Klassischer 2D-Prügler mit einem ausgefeilten Kampfsystem und verstaubter Grafik.„The same procedure as every year?”. So ähnlich lautet die Devise wohl auch bei
SNK Playmore, veröffentlicht diese Spielschmiede doch regelmäßig Updates zu ihrer bekannten Beat’em Up-Reihe. Mit ihrem neuesten Ableger bricht die Firma allerdings ihre Tradition, die jeweilige Jahreszahl ans Ende des Spieltitels anzufügen. Stattdessen werden zukünftig alle offiziellen Teile korrekt durchnummeriert, angefangen bei
King of Fighters XI. Ob dies die einzige Veränderung an der alt gedienten Prügelspielreihe ist, soll dieses
Master-Review klären.
Prügeln will gelernt sein Der elfte Ableger der
King of Fighters-Reihe setzt auf alt bewährte Spielmodi:
Arcade Play,
Arcade VS,
Team Play,
Team Play VS,
Single Play,
Single Play VS,
Endless Mode,
Challenge,
Practice und
Gallery. Prügelspielfans fühlen sich
» Nur der richtige Einsatz von Spezialattacken führt zum Erfolg. |
bei diesem Angebot sofort heimisch und nutzen sogleich die Gelegenheit, ihre Kämpfer im Übungsmodus auszuprobieren. Dieser offeriert die Möglichkeit, in Ruhe alle Bewegungen des jeweiligen Kämpfers auszuprobieren und sich mit dessen Stärken und Schwächen vertraut zu machen. Per Select kann zu jedem Zeitpunkt des Kampfes die Move-Liste aufgerufen werden, in der feinsäuberlich alle Würfe, Tritttechniken und Spezialmanöver verzeichnet sind.
Nachdem ausgiebigem Studieren der zahlreichen Bewegungen geht es sogleich ans Eingemachte.
Arcade Play und
Arcade VS erlauben es dem Spieler, ein Team bestehend aus drei Kämpfern zusammenzustellen und dieses gegen CPU oder von Menschenhand gesteuerte Konkurrenten antreten zu lassen. Zwischen den Fights werden gelegentlich
Standbilder im Anime-Stil gezeigt, welche die Geschichte des Spiels vorantreiben sollen. Allerdings vermag diese sehr schlichte Erzählweise niemanden an den Bildschirm zu fesseln und dient aller höchstens als schmückendes, aber dennoch aufgesetzt wirkendes Beiwerk. Mit Ausnahme von
Challenge ähneln sich alle Spielmodi sehr stark, besteht doch der einzige Unterschied in der Variation der Kämpferanzahl.
Meister aller Klassen Challenge bietet
40 verschiedene Herausforderungen an, die alle gemeistert werden wollen. Jede dieser Aufgaben stellt andere Ansprüche an den Spieler. So gilt es z.B. einen
» Die Kämpfe finden auch an exotischen Orten statt. |
Kampf bloß mit Standardattacken zu gewinnen, während im nächsten nur Special-Moves zum Erfolg führen. Dieser Menüpunkt ist sicherlich der interessanteste, aber auch frustigste, was hauptsächlich am
schlechten Balancing liegt. Der Schwierigkeitsgrad der Herausforderungen schwankt zwischen extrem einfach und nahezu unlösbar. Durch das Meistern diverser Kämpfe und Aufgaben in den unterschiedlichen Spielmodi werden mit der Zeit
zahlreiche Extras frei geschaltet – z.B. geheime Kämpfer und die Gallery. Aufgrund des Bonusmaterials und der stattlichen Anzahl von über 40 Charakteren sollte ausreichend Motivation gegeben sein, sich durch die Stages zu prügeln.
In den Mehrspieler-Modi –
Arcade VS,
Team Play VS und
Single Play VS - läuft der Titel zur Höchstform auf, sofern zwei gleichstarke Kontrahenten aufeinander treffen. Trotz der
simplen Steuerung bedarf es nämlich einer langen Übungsphase, bis der Spieler seine Charaktere halbwegs sicher durch die diversen Arenen bewegt. Das Erlernen von Combos und rechtzeitige Kontern von Angriffen stellt das A und O gegen menschliche Mitspieler dar.
Old School Wie schon die Vorgänger setzt auch
King of Fighters XI auf die gewohnte
2D-Grafik. Die Figuren warten mit zahlreichen Details und
flüssigen Animationen auf. Trotzdem merkt man
» Nach so einer Attacke schmerzt der ganze Körper. |
dem Spiel sofort an, dass fast alle Charaktere aus den Vorgängern eins zu eins übernommen wurden. Deshalb wirken die Figuren pixelig und auch an den zahlreichen Spezialeffekten hat der Zahn der Zeit genagt. Allerdings wurden für das Spiel
drei völlig neue Fighter entworfen, die sich spielerisch sowie grafisch nahtlos in die Kämpferriege einfügen. Den Bildschirmhintergründen merkt man ebenso an, dass sie schon seit den 90ern im Einsatz sind. Allerdings haben die Entwickler dem Titel zahlreiche und abwechselungsreiche Schauplätze spendiert – Tempel, Ruinen, Dächer, südamerikanische Innenstädte oder Militärbasen stehen unter anderem zur Auswahl.
Im Gegensatz zur grafischen Präsentation weiß die Hintergrundmusik vollkommen zu überzeugen. Von ruhigen bis zu rockigen Melodien, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Besonders letztere passen mit ihrem treibenden Rhythmus perfekt ins Spielgeschehen. Auch die Schlaggeräusche und sonstigen Soundeffekte wissen durch einen kräftigen und sauberen Klang zu überzeugen. Die
japanische Sprachausgabe trägt mit ihrer guten Qualität ebenfalls positiv zur Atmosphäre bei.