Max Payne
Entwickler: Neo
Hersteller: Take Two
Gameplay:
In dem bleihaltigen Action-Kracher Max Payne übernehmt ihr die Rolle von „Mr. Schmerz“ höchstpersönlich und müsst euch durch ein kurzes, aber durchaus überzeugendes Abenteuer schlagen, welches an Dramatik und Brutalität fast schon einem spannenden Kino-Thriller gleichkommt. Zu Beginn des Spiels findet ihr euch in Max´s kleinem Vorstadt-Häuschen wieder und bemerkt nach wenigen Schritten sofort, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. So ist es dann auch und ihr werdet eine richtig üble Überraschung vorfinden, die aus Spoilergefahr an dieser Stelle jedoch nicht erwähnt wird.
Hört sich an wie der ganz normale Shooter-Alltag? Falsch, denn sobald das richtige Hauptspiel einmal begonnen hat, werdet ihr die vielen Unterschiede zum Mainstream schnell feststellen. So steuert ihr Max Payne nicht aus der gewohnten Ego-Perspektive sondern schaut ihm von hinten über die Schulter. Eben genannte Kameraeinstellung werdet ihr aber sicherlich sofort für gut befinden, sobald der linke Trigger das erste mal von einem eurer Zeigefinger gezogen wurde. Mit diesen wird nämlich die sogenannte „Bullet-Time“ ausgelöst, durch die das Spiel in Zeitlupe abläuft und man nicht nur tollkühne Dodges (flache Sprünge) nach vorne, hinten, links und rechts machen, sondern auch besser zielen kann.
Wenn ihr schonmal MATRIX oder einen beliebigen John Woo-Streifen gesehen habt, werdet ihr wissen, warum Max Payne so unglablich cool ist. Denn durch die „Bullet Time“, die übrigens DAS Spielelement überhaupt ist, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten die verschiedenen Situationen zu meistern. Manchmal habe ich mich sogar dabei ertappt den gleichen Spielstand wieder und wieder zu laden, um eine möglichst Perfekte Abschuss-Choreografie hinzulegen. ;o)
Aber wenden wir uns nun den verschiedenen Waffen zu: Alle Schießeisen wurden nämlich extrem realistisch designt und auch die Auswirkung auf die Gegner sehr gut nachgestellt.
Vor allen Dingen die doppelten Uzis bzw. Berrettas lassen beim Abfeuern ein unwillkürliches Lachen auf dem Gesicht des Spielers auftreten. Selten hat man sich beim Zocken so extrem cool gefühlt, aber wenn man in Zeitlupe auf alles ballert was sich bewegt ist das doch eigentlich kein Zufall, oder? Ach ja,...jede einzelner Schuss und die dazugehörige Patronenhülse wird übrigens einzeln berechnet. Wer´s nicht glaubt, ist selber Schuld. ;o)
Neben den vielen unterschiedlichen Schusswaffen gibt es aber noch 2 Prügel in Form von einem Baseballschläger sowie einer Brechstange. Auch wenn ihr sie, aufgrund der zahlreichen besseren Alternativen, fast nie benutzen werdet, macht auch das planlose Rumknüppeln eine Menge Spaß.
Die verschiedenen Level sind allesamt athmosphärisch und stimmig designt worden, wirken aber teilweise etwas zu steril.Dieses Manko wird aber im Punkt „Grafik“ noch ausgiebig behandelt. Der Abwechslungsreichtum der unterschiedlichen Abschnitte ist aufgrund der vielen Szenarien auf jeden Fall gewährleistet. So schlagt ihr euch nicht durch eine verlasse U-Bahn-Station, heruntergekomme Hotels und den New Yorker Stadthafen sondern dürft auch einen Wolkenkratzer mit viel Krawumm „infiltrieren“. Ein bisschen Schade ist allerdings, dass ihr schnell alles gesehen habt und es nicht sonderlich viel frei zu spielen gibt.
Soviel zum Gameplay.
Grafik:
Die grafische Darstellung von Max Payne geht insgesamt betrachtet voll in Ordung. Auch wenn, wie eben schon erwähnt, manche Level etwas zu steril und dunkel sind, leidet niemals der Spielspaß darunter und das ist ja das Wichtigste.
Die Texturen, die von den Entwicklern benutzt wurden sind zu 75 % alle von einer Photo-Vorlage entnommen und wirken dadurch sehr authentisch und real. Zwar lässt die Auflösung sehr stark nach, wenn man sich einer/einem Wand/Gegenstand nähert, aber ich kann euch versprechen, dass ihr in den meisten Fällen in dieser Position nur eure Gegner sehen werdet….und zwar tot. Obwohl die Charaktermodelle ebenfalls mit Photo-Texturen ausgestattet wurden, können sie nicht voll und ganz überzeugen, da sie erstens keine Miene verziehen und zweitens nicht mit sonderlich vielen Polygonen ausgestattet wurden.
Aber auch dieser Kritikpunkt fällt nicht wirklich ins Gewicht, weil man seine Widersache meist nur aus der Ferne sieht und nur in den wenigsten Fällen 2m vor einem steht.
Nachbesserung wäre aber schon wünschenswert gewesen.
Dafür läuft das Spiel aber absolut flüssig und selbst beim härtesten Feuergefecht geht die Framerate nicht in die Knie. Wäre auch unzumutbar in ruckelnder Zeitlupe in einen von Gegnern verseuchten Raum zu springen.
Sound:
Im Gegensatz zur Grafik kann der Sound in allen Belangen restlos überzeugen und braucht den Vergleich mit dem Genre-Primus Halo nicht scheuen. Selten war das akustische Geschehen so realistisch und packend. Sowohl die verschiedenen melancholischen Klavierstücke, als auch die einzelnen Schuss- und Nebengeräusche sind meisterhaft und lassen einem die Haare zu Berge stehen.
Die Synchronsprecher machen ihren Job ebenfalls Vorbildlich und wirken niemals gestellt oder hölzern. Hier müssten sich andere Entwickler ruhig mal eine Scheibe von abschneiden.
Leider gibt´s bei dem ganzen tollen Sound auch einen fetten Haken: So werdet ihr euch oft erschrecken, wenn plötzlich eine dicke Schrotflint-Patrone mit einem lauten Knall auf euch zufliegt.
Fazit:
Max Payne ist ein klasse Action-Shooter mit leichtem schwächen in der Grafik, die aber durch den bombastischen Sound und die grandiose Spielbarkeit wieder wett gemacht werden.
Allerdings trübt die recht kurze Spieldauer von wenigen Stunden den Spielspaß gewaltig.
Wer über dieses Manko allerdings hinwegsehen kann, der bekommt mit „Max Schmerz“ ein tolles Spiel, das man inzwischen schon für richtig wenig Geld erwerben kann.
Pro:
- Tolle Spielbarkeit
- Grandioser Sound
- Gelungene Steuerung
- Auto-Aim etwas zu stark ausgefallen (Kann aber auch abgestellt werden!)
- Meisterliche Story
Contra:
- Viel zu kurz
- Marginale Schwächen im Leveldesign und der Grafik
-Jede einzelner Schuss und die dazugehörige Patronenhülse wird einzeln berechnet.
Dies erzeugt einen unheimlichen Realismus und wird bei manchen Leuten ein dreckiges Grinsen auf´s Gesicht zaubern.