Gelungene Flippertisch-Sammlung für Nintendos Wii.Für viele von uns unvorstellbar, aber vor rund 30 Jahren harte Realität: Es gab keine Videospielkonsolen oder Heim-PCs. Wer trotzdem zocken wollte, musste sich mit einem Sack voll Münzen auf in die nächste Spielhalle oder Kneipe machen und sein hart erspartes Geld Runde um Runde in riesige Automaten stecken. Besonders beliebt: Flipper. Natürlich gab es seit der Einführung von Videospielen auch entsprechende Softwareumsetzungen der Materie. Der neuestes Vertreter des Flipper-Genres namens
Gottlieb Pinball Classics ist nun auch für die Nintendo Wii erschienen und wurde von uns im
Master-Review unter die Lupe genommen.
Flipper-ManiaIm Hauptmenü stehen stehen zahlreiche Optionen bereit, um die die
insgesamt zehn, der Realität nachempfundenen Tische zu spielen. Die einfachste Methode, sich an den blinkenden und klingelnden Mechanikmonstern zu versuchen,
ist der Weg in die Spielhalle, in der man frei wählen kann, welchen Apparat man spielen möchte. Allerdings sind hier lediglich drei Flipper
kostenlos zockbar. Alle anderen erfordern zwischen einem und fünf Credits. Neue Chips verdient man sich, indem man bestimmte Punktzahlen an Tischen erspielt. Besonders gute Zocker haben also schnell einen prall gefüllten Credits-Sack, aber auch Anfänger werden mit ein wenig Übung in den Genuss "kostenpflichtiger" Tische kommen.
Neben Flippertischen gibt es noch drei
weitere Gerätschaften: Eine Wahrsagermaschine, einen Love-Meter sowie den
Play-Boy-"Flipper". Während die ersten beiden lediglich lustige Gimmicks sind, um die Spielhallenatmosphäre zu steigern, präsentiert sich Letzterer als virtuelles Ebenbild einer der ersten Gottliebschen Kasten-Automaten. Prinzipiell ein Flipper ohne Bumper, in dem man zehn Kugeln durch einfaches Rütteln in Löcher mit unterschiedlichen Punktzahlen befördern muss.
Von schnellen Kugeln und historischen AutomatenAls besonders positiv hat sich im Test die gute Präsentation des Titels herausgestellt. So liegen allen Tischen umfangreiche Tutorials in Bild und Ton bei, welche die Flipper bis ins kleinste Detail erklären. Außerdem
» Die Tische werden ausgiebig vorgestellt. |
hat man es sich nicht nehmen lassen, detaillierte Hintergrundinformationen zu den realen Vorbildern auf die Disc zu brennen, die Interessierten ebenso neugierig macht wie zahlreiche Bilder der Gottlieb-Werke und Flipperkultur.
Abseits des Spielhallen-Modus versuchen sich geübte Spieler in der
Gottlieb Challange oder bei den Tischzielen. Erstere präsentiert dem Spieler zahlreiche Tische nacheinander, bei denen es gilt, eine bestimmte Mindestpunktzahl zu erreichen, um in die nächste Runde zu gelangen. Des Weiteren warten im Modus Tischziele diverse Aufgaben auf den Spieler, die es zu erfüllen gilt. Natürlich ist es auch möglich, mit bis zu drei Mitspielern ein Turnier zu veranstalten. Hier geht es dann abwechselnd zur Sache.
Gute SpielbarkeitNatürlich ist das A und O einer jeden Flippersimulation die technische Umsetzung der virtuellen Automaten sowie eines realistischen Kugellaufs.
Gottlieb Pinball Classics lässt sich hier nicht lumpen und bietet eine nahezu perfekte
» Jagd auf den Highscore. |
Simulation der echten Geräte. Der Kugellauf ist sehr sauber, sämtliche Bumper und Federn reagieren realitätsnah und auch die grafische Präsentation der Tische weiß für Wii-Verhältnisse zu gefallen. Lediglich die doch
recht hoch geratene "Aus"-Rate der Kugeln sorgt hin und wieder für Frust. Aber auch hier merkt man gut, dass die Tische realen Vorbildern nachempfunden wurden.
Um das häufige Aus zu verhindern heißt es also: Gegen den Tisch hauen! Durch
schütteln des Nunchuck oder der Wiimote kann man die Flipper von links oder rechts anrempeln, um den Kugellauf geringfügig zu beeinflussen. Doch Vorsicht! Wer es übertreibt, sieht schnell ein "Tilt!" und verliert eine Kugel. Sehr
spärlich ist leider die Sounduntermalung ausgefallen. Bis auf die vertonten Tutorials und Fahrstuhl-Musik in den Menüs bekommt man lediglich das Klimpern und Klirren der Apparaturen zu hören. Zwar bleibt so eine authentische Atmosphäre gewahrt, allerdings hätte man sich zumindest zuschaltbare Musik gewünscht.