Stell Dir vor, Team Ninja bringt ein Spiel raus und keiner kauft es - weil es das Prädikat 'Schlechtestes Spiel 2006' verdient.Fast auf den Tag genau vor drei Jahren erschien
Dead or Alive Xtreme Beachvolleyball, das mit viel Augenzudrücken als witziges Experiment für Fans durchging. Produzent Itagaki hatte sich und wohl auch seinem Publikum einen Kindheitstraum erfüllt und einen Genregrenzen-sprengenden Fun-Titel geschaffen, über den heute noch diskutiert wird. Offenbar reichte der Erfolg des ersten Teils aus, um einen Nachfolger für die Xbox 360 zu rechtfertigen.
Dead or Alive Xtreme 2 verspricht neue Sportarten, mehr Minigames und einen komfortablen Online-Modus. Ob Brüste-Fetischisten diesmal auf ihre Kosten kommen, legt unser
Master-Review dar.
1001 Déjà Vus Dead or Alive Xtreme 2 versucht nicht im Geringsten von der Formel des Vorgängers abzuweichen, das
Spielgeschehen entspricht fast 1:1 dem des vor drei Jahren erschienen ersten Teils. Auf wundersame Weise
schafft es Zack erneut, alle Kämpferinnen des DOA-Universums auf seiner Ferieninsel zu versammeln. Nach der Wahl einer Protagonistin geht's ab auf das Eiland, welches für
14 Tage ein Feriendomizil der Extraklasse bietet. Der Spielverlauf ist dabei linear vorgegeben, jeder Tag unterteilt sich grundsätzlich in vier Zeitabschnitte, in denen gewissen Tätigkeiten gefrönt werden darf. Wie aktiv oder passiv man die zur Verfügung stehende Zeit nutzt, bleibt fast vollständig dem Spieler überlassen. Aber Vorsicht: Jede Aktivität verbraucht unbarmherzig ein Viertel des Tages.
Neben dem Beachvolleyball gibt es nun eine zweite Hauptsportart, das
Jetski-Fahren. Hierbei gilt es, mit einem PS-Bolzen über die Wellen eines Parcours zu reiten. Leider mangelt es beiden Freizeitbeschäftigungen sowohl an Abwechslung als auch spielerischem Tiefgang. Beachvolleyball spielt sich 100% gleich wie im Vorgänger und ist noch immer sehr simpel sowie aufgrund der schlechten Kameraperspektive unübersichtlich. Wer sich ein
Waverace-ähnliches Gameplay vom Jetski-Fahren erwartet, wird ebenfalls enttäuscht.
Simpelsteuerung und unspektakuläre Präsentation (das Wasser wirkt komplett künstlich) vermiesen sogar Die-Hard-Fans die Urlaubsstimmung.
Carpe Vacation Selbst die knapp zehn Miniaktivitäten abseits der Hauptattraktionen sorgen kaum für Abwechslung: Wasserrutsche, Beach Flags sowie triviale Poolspiele (Hüpfspiel, Tug-O-War / Butt Battle, etc.),
» Den Smash blockt keine mehr. |
bei denen es immer nur darum geht, unbeschadet über den Pool zu hopsen oder die Gegnerin per gekonntem "Po-Stoß" in die kühlen Fluten zu befördern. Daneben bieten sich weniger Wettstreit-orientierte Zerstreuungen wie
Ausflüge und Sonnenbräunen an. Den Abend darf man im Casino mit diversen dilettantisch wirkenden Minigames wie Poker, Roulette oder Black Jack verschwenden. Einen großen Teil des Gameplays nimmt erneut das
Freundschaftskonzept von
Xtreme 2 ein.
Hierbei gilt es durch Erwerb von Zillionen an verschiedenen
trivialen Gegenständen und Badeanzügen die eigene Volleyball-Partnerin bei Laune zu halten. Diese dankt es durch besonderen Einsatz, solange sie nur die richtigen Geschenke erhält. Die Ladies sind dabei extrem anspruchsvoll und wollen ständig verwöhnt werden. Man könnte dies als das eigentliche Herzstück des Games betrachten, denn leider gibt es kaum Hinweise, wie das Freundschaftssystem funktioniert – schlimmer noch: Zwischen verschiedenen Charakteren existieren
Vorlieben/Vorurteile gegenüber gewissen Partnerinnen, was die Teamspieler-Auswahl abermals im Chaos versinken lässt.
Der Lack der Porzellanpuppen ist ab Selbst wer sich keine spielerischen Höhepunkte, sondern eine inhaltliche 08/15-Fortsetzung mit aufgepeppter Grafik und Online-Fähigkeit erwartet hat, wird bitter enttäuscht. Grafisch und optisch wirkt der Titel
» Vorsicht!!! Brustphysik-Attacke!! |
minimal besser als das drei Jahre alte Vorbild. Das einzig positive sind die Charaktermodelle, die zwar immer noch teils extrem Porzellanpuppen-artig wirken (=eine Frage des Art-Stils), jedoch mit einem großen Repertoir an Bikinis und Accessoires auftrumpfen. Leider wirkt das Endergebnis aber
nicht betörend, sondern eher verstörend. Regelrecht lächerlich wird es, wenn die Charaktere das bereits von
Dead or Alive 4 bekannte extrem hässliche Clipping-Fehler-Haar im Wind wehen lassen.
Dazu gesellt sich auch noch eine
übertriebene "Brustphysik", die derart missraten ist, dass einem ständig übel wird. Auf Kosten des Offline-Zweispieler-Modus (es gibt keine Möglichkeit mehr, zu zweit zu spielen) wurde ein aufgesetzt wirkendes Online-Gameplay via Xbox Live eingebaut. In äußerst spartanischen Modi darf man mit bis zu vier Freunden Jetski fahren und (leider nur) zu zweit Beachvolleyball spielen. Musikalisch gibt's etwa die Hälfte der Songs aus dem Vorgänger und eine Handvoll neue Nummern für die gepflegte Ferienstimmung, alles in allem jedoch unbefriedigend.