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Gottlieb Pinball Classics  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 25.01.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Gelungene Flippertisch-Sammlung für Nintendos Wii.

Für viele von uns unvorstellbar, aber vor rund 30 Jahren harte Realität: Es gab keine Videospielkonsolen oder Heim-PCs. Wer trotzdem zocken wollte, musste sich mit einem Sack voll Münzen auf in die nächste Spielhalle oder Kneipe machen und sein hart erspartes Geld Runde um Runde in riesige Automaten stecken. Besonders beliebt: Flipper. Natürlich gab es seit der Einführung von Videospielen auch entsprechende Softwareumsetzungen der Materie. Der neuestes Vertreter des Flipper-Genres namens Gottlieb Pinball Classics ist nun auch für die Nintendo Wii erschienen und wurde von uns im Master-Review unter die Lupe genommen.

Flipper-Mania
Im Hauptmenü stehen stehen zahlreiche Optionen bereit, um die die insgesamt zehn, der Realität nachempfundenen Tische zu spielen. Die einfachste Methode, sich an den blinkenden und klingelnden Mechanikmonstern zu versuchen,
» Spacig!
ist der Weg in die Spielhalle, in der man frei wählen kann, welchen Apparat man spielen möchte. Allerdings sind hier lediglich drei Flipper kostenlos zockbar. Alle anderen erfordern zwischen einem und fünf Credits. Neue Chips verdient man sich, indem man bestimmte Punktzahlen an Tischen erspielt. Besonders gute Zocker haben also schnell einen prall gefüllten Credits-Sack, aber auch Anfänger werden mit ein wenig Übung in den Genuss "kostenpflichtiger" Tische kommen.

Neben Flippertischen gibt es noch drei weitere Gerätschaften: Eine Wahrsagermaschine, einen Love-Meter sowie den Play-Boy-"Flipper". Während die ersten beiden lediglich lustige Gimmicks sind, um die Spielhallenatmosphäre zu steigern, präsentiert sich Letzterer als virtuelles Ebenbild einer der ersten Gottliebschen Kasten-Automaten. Prinzipiell ein Flipper ohne Bumper, in dem man zehn Kugeln durch einfaches Rütteln in Löcher mit unterschiedlichen Punktzahlen befördern muss.

Von schnellen Kugeln und historischen Automaten
Als besonders positiv hat sich im Test die gute Präsentation des Titels herausgestellt. So liegen allen Tischen umfangreiche Tutorials in Bild und Ton bei, welche die Flipper bis ins kleinste Detail erklären. Außerdem
» Die Tische werden ausgiebig vorgestellt.
hat man es sich nicht nehmen lassen, detaillierte Hintergrundinformationen zu den realen Vorbildern auf die Disc zu brennen, die Interessierten ebenso neugierig macht wie zahlreiche Bilder der Gottlieb-Werke und Flipperkultur.

Abseits des Spielhallen-Modus versuchen sich geübte Spieler in der Gottlieb Challange oder bei den Tischzielen. Erstere präsentiert dem Spieler zahlreiche Tische nacheinander, bei denen es gilt, eine bestimmte Mindestpunktzahl zu erreichen, um in die nächste Runde zu gelangen. Des Weiteren warten im Modus Tischziele diverse Aufgaben auf den Spieler, die es zu erfüllen gilt. Natürlich ist es auch möglich, mit bis zu drei Mitspielern ein Turnier zu veranstalten. Hier geht es dann abwechselnd zur Sache.

Gute Spielbarkeit
Natürlich ist das A und O einer jeden Flippersimulation die technische Umsetzung der virtuellen Automaten sowie eines realistischen Kugellaufs. Gottlieb Pinball Classics lässt sich hier nicht lumpen und bietet eine nahezu perfekte
» Jagd auf den Highscore.
Simulation der echten Geräte. Der Kugellauf ist sehr sauber, sämtliche Bumper und Federn reagieren realitätsnah und auch die grafische Präsentation der Tische weiß für Wii-Verhältnisse zu gefallen. Lediglich die doch recht hoch geratene "Aus"-Rate der Kugeln sorgt hin und wieder für Frust. Aber auch hier merkt man gut, dass die Tische realen Vorbildern nachempfunden wurden.

Um das häufige Aus zu verhindern heißt es also: Gegen den Tisch hauen! Durch schütteln des Nunchuck oder der Wiimote kann man die Flipper von links oder rechts anrempeln, um den Kugellauf geringfügig zu beeinflussen. Doch Vorsicht! Wer es übertreibt, sieht schnell ein "Tilt!" und verliert eine Kugel. Sehr spärlich ist leider die Sounduntermalung ausgefallen. Bis auf die vertonten Tutorials und Fahrstuhl-Musik in den Menüs bekommt man lediglich das Klimpern und Klirren der Apparaturen zu hören. Zwar bleibt so eine authentische Atmosphäre gewahrt, allerdings hätte man sich zumindest zuschaltbare Musik gewünscht.
Pro
Zehn Tische (+Play-Boy)
Korrekte Ballphysik
Umfangreiches Info- und Hintergrundmaterial
Budgetpreis
Contra
Fehlende Musik
Häufiges Kugel-"Aus"
Fazit
Wer auf Flipper steht, macht mit Gottlieb Pinball Classics nichts falsch. Zehn sehr gut ausgearbeitete Tische, eine gute Präsentation, zahlreiche Hintergrundinformationen und eine tolle Spielbarkeit bereichern das Flipper-Genre und bedienen Fans vorzüglich. Dank der vielen Spielmodi und ordentlichen Anzahl an Tischen sind vor allem Highscore-Fanatiker lange beschäftigt. Gelegenheitsspieler hingegen werden die Disc immer wieder einmal einlegen, um entspannt eine Runde zu flippern – und das ganz ohne chronischen Münzschwund. Apropos Geld: Fairerweise bietet Publisher Codemasters den Titel gleich zum Budgetpreis von rund 30 Euro an, was dem Preis-/Leistungsverhältnis natürlich sehr positiv zu Gute kommt. Allerdings sollte man sich von der im Gegensatz zur PlayStation 2- und PSP-Version erweiterten Wii-Steuerung nicht all zu viel erwarten – auch wenn das Anrempeln der Tische mit Hilfe von Wiimote und Nunchuck für ein kleines Atmosphäre-Plus sorgt.