Eliminator-Modus jeweils der Letztplatzierte nach Ablaufen der Zeit disqualifiziert wird. Neu hinzugekommen sind Challenges, in denen man möglichst viel driften, nah an anderen Autos vorbeirasen oder boosten muss sowie der Maniac-Modus. In diesem gilt es durch möglichst gewagte Fahrmanöver viele Punkte auf dem Weg ins Ziel zu sammeln. Die Steuerung funktioniert dabei stets einwandfrei und ermöglicht halsbrecherische Manöver mit einfachen Fingergriffen.

Fliegende Fetzen und krachende Boxen
Technisch holt der Titel wieder einiges aus der PS2 heraus und zaubert eine detaillierte, pfeilschnelle Grafik auf den Schirm. Vor allem die prachtvollen Effekte sorgen für starkes Funkensprühen bei Karambolagen und
» Von den Boliden bleibt oft nicht viel übrig.
fliegende Fetzen bei Crashs. Das Geschwindigkeitsgefühl ist dank der stets konstanten Framerate abermals extrem gut ausgefallen und sorgt für genug Adrenalin im Blut. Auf die Ohren gibt es erneut von zahlreichen bekannten Rock- und Metal-Künstlern die natürlich perfekt zum Game passen. Auch dieses Mal verwöhnen zahlreiche bekannte Rock- und Metal-Künstler mit ihren Songs die Ohren, was natürlich perfekt zum Game passt. Unliebsame Songs können im Soundtrackmanager aussortiert werden.

Wie bereits eingangs erwähnt wurde Burnout Dominator leider um den Online-Modus der Vorgänger beschnitten. So ist lediglich das Spielen mit Freunden im Split-Screen möglich. Auch gibt es einen Party-Modus, in dem die Spieler nacheinander an die Reihe kommen und ihr Können unter Beweis stellen. Im Rekordbrecher-Modus dürfen bereits freigespielte Strecken nochmals in den verschiedenen Modi gezockt werden. Außerdem ist es hier möglich bereits bekannte Strecken zu rückwärts zu fahren, was zusätzlichen Wiederspielwert mit sich bringt.
Pro
Gewohnt spaßiges Raser-Gameplay
Geniales Geschwindigkeitsgefühl
Audiovisuell top
Viele Spiel-Modi
Contra
Wegrationalisierter Online-Modus
Keine Crash-Events
Insgesamt schwächer als Burnout 3 & Revenge
Fazit
Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, Burnout Dominator eine angemessene Wertung zu verpassen. Für sich gesehen ist das Game ein durchaus gutes Racing-Game mit einem atemberaubenden Geschwindigkeitsgefühl, vielen Spiel-Modi und sehr gut designten Strecken. Hinzu gesellen sich eine für PS2-Verhältnisse herausragende Optik, krachige Soundeffekte und ein gewohnt breites Spektrum an bekannten Musiktiteln. Allerdings muss sich ein Nachfolger auch immer an seinen Vorgängern messen und hier zieht Burnout Dominator gegenüber Burnout 3: Takedown und Burnout Revenge ganz klar den Kürzeren. Die Drift- und Manic-Modi können die fehlenden Crash-Events sowie einen Online-Mehrspieler-Modus nicht aufwiegen. Burnout Dominator riecht einfach zu sehr nach EA'scher Ausschlachtung eines beliebten Franchise und rationalisiert ganz frech längst etablierte Vorzeige-Optionen einer lange laufenden Serie weg. Unter dem Strich bleibt zwar ein tolles Game, allerdings mit einem fiesen Beigeschmack. Hardcore-Fans der Serie greifen auf Grund der neuen Strecken und Herausforderungen zu. Alle anderen sind mit Burnout 3: Takedown und/oder Burnout Revenge allerdings besser bedient.