Rundum verbesserter Nachfolger einer der besten Xbox 360-Titel.Um sich gegen Hauptkonkurrent EA zu behaupten setzt Entwickler Ubisoft seit geraumer Zeit auf einen ähnlich massiven Auswurf von Prequels zu erfolgreichen Spielen. Jährlich erscheinen Fortsetzungen oder Spin-Offs der erfolgreichen Franchises wie Splinter Cell, Prince of Persia oder Rainbow Six. Kein Wunder also, dass auch Captain Scott Mitchel von den Ghosts bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung von
Ghost Recon: Advanced Warfighter wieder aufs Schlachtfeld geschickt wird. Wir haben uns den zweiten Teil von einem der besten Taktik-Shooter angesehen und verraten im
Master-Review, warum kurze Entwicklungszeiten nicht immer ein mäßiges Spiel bedeuten.
Nukleare BedrohungKaum ist
Captain Scott Mitchel aus seinem letzten Einsatz in Mexico City zurückgekehrt wartet neuer Ärger auf ihn. Mexikanische Widerstandskämpfer haben, wieder einmal, Atomwaffen in ihre Gewalt gebracht und
» Kaum ist Mitchel zurück, muss er wieder in den Krieg. |
drohen mit einem Angriff auf amerikanisches Terrain – und das binnen der nächsten 72 Stunden. Höchste Zeit also,
Mitchel und sein Team ins feindliche Gebiet zu schicken, um den
Abschuss zu verhindern. Der Spieler schlüpft natürlich abermals in die Rolle des wortkargen Elitesoldaten und versucht mittels Befehlsgewalt über andere Soldaten und Einheiten sowie einem ansehnlichen
Repertoir an Hightech-Waffen die nukleare Verwüstung zu verhindern.
Für alle die den ersten Teil gespielt haben, bietet das zunächst folgende
Tutorial auf einem Trainigsgelände nicht viel neues. Nach wie vor hechtet man mit Hilfe der
durchdachten Bedienung von Deckung zu Deckung, drückt kauert hinter Wänden, legt sich auf den Boden und nimmt Gegner gekonnt ins Visier. Verbündete Soldaten und Vehikel sind wie im Vorgänger direkt mittels HUD oder einer Übersichtskarte durch einfache Befehle wie „Angreifen“ und „Bewegen“ kommandierbar. Neu hinzu gekommen ist der Sanitäter, welcher den Spieler unter Einsatz begrenzter Medipacks heilen kann.
GRAW 1.5Am hervorragenden Gameplay des ersten Teil hat sich nichts geändert. Nach wie vor führt man seinen
Vierertrupp durch feindliches Terrain, spioniert gegnerische Stellungen mit Hilfe von
elektronischen Drohnen,
» Die Wahl der Kameraden ist fast bedeutungslos. |
sprengt schweres Feindgerät und liefert sich dabei etliche Schusswechsel mit zahlenmäßig meist stark überlegenen Gegnertruppen. Dabei wurde abermals auf ein recht
hohes Maß an Realisimus geachtet, ohne jedoch den Spielspaß dadurch zu trüben. So kann man zwar durch wenige Treffer niedergestreckt werden, allerdings schießen die Gegner alles andere als perfekt und setzen auch nur selten Granaten ein. Obwohl Advanced Warfighter 2 ein Taktik-Shooter ist, wird man
echten Tiefgang vermissen.
Wie im Vorgänger geht das Taktieren kaum über das Voraussenden der eigenen Truppen und vorsichtige Herantasten an feindliche Stellungen hinaus. Die Areale und möglichen Befehle an die eigenen Truppen sind abermals zu begrenzt, um echte Komplexität zu entwickeln, was
Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 mehr wie einen
realistischen Third-Person-Shooter als einen waschechten Taktik-Shooter wirken lässt. Dank einer abermals hervorragenden Präsentation und Inszenierung der Missionen schadet dies dem eigentlichen Spielspaß jedoch nicht im Geringsten.
Bombastische InszenierungObwohl gegenüber dem Vorgänger lediglich Detailverbesserungen an der Grafikengine vorgenommen wurden, bringt
Advanced Warfighter 2 den futuristischen Krieg des Jahres 2013 mit
opulenter Optik und bombastischem Sound » Nachts sind Sichtgeräte sinnvoll. |
direkt ins Wohnzimmer. Wohl dem, der eine ordentliche Surround-Anlage besitzt, denn was hier auf dem Bildschirm und akustisch abgeht, muss sich vor großen Kriegsfilmen wie Black Hawk Down nicht verstecken. So ordert man Luftschläge gegen feindliche Panzerverbände, navigiert M1A Abrams durch enge Häuserschluchten oder markiert Ziele für Apache-Kampfhelikopter. Zwischendurch sprengt man Artillerie mittels C4 in die Luft, knallt aufständische Mexikaner mit einem Scharfschützengewehr von Sanddünen runter oder ballert vom Heli aus auf gegnerische Konvois.
Dies alles sorgt für einen
sehr abwechslungsreichen Spielablauf in dem keinerlei Langeweile herrscht. Dank eines etwas abgemilderten Schwierigkeitsgrades sowie einer neu hinzugekommenen Easy-Einstellung kommt zudem weniger Frust auf als beim ersten Teil. Insgesamt wirkt
Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 deutlich
gestraffter, spektakulärer und mit weniger Längen ausgestattet als sein Vorgänger. Leider geht dies zu Lasten der Spielzeit. So ist
GRAW 2 nochmals kürzer als der ohnehin schon kurze Erstling und für geübte Spieler an einem langen Nachmittag in
sechs bis sieben Stunden zu meistern.
Mehrspieler-MayhemGlücklicherweise bietet
Ubisofts neuestes Werk neben der kurzen Solo-Kampagne noch etliche weitere Spielmodi, welche vor allem über Xbox Live ihr volles Potenzial entfalten. So gibt es eine neue
Kooperativ-Kampagne » Im Mehrspieler-Modus ist die Grafik abgespeckt. |
mit sechs neuen Missionen, die Möglichkeit in Terroristen-Jagden gegen CPU gesteuerte Feinde anzutreten oder in der Heli-Jagd Helikopter vom Himmel zu schießen. Für Clans und Teamspieler dürften vor allem die zahlreichen Versus-Modi interessant sein, welche vom simplen Team-Deathmatch über Capture the Flag bis hin zu Belagerungsmodi reichen. Zudem lassen sich detaillierte Einstellungen bezüglich Rundenzeit, Waffen, zugelassene Klassen und Karte tätigen.
Während an einer Konsole bis zu vier Personen im Splitscreen gegeneinander antreten können, lassen sich durch System-Link oder Onlinespiele 16 Spieler ins Geschehen mit einbeziehen. Auch ist es möglich über nur einen Gamertag mit bis zu drei weiteren Gleichgesinnten an Onlinematches teilzunehmen. Alles in allem bietet
Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 somit
einen der vorbildlichsten und umfangreichesten Mehrspielermodi im Genre. Einziger Wermutstropfen: Die Grafikqualität wurde aus Performancegründen etwas nach unten geschraubt, was den Titel online zwar immer noch gut aussehen, allerdings nicht an den hohen Detailgrad der Solo-Kampagne heranreichen lässt.